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Banal und langweilig: "Die Frau des Zeitreisenden"

Die Frau des Zeitreisenden

(cg/tsch) Es wäre mehr möglich gewesen als das, was im Endeffekt daraus wurde: Vor allem aus diesem Grund enttäuscht „Die Frau des Zeitreisenden“. Denn die Geschichte wäre allemal einen Versuch wert, mit verschiedenen Zeitstrukturen zu experimentieren und dabei doch eine Liebesgeschichte zusammenzupuzzeln. Der gebürtige Stuttgarter Robert Schwentke ("Tattoo", "Flightplan") verlässt sich stattdessen auf eine konventionelle Erzählweise, die aus der anfangs noch interessanten Story eine triviale, kitschige und über lange Strecken langweilige Romanze macht. Und dagegen können auch Hauptdarsteller Eric Bana („München“, „Chopper“) und Rachel McAdams („State of Play“) nicht ankämpfen.

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Für Clare gab es nie einen anderen Mann als Henry; sie kennt ihn seit ihrer frühesten Kindheit durch seine gelegentlichen Besuche aus der Zukunft. Das führt paradoxerweise dazu, dass sie bereits unsterblich in ihn verliebt ist, als er sie zum ersten Mal trifft - die Zeitreisen zu dem kleinen Mädchen unternimmt er nämlich erst, als er älter ist. Trotzdem verliebt er sich schnell in die hübsche junge Frau, die so offensichtlich für ihn schwärmt. Der Film folgt den beiden durch ihr gemeinsames Leben, das immer wieder durch Henrys Reisen zu schicksalhaften Momenten unterbrochen wird. Dabei dräut deutlich eine Frage am Horizont: Wieso hat Clare noch nie einen zeitreisenden Henry gesehen, der älter ist als Mitte Vierzig?

Schicksal, Zeitreisen und die ganz große Liebe - klar, dass man bei dieser Thematik nicht allzu hohe Ansprüche an Realismus oder Logik stellen sollte. Das entbindet den Film aber nicht gleich von allen Verpflichtungen. Genau das allerdings scheinen sich die Macher und Darsteller gedacht zu haben. Während etwa Rachel McAdams als Clare zu Beginn des Films noch jede Menge Charme und Enthusiasmus versprüht, wird ihr Spiel mit zunehmendem Alter der Filmfigur nicht einfach dezenter, sondern wirkt fast schon ein wenig lustlos.

Auch Schwentke geht etwa auf der Hälfte der Strecke schon die Puste aus: Anfangs gefällt "Die Frau des Zeitreisenden" immer wieder auch durch humoristische Einlagen - Henrys erzwungenes Coming-Out als Zeitreisender vor Clares Kumpel Gomez (Ron Livingston) ist durchaus ein Lächeln wert. Ebenso ist die Hochzeit von Henry und Clare zwar mit einer gesunden Portion Kitsch beladen, doch auch diese Episode wird dank Henrys spontanen Temporalabenteuern vor dem endgültigen Abgleiten in schmalzige Gefilde bewahrt.

Leider hält sich diese Leichtigkeit im Umgang mit dem Thema nicht. Stattdessen dominieren in der zweiten Hälfte übergroße Gesten, tränenreiche Auseinandersetzungen und sorgenvolle Dackelblicke den Film. Es entsteht ein Standard-Rührstück, das ein wenig wirkt, als hätten alle Beteiligten die Lust daran verloren. So verschwindet am Ende auch der Film fast spurlos aus dem Gedächtnis. Zurück bleibt nur eine vage Enttäuschung, weil mehr möglich gewesen wäre.

Sabine Metzger

Credits:
V:Warner, USA 2009, R: Robert Schwentke, D: Rachel McAdams, Eric Bana, Arliss Howard u.a.

Laufzeit: 107 Min.

Kinostart:
17. September 2009


"Die Frau des Zeitreisenden" ist die Verfilmung des Bestsellers von Audrey Niffenegger.
"Die Frau des Zeitreisenden" ist die Verfilmung des Bestsellers von Audrey Niffenegger. (Warner)

Auf der Hochzeit von Clare (Rachel McAdams) und Henry (Eric Bana) läuft längst nicht alles wie geplant.
Auf der Hochzeit von Clare (Rachel McAdams) und Henry (Eric Bana) läuft längst nicht alles wie geplant. (Warner)

Henry (Eric Bana) besucht Clare (Rachel McAdams) immer wieder auf der gleichen Wiese.
Henry (Eric Bana) besucht Clare (Rachel McAdams) immer wieder auf der gleichen Wiese. (Warner)

Datum: 12.09.2009

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