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Tina Dico - In The Red

Tina Dico In The Red

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Es sind oft die einsamen, traurigen Momente im Leben, die schöpferische Kraft entfachen. Auch Tina Dico, der dänischen Sängerin / Songwriterin, erging das so, als sie nach London zog, um nach (positiver) Inspiration zu suchen. Was sie dort erwartete, war allerdings zu Beginn eher ernüchternd: kahle Wohnung, langweiliger Ausblick aus dem Fenster, kaum Kontakt zu den Menschen. Geschadet hat ihr diese Erfahrung nicht, sondern vielmehr geholfen: So konnte ihr erstes internationales Album "In The Red" entstehen, das die 29-Jährige nun veröffentlicht. "Einige Songs dieser Platte habe ich in dieser Phase entwickelt."

So ist es denn auch: "In The Red" - was übersetzt bezeichnenderweise so viel bedeutet wie "im roten Bereich" - handelt zu einem Großteil von Tristesse, Sehnsucht und Einsamkeit. Von den kleinen Momenten im Leben, die einen großen Eindruck hinterlassen haben. Vom Grübeln und Philosophieren. Was könnte zu einer solchen Stimmung besser passen, als spärlich instrumentierte Melodien mit vorsichtigem Piano, einer leisen Akustik-Gitarre und zurückhaltenden Streichern?

Sowohl Trauerklöße als auch Dauer-Freudestrahler müssen allerdings aufpassen. Zu intensives Beschäftigen mit den 13 Songs und dem Bonus-Video von "Room With A View" kann ungeahnte Auswirkungen auf den Geist haben: Entweder die Tränen kullern nach einer Überdosis "In The Red" in noch kürzeren Abständen die Wangen hinunter oder die gute Laune schlägt abrupt in Melancholie um. Schon die ersten drei Songs, "Losing", "Warm Sand" und "Nobody's Man" - sicher die stärksten Pop-Balladen des Albums -, sind ein Motor für plötzlich emporsprudelnde Emotionen. Gegen Ende der fast einstündigen Vorstellung verlieren die Lieder etwas an Reiz und wirken eher einschläfernd als eindringlich - vielleicht aber eine Möglichkeit, der Niedergeschlagenheit wieder zu entkommen ...

Dennoch: Tina Dico hat großes Talent, richtige Worte mit richtigen Tönen zu einer stimmigen Einheit zu vermengen. Und selbst mit dem Produzenten hat sie einen Glücksgriff getan: Chris Potter, der bereits so namhafte Bands und Künstler wie Blur, Richard Ashcroft, Mick Jagger oder The Verve zu großen Erfolgen verholfen hat, zeichnet für die Produktion des Albums verantwortlich.

Julia Schöppner


Datum: 14.10.2006

Diskussion: "Tina Dico - In The Red"

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