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Wieder Zeit für "Star Wars: Episode I - Die Dunkle Bedrohung"

Star Wars: Episode I - Die Dunkle Bedrohung

ProSieben holt wieder einmal seine Primetime-Allzweck-Waffe aus dem Lager: "Krieg der Sterne". Die Reihe bedarf im Grunde keiner großen Worte mehr, und ist längst unter den Filmklassikern zu platzieren. Allerdings gilt diese Wertschätzung nur den Originalteilen, den Episoden IV, V und VI. Dennoch zählen auch die später gedrehten chronologischen Vorgänger, dank bahnbrechender Special Effects, zu Blockbustern erster Güte. Das Prequel "Star Wars: Episode I - Die Dunkle Bedrohung" wird vom Sender zum gefühlt 50. Mal wiederholt. Der Film läutet die Sternenkrieger-Reihe denkbar unterhaltsam ein. Einzig der Cast sorgt für Verstimmung: Mit einem besserwisserisch-nervigem Kind und einer total dämlichen Comicfigur übernahmen zwei Quälgeister die Hauptrollen.

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Zwar kränkelte "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (1983) schon an den überputzigen Ewoks, jenen Fell-tragenden Waldbewohnern im Monchichi-Stil. Aber was sich "Star Wars"-Übervater George Lucas für "Die dunkle Bedrohung" einfallen ließ, musste einfach jeden Jünger der ursprünglichen Trilogie den Glauben an die Macht ausblasen. Laut Skript wird das Making of Darth Vader beleuchtet. Eigentlich interessant. Aber was Lucas da - im wahrsten Sinne des Wortes - ins Rennen schickt, trifft man in jeder Grundschule.

Die Jedi-Ritter Qui-Gon Jinn (Liam Neeson) und Obi-Wan Kenobi (würdig: Ewan McGregor) müssen nach der Flucht vom belagerten Planeten Naboo mit Prinzessin Amidala (himmlisch schön: Natalie Portman) auf dem wüsten Felsbrocken Tatooine notlanden. Hier erkennt Qui-Gon Jinn in dem neunjährigen Sklaven Anakin Skywalker (Jake Lloyd) die Fähigkeiten eines Jedi-Ritters.

Den Beweis für sein ungeheures Talent darf der Junge alsbald in dem sogenannten Pod Race antreten - zweifellos der visuelle Höhepunkt des SF-Blockbusters (mehr als acht Millionen Besucher alleine in Deutschland) - in dem er gestandene Rennprofis Mores lehrt. Spätestens hier wird klar, dass "Star Wars: Episode I" nur gemacht wurde, um die ganz junge Zielgruppe ebenfalls für den Kult der 70-er und 80-er zu begeistern.

Die visuellen Effekte konnten dennoch wieder Standards setzen. Gleich, ob Laserschwert-Duell mit einem Sith-Anhänger oder Invasion einer Roboterarmee: George Lucas spart nicht an Details, fantastischen Welten, traumhaft animierten Städten und einem Sammelsurium skurriler Figuren. Aber auch bei Letzterem sucht er vehement die Jugend. Die Figur des Jar Jar Binks ist ein Schlag ins Gesicht für jeden, der früher von C-3PO und R2D2 geträumt hat. Gaben sich der Roboter und der Droide noch hemmungslos ironische Wortgefechte, darf die Comicfigur mit Chamäleonzunge in einer Solo-Arie einen Schwachmaten-Spruch nach dem anderen abliefern - und das in einer Grammatik, die selbst Meister Yoda schaudern ließe. Das hatte zum Glück auch George Lucas erkannt. Für die darauf folgenden Episoden teilte er der Witzfigur nur noch eine unbedeutende Nebenrolle zu.

Gerd Hilber


Wieder einmal widmet sich ProSieben dem "Star Wars"-Universum.
Wieder einmal widmet sich ProSieben dem "Star Wars"-Universum. (ProSieben / 1999 Lucasfilm Ltd. & TM)

Der Meister Obi-Wan Kenobis, Qui-Gon Jinn (Liam Neeson), entdeckt, dass Anakin Skywalker die Macht der Jedi besitzt.
Der Meister Obi-Wan Kenobis, Qui-Gon Jinn (Liam Neeson), entdeckt, dass Anakin Skywalker die Macht der Jedi besitzt. (ProSieben / 1999 Lucasfilm Ltd. & TM)

Qui-Gon Jinn (Liam Neeson, links) und sein Schüler Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor, rechts) sind überzeugt von der Macht des erst neun-jährigen Anakin (Jake Lloyd).
Qui-Gon Jinn (Liam Neeson, links) und sein Schüler Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor, rechts) sind überzeugt von der Macht des erst neun-jährigen Anakin (Jake Lloyd). (ProSieben / 1999 Lucasfilm Ltd. & TM)

Datum: 18.09.2009

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