Die Edelgangster drehen auch in "Ocean's 13" krumme Dinge
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Ocean's 13
Glaubt man Regisseur Steven Soderbergh, dann drehte er die gesamte "Ocean's"-Reihe nur aus einem einzigen Grund: um das nötige Kleingeld für seine unkommerziellen, ambitionierteren Filmprojekte zu erwirtschaften. Indes, mit seinem sperrigen Revoluzzer-Zweiteiler "Che" wurden in diesem Jahr nicht einmal die Kritiker richtig warm. Die stilvollendeten und leichtfüßigen Gaunerstücke um den Casinodieb Danny Ocean (George Clooney) bleiben dagegen eine sichere Bank. 12,5 Millionen Euro spielte "Ocean's 13" 2007 alleine in Deutschland ein. ProSieben präsentiert den dritten Teil der starbesetzten Edelgangsterreihe nun in der Free-TV-Premiere.
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Der großartige, aber hier etwas unterforderte Al Pacino verkörpert den größenwahnsinnigen Casino-Mogul Willy Bank mit perfektem Pokerface. Sein neues, superschickes Spieletablissement für Kunden, die auch mal siebenstellig setzen, soll alles bisher Dagewesene in Las Vegas überstrahlen. Doch der schmierige Superbösewicht macht sich Feinde, womit das dritte Abenteuer (nach 2001 und 2004) mit einer neuen Note aufwartet: Bei diesem Coup geht es nicht um persönliche Bereicherung, sondern um Freundschaft und Rache.
Danny Oceans Mentor und Freund Reuben (Elliott Gould) fällt nämlich auf die linken Machenschaften Willy Banks herein und landet ruiniert und verzweifelt im Krankenhaus. Als Danny davon erfährt, trommelt er die anderen zusammen. Ganz Gentleman bietet er dem Casino-Schurken noch die Chance, seinen Fehltritt zu korrigieren. Doch der lacht ihm ins Gesicht und besiegelt damit sein Schicksal.
Gezinkte Karten, ein Ass im Ärmel - das war einmal. Wer im digitalen Zeitalter das Prinzip "Die Bank gewinnt immer" außer Kraft setzen will, muss adäquate Waffen wie einen Millionen teuren Tunnelbohrer auffahren. Die Manipulation an den Spieltischen beginnt schon weit früher, etwa bei der Herstellung der Würfel in einer Fabrik in Mexiko. Der Großangriff am Tag der Casino-Eröffnung sowie die Vorbereitungen finden auf vielen Ebenen statt, immer passiert etwas.
Neben technischen Tricks spielt auch die menschliche Komponente eine Rolle. Da gibt es einen falschen Hotelkritiker, der umworben wird, während der echte einen Albtraum erlebt. Oder die knallharte Hotelmanagerin und Vertraute von Bank (wirkt frisch geliftet: Ellen Barkin), die dank einer Prise Pheromone in den Händen von Linus (Matt Damon) in einer albernen Szene dahinschmilzt.
Missgeschicke beim großen Coup, die Improvisationen in letzter Minute erfordern, sorgen für zusätzliche Spannung. Als Zugeständnis an die Fans der "Ocean's"-Filme bekam auch der alte Gegenspieler der Bande, Andy Garcia, wieder einen Part. Er steht diesmal mit seiner Finanz-Power auf Dannys Seite. Ein guter Plan amüsiert ihn eben.
Steven Soderberghs Bilder wirken glatt und rundum perfekt wie die Anzüge der Strahlemänner Brad Pitt und George Clooney. Die beiden Hauptdarsteller feiern und ironisieren sich und ihr Privatleben zur Freude des Publikums in dem unverbindlich unterhaltsamen Starvehikel aufs Beste. Leichte amerikanische Unterhaltung also, aber auch das ist eine Kunst, Mr. Soderbergh.
Johann Ritter
Wie top gekleidete Hühner auf der Stange: Der harte Kern der "Ocean's 13" plant das nächste große Ding, von links: Matt Damon, George Clooney und Brad Pitt. (ProSieben / Warner)
Der skrupellose Casino-Mogul Willy Bank (Al Pacino) hat Danny Oceans Freund und Mentor Reuben Tishkoff übers Ohr gehauen - ein folgenschwerer Fehler. (ProSieben / Warner)
Macht er den Schnauzbart wieder salonfähig? Danny Ocean (George Clooney) feilt in perfekter Maskerade am großen Coup. (ProSieben / Warner)
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