Ein total magerer Christian Bale ist "Der Maschinst"
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Der Maschinist
Einem Gespenst gleich schleppt sich Trevor Reznik jeden Morgen an seinen Arbeitsplatz, gepeinigt von schlaflosen Nächten und einer inneren Rastlosigkeit. Trost findet er nur bei zwei Frauen, der Prostituierten Stevie (Jennifer Jason Leigh) sowie der Kellnerin Marie, Trevors einzige Quelle menschlicher Wärme. Seit einem Jahr hat Trevor nicht mehr geschlafen, er redet nicht viel und hat keine Freunde. Die mysteriöse Schlaflosigkeit hat ihn in ein Wrack verwandelt. Der körperliche Verfall ist nur das sichtbare Zeichen einer zunehmenden paranoiden Psychose, immer verworrener wird die Welt, in der Trevor den Halt verliert. Fürwahr, es ist ein anstrengendes Szenario, das der Regisseur Brad Anderson da in "The Machinist" (2003) präsentiert, ein Kinoerfolg war dem Film daher auch nicht beschert (rund 46.000 Besucher). Der WDR zeigt den Thriller nun als Free-TV-Premiere.
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Christian Bale ("Public Enemies", dreht derzeit das Boxer-Drama "The Fighter") spielt jenen Trevor, der schließlich einem neuen Arbeitskollegen begegnet. Der mysteriöse Ivan kommt Trevor seltsam bekannt vor. Während der Maschinist noch darüber nachdenkt, wo ihm Ivan bereits begegnet sein könnte, verliert ein Mann bei einem Arbeitsunfall seine Hand. Die Kollegen geben daraufhin Trevor die Schuld, mobben ihn und erklären zudem, dass Ivan gar nicht existieren würde. Dem ohnehin Gepeinigten droht vollends der Verstand abhanden zu kommen.
Trevor weiß, dass er diese letzte Schlacht im Kampf gegen den fortschreitenden Verfall von Körper und Geist nur gewinnen kann, wenn er Ivan findet. Doch obwohl der immer wieder aus dem Nichts auftaucht und ein böses Lächeln zeigt, kann Trevor ihn lange nicht fassen. Es sind die falschen Orte, an denen er sucht. Die Wahrheit steckt viel tiefer. Trevor muss beginnen, in seiner eigenen Vergangenheit, vor der er bisher geflüchtet ist, zu forschen.
Christian Bale schleicht sich durch den Film wie ein Skelett, über das sich ein wenig Haut spannt. 30 Kilo hatte der Vorzeige-Psycho für die Rolle des Trevor abgenommen. Mut zur Hässlichkeit nennt man das in Hollywood und belohnt es manchmal auch mit einem Oscar. In diesem Falle wäre er sogar verdient gewesen, denn Bales bis zur Unkenntlichkeit abgemagerter Körper dient nicht dem Selbstzweck, sondern ist Bestandteil seiner fein nuancierten Interpretation eines schlaflosen Wanderers.
Kalt und düster ist die Welt, die Regisseur Brad Anderson dafür entworfen hat. Als menschliches Wrack sperrte er Trevor in einem Käfig aus Halluzinationen und Paranoia, aus dem es auch für die Zuschauer kein Entrinnen gibt. Sie werden automatisch mit hineingezogen und verirren sich in der beklemmenden Atmosphäre der Psychoanalyse, die Anderson betreibt.
Andreas Fischer
Trevor Reznik (Christian Bale) verfolgt den mysteriösen neuen Arbeitskollegen Ivan. (WDR / 3L)
Bei der Prostituierten Stevie (Jennifer Jason Leigh) kann der innerlich rastlose Trevor sein Bedürfnis nach Sex stillen. (WDR / 3L)
Für die Kellnerin Marie (Aitana Sánchez-Gijón), die sich aufopfernd um ihren kranken Sohn Nicholas (Matthew Romero Moore, rechts) kümmert, empfindet Trevor (Christian Bale) echte Zuneigung. (WDR / 3L)
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