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Lenka: australische Newcomerin 2009

Bloß nicht alt werden!

Musikerin Lenka

Man sollte sich nicht täuschen lassen: Lenka weiß ganz genau, was sie tut. Klar, ihre erste Single "The Show", die bereits die deutschen Charts enterte, mag extrem niedlicher, lieblicher und gut gelaunter Girl-Pop sein. Im Gespräch zeigt sich die gebürtige Australierin mit tschechischen Wurzeln als eine sich selbst sehr wohl bewusste Künstlerin - und wirkt wie eine selbstbewusste Frau, die dem Mädchenalter schon lange entwachsen ist. Dennoch: Einen gewollt kindlichen Experimentiertrieb und eine gesunde Neugier auf die Welt vermitteln Lenka und ihr selbst betiteltes Debütalbum aber auf jeden Fall.

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Wenn man ihren eigenen Angaben trauen darf, ist Lenka Anfang 30. Dass sie erst jetzt im mehr-als-Erwachsenenalter mit ihrem kindlichen Konzeptpop ihr Debüt vorlegt, hat aber seine Gründe: Als Tochter eines professionellen, aber erfolglosen Jazzmusikers verweigerte sie sich zunächst jeglichen musikalischen Ambitionen. "Zuerst habe ich dagegen rebelliert", sagt sie, "Aber irgendwann hab ich erkannt, dass mir Musik doch im Blut liegt".

Kreativen Drang hingegen verspürte Lenka schon früh: "Ich war ein rechthaberisches Kind und wollte die Leute unterhalten. Also hat sich eigentlich nicht viel verändert seit damals", lacht sie, "Seit ich sprechen konnte, organisierte ich kleine Auftritte für mich. Und nachdem wir im australischen Busch lebten, bin ich eben zur Not vor Bäumen aufgetreten. Als wir dann in der Vorstadt lebten, stand ich am Swimmingpool, arrangierte kleine Puppenshows für meine Eltern und Freunde."

Später nimmt sie Unterricht in zeitgenössischem Tanz, wird unter der Anleitung von Hollywood-Größe Cate Blanchett zur Teenie-Actrice, reist mit dem Rucksack um die Welt, studiert darstellende Kunst und schließt sich der Indie-Elektro-Band Decoder Ring an. Stellt aber schließlich fest, dass sie nur als Solomusikerin all ihre künstlerischen Vorstellungen ("Verschiedene Identitäten annehmen, sich verkleiden, der Welt entfliehen, kreativ sein, all das wollte ich immer!") perfekt zusammenbringen kann.

Folglich ist es auch nicht verwunderlich, dass sie - gemeinsam mit ihrem Freund James - akribisch auch an der optischen Umsetzung ihrer Musik bastelt. "Das ist ein wichtiger Teil des Projekts", so Lenka, "Ich bin ein großer Fan von Popmusik, die eine allumfassende Ästhetik vermittelt - wie bei Björk oder David Bowie. Es muss einfach alles zusammenpassen. Bei Lady Gaga dachte ich ja, nachdem ich ihren Look gesehen hatte, dass sie sehr experimentelle Musik macht. Aber das ist ja einfach nur Tanzmusik. Bei ihr finde ich die Kombination seltsam."

Lenka überlässt diesbezüglich zwar nichts dem Zufall, schmeißt sich aber auch niemals in unschuldige Posen oder schreibt mit Absicht Kindchenschema-Popsongs. "So bin ich einfach!", beteuert die Musikerin, "Bei mir dreht sich alles darum, mit einer kindlichen Energie durchs Leben zu gehen. Wie ein Kind zu denken. Zu handeln. Deswegen sind meine Melodien eben auch so, deswegen erinnert das Artwork an Kinderzeichnungen." Und Lenka geht sogar noch einen Schritt weiter: Mit ihrem Freund verfasste sie ein Manifest namens "Lass uns niemals alt werden!" Das möchte man gerne unterschreiben.

Stefan Weber


Pop mit kindlicher Energie: Die Australierin Lenka veröffentlicht ihr Debütalbum.
Pop mit kindlicher Energie: Die Australierin Lenka veröffentlicht ihr Debütalbum. (Kristin Burns / Sony Music)

"So bin ich einfach!" - Lenka beteuert, dass sie nicht nur mit einem mädchenhaften Image spielt.
"So bin ich einfach!" - Lenka beteuert, dass sie nicht nur mit einem mädchenhaften Image spielt. (Kristin Burns / Sony Music)

Alles andere als ein braves, stilles Kind: Lenka tanzte, schauspielerte, war Mitglied in einer Band, bevor sie ihre Solokarriere startete.
Alles andere als ein braves, stilles Kind: Lenka tanzte, schauspielerte, war Mitglied in einer Band, bevor sie ihre Solokarriere startete. (Kristin Burns / Sony Music)

Datum: 24.08.2009

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