Im neuen Jahr wird "Das Kabinett des Dr. Parnassus" endlich geöffnet. Am 7. Januar kommt der letzte Film von Heath Ledger in die Kinos. Der Schauspieler verstarb im Januar 2008 im Alter von nur 28 Jahren an einer wahrscheinlich versehentlich überdosierten Mischung verschreibungspflichtiger Medikamente. Mit Hilfe von Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law konnte Regisseur Terry Gilliam den Fantasy-Film vollenden. Sie übernahmen Ledgers Rolle in den noch nicht abgedrehten Szenen. ProSieben zeigt nun einen großen Hit des Australiers. Die Münchner wiederholen "Ritter aus Leidenschaft" (2001), einen bunten Mix aus mittelalterlichem Setting, moderner Rockmusik und einer romantischen Liebesgeschichte, zur besten Sendezeit.
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Schon zu Beginn schlägt "A Knight's Tale" (Originaltitel) Töne an, die recht deutlich machen, dass Historientreue in diesem Mittelalter-Spektakel keine sonderlich große Rolle spielt. Mitgröl-Klassiker von Queen und AC/DC schallen aus nicht vorhandenen Lautsprechern, das Volk rockt im Takt, und beim Zuschauer weicht das erste Stirnrunzeln einem amüsierten Lächeln.
Aber gemach: William (Ledger) träumt schon als kleiner Junge davon, als nobler Turnier-Ritter Massen zu begeistern - für den Sohn eines Dachdeckers eigentlich undenkbar. Doch immerhin gelingt es seinem Vater, ihn bei einem Ritter als Knappen unterzubringen. Als der überraschend vor einem Turnier den Morgenstern abgibt, nutzt William die Gunst der Stunde. Mit seinen treuen Recken Roland (Mark Addy) und Wat (Alan Tudyk) sowie dem fahrenden Dichter Geoffrey Chaucer (spielt die einzige historische Persönlichkeit: Paul Bettany) macht er sich auf, unter falschem Namen, dafür mit eisernem Willen und hölzerner Lanze in die Champions League der Ritterturniere - nun ja - vorzustoßen. Und weil William nicht nur alle Trophäen abräumt, sondern auch das blaublütige Babe Jocelyn (Shannyn Sossamon) für sich gewinnen kann, zieht er den Hass des bösen Count Adhemar (Rufus Sewell) auf sich.
Zugegeben: Die Story von "Ritter aus Leidenschaft" ist simpel gestrickt und folgt einer zutiefst amerikanischen Weisheit von Williams Vater: Ein jeder kann sein Schicksal verändern. Weil sich Brian Helgelands Popcorn-Movie aber nicht in verwirrenden Nebenhandlungen verstrickt und herrlich skurrile Unterhaltung bietet, funktioniert das Ganze sogar erstaunlich gut.
Bernd Fetsch
William (Heath Ledger) träumt davon, ein Ritter zu sein. (ProSieben / 2003 Sony Pictures Television International)
Die schöne Lady Jocelyn (Shannyn Sossamon, rechts) hat es William angetan. Zusammen mit ihrer Zofe Christiana (Bérénice Bejo) verfolgt sie die Turniere. (ProSieben / 2003 Sony Pictures Television International)
William (Heath Ledger) hat sich in Jocelyn (Shannyn Sossamon) verliebt. (ProSieben / 2003 Sony Pictures Television International)
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