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"Das Urteil": spannender Justizthriller nach John Grisham

Das Urteil - Jeder ist käuflich

Das hatten sich die Gründerväter der amerikanischen Verfassung gut ausgedacht: Sie wollten, dass die Bürger von ihresgleichen gerichtet werden, und riefen Prozesse mit Geschworenen ins Leben. Allerdings ahnten sie nicht, dass zukünftige Jury-Berater durch die Auswahl der Juroren den Prozess schon nach Belieben entscheiden könnten, bevor er überhaupt beginnt. Wie man für viel Geld seinen Klienten einen Frei- oder Schuldspruch besorgen kann, das weiß Rankin Fitch, die moralisch zweifelhafteste Person in dem vom ZDF wiederholten Justiz-Thriller "Das Urteil" (2003), ganz genau. Fitch kauft die Geschworenen, lässt sie bedrohen und kippt somit das Urteil immer auf seine Seite. Niederlagen? Fehlanzeige - bis jetzt.

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In New Orleans steht die Schadensersatzklage der Witwe eines Börsenmaklers an, deren Mann bei einem Amoklauf erschossen wurde. Angeklagt ist ein allzu sorgloser Waffenkonzern, der, um seinen Hals zu retten, besagten Rankin Fitch (Gene Hackman) engagiert.

Der trifft zum ersten Mal in seiner zweifelhaften Karriere auf einen würdigen Gegenspieler, der ebenfalls die Kunst der Manipulation beherrscht. Nick Easter (John Cusack) gehört selbst zur Geschworenen-Jury dieses Prozesses, verfolgt aber von Anfang an ganz eigene Pläne. Er bildet mit der attraktiven Marlee (Rachel Weisz) ein undurchschaubares Duo, denn sie bietet außerhalb des Gerichtes beiden Seiten das Urteil zum Kauf an.

Doch während Fitch weder enorme Geldausgaben noch kriminelle Machenschaften scheut, überzeugt Easter seine Mitstreiter auf einer zwischenmenschlichen Ebene. Das ist spannend mit anzusehen und lässt beim Zuschauer den Eindruck entstehen, der freie Wille sei wirklich nur ein Mythos.

"Sie halten Geschworene für König Salomon. Ein Gerichtsurteil ist viel zu wichtig, um es der Jury zu überlassen." - Zur Höchstform laufen die Drehbuchschreiber, die auf der Grundlage von John Grishams gleichnamigem Roman arbeiteten, bei den Dialogen auf. Dies, und die bestens aufgelegten Darstellergranden entschädigen für manch unschlüssige Wendung der Handlung.

Dustin Hoffman vervollständigt das großartige Ensemble. Er tritt als höflicher Südstaatenjurist Wendall Rohr auf und verkörpert den weit und breit einzigen moralisch integren Menschen, der an das Rechtssystem und einen fairen Prozess glaubt. Übrigens standen die seit ihrer Studienzeit eng befreundeten Oscar-Preisträger Hackman und Hoffman hier nach 46 Jahren erstmals gemeinsam vor der Kamera.

Während Gene Hackmans Karriere seit rund fünf Jahren auf Eis liegt, sind die jüngeren Kollegen Rachel Weisz und John Cusack in Kürze wieder im Kino zu sehen. Weisz wird ab 21. Januar 2010 in Peter Jacksons Literaturverfilmung "In meinem Himmel" die Mutter eines Mordopfers spielen. Cusack ist bereits ab 12. November in Roland Emmerichs aufwendigem Endzeitepos "2012" zu sehen.

Jasmin Herzog


Der skrupellose Jury-Berater Rankin Fitch (Gene Hackman) soll einem Waffenkonzern aus der Klemme helfen. Um den Prozess zu gewinnen, ist ihm wirklich jedes Mittel recht.
Der skrupellose Jury-Berater Rankin Fitch (Gene Hackman) soll einem Waffenkonzern aus der Klemme helfen. Um den Prozess zu gewinnen, ist ihm wirklich jedes Mittel recht. (ZDF / Zade Rosenthal)

Der Geschworene Nick Easter (John Cusack) hat mit seiner Freundin Marlee (Rachel Weisz) eigene Pläne mit den Jurymitgliedern.
Der Geschworene Nick Easter (John Cusack) hat mit seiner Freundin Marlee (Rachel Weisz) eigene Pläne mit den Jurymitgliedern. (ZDF / Zade Rosenthal)

Marlee (Rachel Weisz) spielt ein gefährliches Spiel.
Marlee (Rachel Weisz) spielt ein gefährliches Spiel. (ZDF / Zade Rosenthal)

Datum: 19.10.2009

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