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"Pandorum" verschenkt zum Teil sein Potenzial

Pandorum

(cg/tsch) Das Horrordrama „Antikörper“ (2005) ebnete den Weg für den deutschen Regisseur Christian Alvart für Großes: Nun arbeitete er zusammen mit Hollywood-Stars Dennis Quaid und Ben Foster ("X-Men", „Alpha Dog“) an einem aufwendigen SciFi-Abenteuer, das allem Anschein nach zum echten Kinohit avancieren wird. „Pandorum“ heißt sein neues Werk, eine Mischung aus düsterem Psychothriller und SciFi-Horror, bei dem trotz guter Ansätze kein homogenes Ganzes entsteht und ein kitschiges Ende zusätzlich für Punktabzug sorgt.

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Alvart lässt die Astronauten Payton (Quaid) und Bower (Foster) in einem düsteren SciFi-Thriller orientierungslos im Raumschiff "Elysium" aufwachen. Die Raumfahrer sind Teil einer Mission, die von der Erde aufgebrochen ist, einen neuen Planeten zu besiedeln. Ein riesiges Unternehmen, natürlich. Da bleibt Alvarts Story der Kolonisationsgeschichte der Menschheit treu.

Allerdings lief irgendwann in den 123 Jahren, die die Mission dauern sollte, irgendetwas schief. Das Schiff ist außer Kontrolle, die Energiereserven neigen sich dem Ende entgegen, der Weg zur Brücke ist versperrt. Payton und Bower sind Gefangene ihrer Arche, können sich an nichts erinnern. Allerdings wurden sie offensichtlich trainiert, nach dem Erwachen aus dem Hyperschlaf setzen Automatismen ein: Payton übernimmt die Kommunikation, Bower entpuppt sich als Techniker. Ihre einzige Chance ist ein Neustart des Reaktors. Während Payton, der Vorgesetzte, in einem Kommandobunker bleibt, macht sich Bower auf den Weg durch die Eingeweide des Stahl-Molochs.

Das ist im Prinzip schon die Geschichte: zwei Männer, viele Fragen, eine Mission. Alvart erzählt sie in einer Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn. "Pandorum" ist düster, klaustrophobisch, unerträglich laut. Als schmutziges, effektgeladenes SciFi-Szenario durchaus ansehnlich. Das reicht allerdings nicht, weil sich Alvart, der auch die Idee des Films entwickelt hat, nicht entscheiden kann, was er will.

In den engen Gängen der "Elysium", die stark an "Event Horizon" erinnern, treiben sich merkwürdige Kreaturen herum. Sie sehen aus wie Zombies, bewegen sich wie Raubtiere und sind nicht zu Scherzen aufgelegt. Während sich Bower und seine neu gefundenen Gefährten, unter anderem eine kampferprobte (und sexy) Biologin (Antje Traue), an den Reaktor anpirschen, fällt Payton dem Wahnsinn anheim. Oder war er schon vorher wahnsinnig?

Die Story mit verschiedenen Schwerpunkten an zwei Schauplätzen zugleich zu erzählen, ist eigentlich ein guter Ansatz. Nur leider wird er nicht stringent umgesetzt. Creature-Horror in allen bekannten Facetten hier, Psychospiele in ebenfalls allen bekannten Facetten dort - verbunden mit hektischen Schnitten und Montagen.

Ein homogenes Ganzes entsteht nicht, dafür fehlt die Konsequenz, und dafür ist "Pandorum" zu geschwätzig. Alles, was passiert, wird erklärt. Bower erinnert sich stückchenweise, visualisert wird das mit teilweise enervierend pathetischen Rückblenden, verbunden mit Holzhammerpädagogik. Da geht es um vom Menschen geschaffene Evolutionsbeschleuniger, um das Überleben des Stärkeren und schlussendlich um das Tier im Manne.

Es sei "eine Riesengeschichte, mit 'Star Wars' vergleichbar", freute sich Dennis Quaid über "Pandorum" und verriet in einem Interview, dass Vorgeschichte und Fortsetzung bereits geplant sind. Als Produzent war unter anderem Paul W.S. Anderson maßgeblich an dem Projekt beteiligt, der als Regisseur von "Event Horizon", "Resident Evil" und "Alien vs. Predator" seine Erfahrung mit düsterer Horroraction einbrachte. Seine Handschrift ist unverkennbar, Alvart hat sie allerdings zu sehr kopiert, ohne sie wirklich gelesen zu haben. Das wird beim Showdown und dem kitschigen Schluss überdeutlich.

Andreas Fischer

Credits:
V:Constantin, D/USA 2009, R: Christian Alvart, D: Dennis Quaid, Ben Foster, André Hennicke u.a.

Laufzeit: 109 Min.

Kinostart:
01. Oktober 2009


Christian Alvart machte mit "Antikörper" in Hollywood auf sich aufmerksam - nun drehte der Regisseur mit internationalen Stars den SciFi-Thriller "Pandorum".
Christian Alvart machte mit "Antikörper" in Hollywood auf sich aufmerksam - nun drehte der Regisseur mit internationalen Stars den SciFi-Thriller "Pandorum". (Constantin)

Allein auf einem Raumschiff: Lieutenant Payton (Dennis Quaid) weiß nicht weiter.
Allein auf einem Raumschiff: Lieutenant Payton (Dennis Quaid) weiß nicht weiter. (Constantin)

Der junge Corporal Gallo (Cam Gigandet, links) riskiert gegenüber Lieutenant Payton (Dennis Quaid) eine eigene Meinung.
Der junge Corporal Gallo (Cam Gigandet, links) riskiert gegenüber Lieutenant Payton (Dennis Quaid) eine eigene Meinung. (Constantin)

Datum: 27.09.2009

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