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Shakira sucht in "She Wolf" nach neuen Klängen

Shakira She Wolf

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Auch Shakira selbst muss es erkannt haben: Alleine auf einem sexy Hüftschwung und dem dazu passenden Latin-Pop lässt sich auf Dauer keine Karriere aufbauen. Denn auf ihrem neuen Album "She Wolf" wagt die Kolumbianerin einen Ausfallschritt auf dem ihr angestammten Dancefloor, schüttelt ihr langes, blondes Haar zu Rhythmen und Beats aus aller Welt. Das ist vielleicht kein so großer und Karriere fördernder Schritt wie ihre Entscheidung, nach anfänglichen Erfolgen in Lateinamerika nicht mehr spanisch, sondern englisch zu singen. Aber definitiv ein richtiger.

Für das "klangtechnische Experiment", wie Shakira selbst die vorsichtige Neuausrichtung ihres Sounds nennt, holte sie sich unter anderem John Hill ins Boot. Auf dem Papier keine schlechte Wahl: Schließlich bewies der Santigold-Intimus auf deren letztjährigem Album, dass sich zeitgemäße Produktion, weltmusikalische Beats und charttauglicher Pop-Appeal keinesfalls ausschließen müssen.

Seltsamerweise sind aber gerade die Stücke, bei denen Shakira auf Hills Hilfe zurückgreift, eher schwächer. Gerade bei "She Wolf", der Vorabsingle, wirken die eingesetzten Stimmeffekte und Klangexperimente, aber auch die Funkgitarre lächerlich und aufgesetzt. Eben gerade so, als ob sich ein Produzent ausgedacht hätte, Shakiras Sound jetzt mutwillig aufpeppen zu müssen. Ähnlich peinlich ist "Mon Amour", bei dem die Sängerin ziemlich urplötzlich einen Tanzschritt Richtung Girlie-Rockpop macht. Aber auch diese Avril-Lavigne-Nummer nimmt man der 32-Jährigen nicht recht ab.

Dafür aber tatsächlich die Suche nach neuen Einflüssen. Weltmusik, Dancehall, orientalische und Hindu-Musik. Den Einsatz von Tambourinen und Klarinetten hat die Sängerin nach eigenen Angaben studiert. Und bei Songs wie "Did It Again", "Long Time" oder "Good Stuff" mit Hilfe von Pharrell Williams (Neptunes) auf vorsichtige Weise in ihren Latin-Pop-Sound integriert. Klar: "She Wolf" ist deswegen noch nicht wirklich fortschrittlicher Pop. Aber es ist ja auch ein Fortschritt für den normalen Radiohörer, wenn nicht jeder Shakira-Song nach Schema F klingt. Und definitiv auch gut für Shakira, wenn sie in Zukunft nicht nur auf ihren Hüftschwung, sondern auch auf akzeptable Popsongs setzt.

Stefan Weber


Datum: 17.10.2009

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