Gut möglich, dass man dieser Elektra schon einmal begegnet ist. Eine Kriegerin, sinnlich, rachsüchtig und dunkel, mit perfektem Körper und erstaunlichen Kampftechniken. Es war in der wenig erfolgreichen Comic-Verfilmung "Daredevil" (2003): Elektra wurde übel zugerichtet - und umgebracht. Dachte man, aber sie hatte überlebt und durfte 2005 ihre eigene Geschichte im Kino erzählen. Und die ist gewagt, denn die vox-Wiederholung "Elektra" gestattet ihrer stoisch in die Welt blickenden Titelheldin eine Menge Selbstzweifel. Es ist keine gewöhnliche Comic-Verfilmung, die "Akte X"-Regisseur Rob Bowman inszenierte - und vielleicht wollte sie deshalb kaum jemand im Kino sehen.
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Jennifer Garner spielt diese Elektra - eine Frau, die durch magische Kräfte ins Leben zurückgeholt wurde, als hoch bezahlte Auftragskillerin arbeitet und unglücklich auf der Suche nach sich selbst ist. Ein neuer Job bringt sie nicht nur an einen wunderschönen Ort, irgendwo an einem abgeschiedenen Waldsee, sondern auch in eine schwierige emotionale Lage: Sie soll ihren Nachbarn Mark (Goran Visnjic, "Emergency Room") und dessen Tochter Abby (Kirsten Prout) eliminieren. Allerdings macht sich ihr verloren geglaubtes Gewissen bemerkbar, und sie entwickelt sich zur Beschützerin.
Der plötzliche Sinneswandel hat einen Grund, den Elektra aber erst noch entdecken muss, wobei sie sich gegen das Bösewicht-Syndikat "The Hand" zu wehren hat. Von nun an geht's zur Sache - mit Fäusten, Füßen, Stöcken, dreizackigen Dolchen und sämtlichen denkbaren und unvorstellbaren Waffen (Wölfe oder Giftschlangen, die zu Tausenden aus einem tätowierten Bauch kriechen). Und, auch wenn da viel pseudo-magischer Fantasy-Quatsch beigemengt wurde, nun kommt die eigentliche und einzige Stärke des "Daredevil"-Spin-Ofs zum Tragen: Hier wird nicht einfach gekämpft und drauflos geknüppelt, sondern in Ästhetik geradezu geschwelgt.
Schade nur, dass der Film immer dann, wenn man meint, nun geht es endlich schnurstracks ins rasante Martial-Arts-Paradies, in eine holprige Sackgasse abbiegt: Anhand von Albträumen, Flashback-Kindheitserinnerungen, Selbstzweifeln und Zwängen soll das Drama der gebrochenen Heldin vertieft, die innere Zerrissenheit Elektras beleuchtet werden - so plump, einfältig und langweilig erzählt, dass es misslingen musste. Am Ende ist nur eines zerrissen: der Geduldsfaden des Zuschauers, der wohl nur wegen des knallengen und bauchfreie Fantasy-Dress' von Jennifer Garner dranbleiben wird.
In Jennifer Garners aktuellem Filmprojekt, der Komödie "Valentine's Day", die derzeit gedreht wird, geht es, wie der Titel vermuten lässt, um die Liebe. Der Film (auch mit Jessica Alba, Julia Roberts, Anne Hathaway, Patrick Dempsey und Ashton Kutcher) von "Pretty Woman"-Regisseur Garry Marshall soll zeitnah zum Tag der Liebenden am 18.02.2010 in die Kinos kommen.
Frank Rauscher
Am Kostüm von Elektra (Jennifer Garner) wurde gespart, bei den Spezialeffekten zum Glück nicht ... (vox / 20th Century Fox / KH)
Mark Miller (Goran Visnjic) schwebt in Lebensgefahr. Er und seine Tochter Abby sollen ins Jenseits befördert werden. (vox / 20th Century Fox / KH)
Tödliche Freaks: Der dunkle Geheimbund "The Hand" macht sich auf den Weg zu Elektra, die sich zur Beschützerin von Mark und seiner Tochter aufgeschwungen hat. (vox / 20th Century Fox / KH)
Datum: 08.10.2009
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