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"Godzilla" ist eine langweilige Echse

Godzilla

Mit einer kleinen Plastikfigur, erst noch schamvoll in ein Tüchlein gehüllt, dann stolz präsentiert, erwarb sich Roland Emmerich die Gunst der Japaner. 1954 hatten diese erstmals das Monster ins Kino geschickt. Der Deutsche erhielt die Rechte an "Godzilla", seiner Auffassung nach das einzige Monstrum, das es im direkten Größenvergleich mit den Außerirdischen aus "Independence Day" aufnehmen konnte. So kam sie wieder, diese monströse Mutation einer Echse, die 1998 immerhin drei Millionen Menschen in die deutschen Kinos lockte. Wieder einmal zeigt ProSieben den Film, in dem halb New York in Schutt und Asche gelegt wird.

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Regisseur Roland Emmerich gilt längst als Fachmann für Übergrößen. Aufwendige Eventfilme legt Hollywood gerne in seine Hand, versteht er sich doch nicht nur auf bestes Timing bei den Actionszenen. Er zeichnet sich auch durch seinen sorgsamen Umgang mit Geld aus, das selbst in der US-Filmindustrie nicht mehr ganz so locker wie einst sitzt. "Godzilla" entstand zum Großteil am Computer, und sein Budget erreichte nicht einmal die 100-Millionen-Dollar-Grenze.

Dabei richtet das Vieh eine ganze Menge an in New York: Das asexuelle Wühltier ist rigoros im Straßenverkehr. In seinem Bauch ist ungemein viel Platz für Eier. Und: Eigentlich ist er / sie gar kein unangenehmer Zeitgenosse, sondern folgt lediglich seinem Trieb. Pech fürs Monster, dass es den Nachwuchs ausgerechnet im Madison Square Garden zum Schlüpfen platzieren will. Irgendwann im Film stürzen sich Godzillas ungeheuer fiese Ableger mit Begeisterung aufs Popcorn.

Auch "Godzilla" ist - Popcorn. Unterhaltung, mehr nicht. Das Monster kommt nach New York, weil es sich da so schön verstecken und seine Eier legen kann. Das Militär vernichtet alles vermeintlich Böse, vor allem aber die Stadt selbst.

Es ist, und da steht "Godzilla" seinem außerirdischen Vorgänger "ID4" deutlich nach, ein Mini-Plot, der eine Menge Seltsames erzählt. Wie schlängelt sich ein Hochhaus-hohes Riesenmonster von einem Moment auf den anderen in einen U-Bahn-Schacht? Warum fliegt ein Hubschrauber auf der Flucht vor Godzilla nicht nach oben weg, sondern brav geradeaus - Echsen können nicht fliegen! Besitzt ein dummes Wühltier wie Godzilla die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Autos zu unterscheiden, wenn es darum geht, die Mörder seiner Kinder quer durch die ganze Stadt zu verfolgen?

Emmerichs aktuelles Projekt handelt auch von Schutt und Asche. Diesmal aber trifft es die gesamte Erde. Das Weltuntergansszenario "2012", mit John Cusack und Woody Harrelson in den Hauptrollen, kommt am 12. November in die Kinos.

Tom Ruder


Biologe Dr. Nick Tatopoulos (Matthew Broderick) blickt fassungslos auf das Monster.
Biologe Dr. Nick Tatopoulos (Matthew Broderick) blickt fassungslos auf das Monster. (ProSieben / 1998 Tristar Pictures)

In New York angekommen, wütet Godzilla in den Wolkenkratzerschluchten.
In New York angekommen, wütet Godzilla in den Wolkenkratzerschluchten. (ProSieben / 1998 Tristar Pictures)

Godzilla walzt die halbe Stadt nieder.
Godzilla walzt die halbe Stadt nieder. (ProSieben / 1998 Tristar Pictures)

Datum: 19.10.2009

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