Der SciFi-Thriller "The Final Cut" erzählt eine originelle Geschichte
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The Final Cut - Dein Tod ist erst der Anfang
Leider kann man die Menschen ja in aller Regel nicht mehr danach fragen, was in den letzten Augenblicken vor ihrem Ableben in ihnen vorging. Doch stimmt die Rede vom inneren Film, der vor dem Exitus abläuft, dann griff der US-Thriller "The Final Cut - Dein Tod ist erst der Anfang" eine nahe liegende Idee auf. Mittels eines Chips, werden die inneren Bilder aus dem Leben eines Menschen in diesem Zukunftsszenario aufgezeichnet und für die Nachwelt aufbereitet. Ein hübscher Science-Fiction-Einfall also, den der libanesische Regienovize Omar Naim 2004 durchaus schlüssig in Szene setzte. Dennoch kam sein Film über die Macht der Bilder, den das ZDF nun in Erstausstrahlung zeigt, beim Publikum nicht an. Nicht einmal eine halbe Million Dollar spielte "The Final Cut" in den USA ein. In Deutschland war er, abgesehen vom Berlinale-Start 2004, nur auf DVD zu sehen.
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Ein bisschen rätselhaft ist dieses Scheitern schon. Denn das Thema ist spannend, und mit Robin Williams konnte ein Publikumsmagnet für die Hauptrolle gewonnen werden. Williams spielt Alan W. Hackman, einen besonders versierten Schnittmeister der Firma Zoë-Tech, einen der Herren über die inneren Bilder. Aus der "Rememory-Rolle" Verstorbener, so heißt der gespeicherte Lebensfilm aus der Subjektiven, montiert er ein pointiertes Best-of, das den Hinterbliebenen bei der Beerdigungsfeier vorgespielt wird. Da versteht es sich, dass es sämtliche unvorteilhaften Szenen nicht durch seine Zensur schaffen. Hackman vergibt nicht alle Sünden, er schneidet sie einfach raus.
Als der Speicherchip des Zoë-Tech-Firmengründers, soeben verschieden, auf seinem Schneidetisch landet, gerät der diskrete Spezialist plötzlich zwischen die Fronten. Eine militante Gruppe von Gegnern des umstrittenen Bio-Implantats, darunter sein Ex-Kollege Fletcher (Jim Caviezel, Mel Gibsons Jesus in "Die Passion Christi"), drängt danach, das brisante Material für seine Zwecke verwenden zu können. Hackman und seine Freundin Delila (Mira Sorvino, "Lulu on the Bridge") geraten ins Kreuzfeuer.
Datensicherheit, Privatsphäre und die Macht der Bilder: Omar Naim greift ein Bündel relevanter Themen auf, von denen man sich bisweilen wünscht, sie wären konsequenter, mutiger und experimenteller zu Ende gedacht worden. Doch wenn sich Hackman, der Herr der Biografien, zusehends selbst in den Bildern seiner Klienten verirrt, dann wird schön deutlich, wie die Allmacht des Visuellen das Leben unter sich begräbt.
Johann Ritter
Alan Hackman (Robin Williams), Herr über die Bilder fremder Leben, stößt zusehends auf dunkle Flecken in der eigenen Biografie. (ZDF / Rob McEwen)
Alan Hackman (Robin Williams) ist in Gefahr: Eine Untergrundorganisation will den Speicherchip des verstorbenen Zoë-Tech-Firmengründers in ihren Besitz bringen. (ZDF / Rob McEwen)
Delila (Mira Sorvino) und Alan (Robin Williams) sind ein glückliches Paar. Doch schon bald geraten die beiden in Gefahr. (ZDF / Rob McEwen)
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