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Alice In Chains - Black Gives Way To Blue

Alice In Chains Black Gives Way To Blue

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Wie war das noch gleich? "We're tired of the 90ies / But we're tied to the 90ies", sangen Travis anno 1997 und treffen damit den Nagel auf den Kopf. Schon gegen Ende der 90er-Jahre konnten viele das Jahrzehnt nicht mehr ertragen. Aber man kommt ja nicht so einfach davon los. Das gilt auch für "Black Gives Way To Blue", das klingt, als wären Alice In Chains 1997 in einen DeLorean aus "Zurück in die Zukunft" gestiegen und direkt ins Jahr 2009 gezischt.

Düster, ausweglos, heavy und groovy zugleich fallen die Doom-Riffs über dem Hörer zusammen, und wie ein tonnenschwerer Anker zerrt einen der unverkennbare (hier und da zweistimmige) Gesang von Gitarrist/Chef-Songwriter Jerry Cantrell und Staley-Nachfolger William DuVall in die Tiefe. Wenn man nicht wüsste, dass Staley vor sieben Jahren den Heroinlöffel abgegeben hat, man würde ihn tatsächlich nicht vermissen. Und dass sich Cantrell und DuVall an der Grunge-Ikone orientieren, geht absolut in Ordnung: Sie führen einfach sein Erbe fort - und bedienen gleichzeitig die Erwartungen der Fans, klar.

Das Album-Comeback kann sich hören lassen, selten geriet eine Reunion so überzeugend. Dennoch: Irgendwie mutet das insgesamt vierte Studioalbum (und das erste seit 14 Jahren) der Seattler zeitlich entrückt, ja geradezu unzeitgemäß an. Wer traut sich denn heutzutage noch, derart Riff-basierte Kompositionen abzuliefern, seinen Stiefel durchzuziehen und in einem Song so viele verschiedene Songansätze unterzubringen, die mindestens einmal einfach nur hintereinander geklopft wurden? Wir sind hier doch nicht im Thrash Metal. Keine Frage, Alice In Chains kommen damit durch. Ja, sogar damit, dass Elton John einen Piano-Beitrag zum Titelsong liefert. Und dass das Gedenken an Layne Staley vielleicht etwas zu sehr in den Hintergrund gerät.

Lothar Gerber


Datum: 27.09.2009

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