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It Might Get Loud

It Might Get Loud

Was hat sich der Mann für eine Mühe gegeben ... Dokumentarfilmer Davis Guggenheim initiierte ein Treffen der Generationen. Drei stilprägende Gitarristen bringt er zusammen vor die Kameras und interviewt sie. Selbst für Nicht-Musikfreunde ist es ein wahres Vergnügen den Herren zuzuhören. "It Might Get Loud" heißt der Dokumentarfilm, der nun in den Kinos startet.

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Da wären der ehrenwert ergraute Jimmy Page von Led Zeppelin, U2-Gitarrist The Edge und Nesthäkchen Jack White, die männliche Hälfte der White Stripes. Sie alle machen sich auf den Weg, um an diesem Tag die beiden anderen zu treffen. Dabei erzählen sie, wie sie ihre Umwelt verrückt machen. Bei The Edge geht es um den Sound, den er im Kopf hat und der nicht Ruhe gibt, bis er aus den Boxen kommt.

Während der 65-jährige Page in sich ruht, erhielt der Detroiter in der Runde sogar ein eigenes filmisches Konzept, Jack White interagiert mit sich selbst als Kind. Man spürt das Spannungsfeld, die Unsicherheit und den Mut, die sich persönlich und musikalisch in ihm widerspiegeln.

Guggenheim holt den Menschen aus allen dreien. The Edge beruhigt sich mit Yoga, gibt sein Blackberry dabei allerdings nicht aus der Hand. Und über allem thront Jimmy Page. 1968 gründete er Led Zeppelin. Wenn er lächelt, weil er einen Song mag, ist das fassbares Glück.

Warum jedoch ist man besessen von seinen eigenen Ideen? Der Regisseur sucht nach Henne und Ei. Sind diese Männer so speziell, weil sie stilprägend wurden, oder konnten nur rare Exemplare wie sie solch innovative Kapriolen kreieren?

Der Zuschauer erfährt viel über Zufriedenheit und Persönlichkeit der drei Musiker. Keiner belässt es bei dümmlichen Anekdoten aus ihrem ach so spannenden Rockstardasein, sie alle lassen tief blicken. Ganz selten bildet Davis Guggenheim dabei die Gesprächsrunde ab.

Der Ton läuft über ganz andere Bilder, der Schnitt setzt die Fragmente auf kurzweilige Art und Weise zusammen. Vor zwei Jahren wurde der Filmemacher für seine Produktion "Eine unbekannte Wahrheit" mit dem Oscar ausgezeichnet. Darin rüttelte der ehemalige Präsidentschaftskandidat Al Gore das Volk auf, sich im Klimaschutz zu engagieren. Hierzulande wurde der Film wohlwollend zur Kenntnis genommen, allerdings erfuhr der Durchschnittseuropäer nichts Neues in der Dokumentation.

Mit "It Might Get Loud" beweist Guggenheim seine Brillanz, ein Nischenthema zum unterhaltsamen Angebot für ein breites Publikum aufzuarbeiten. Hier treffen bei sehr viel Musik vier besondere Menschen aufeinander (man muss den Regisseur mitzählen) und man versteht, dass ein Guggenheim würdig ist, vom Gitarrenmeister Jimmy Page in sein Haus gelassen zu werden. Auch The Edge und Jack White nehmen ihn mit zu privaten Orten. Deutlich spürbar ist der Respekt voreinander, wunderbar auch zu sehen, wie in der immer wieder eingeblendeten Gesprächsrunde das Eis mehr und mehr schmilzt. Und nicht zufällig befinden sich Instrumente im Raum! - Jeder der weiß, wie man eine Gitarre hält, wird diesem Film seine Wertschätzung entgegenbringen.

Claudia Nitsche

Credits:
V:Arsenal, USA 2008, R: Davis Guggenheim, D: The Edge, Jack White, Jimmy Page u.a.

Laufzeit: 97 Min.

Kinostart:
27.08.2009


"It Might Get Loud", eine Dokumentation über drei große Gitarristen, startet nun in den deutschen Kinos.
"It Might Get Loud", eine Dokumentation über drei große Gitarristen, startet nun in den deutschen Kinos. (Arsenal)

Da stehen sie mit ihren Freundinnen, von links: Jack White, The Edge, Jimmy Page.
Da stehen sie mit ihren Freundinnen, von links: Jack White, The Edge, Jimmy Page. (Arsenal)

Hochkonzentriert, weil er immer noch Neues erschaffen möchte: U2-Gitarrist The Edge.
Hochkonzentriert, weil er immer noch Neues erschaffen möchte: U2-Gitarrist The Edge. (Arsenal)

Datum: 27.08.2009

Diskussion: "It Might Get Loud"

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