Matthias Schweighöfer gibt einen guten "Schiller" ab
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Schiller
Kaum ein Jubiläumsbeitrag machte im Schillerjahr 2005 (200. Todestag des Dichters) so viel Furore wie das Biopic "Schiller" mit Matthias Schweighöfer, das ARTE nun wiederholt. Regisseur Martin Weinhart konzentrierte sich auf eine kurze Zeitspanne - die Jahre 1782 bis 1785: Der 21-jährige Rebell und Regimentsarzt Schiller flieht - nach dem Erfolg seines Erstlings "Die Räuber" mit Schreibverbot bestraft - aus dem Stuttgarter Eliteinternat des Württemberger Herzogs Karl Eugen nach Mannheim, um am dortigen Nationaltheater als Hausdichter Karriere zu machen. Allerdings wartet auf ihn dort ein ebenso aufregendes wie intrigantes Leben.
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Seit seinem zwölften Lebensjahr war Schiller in der Stuttgarter Eliteschule des württembergischen Herzogs Karl Eugen kaserniert. Fasziniert von der für ihn neuen Welt des Theaters flieht er heimlich mit seinem Freund Andreas Streicher (Christian Näthe) - er hat nichts als zwei alte Pistolen im Gepäck. In der Kurpfalz erwartet ihn das intrigante Leben am Mannheimer Hof- und Nationaltheater.
Sein zweites Stück "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" findet beim Mannheimer Intendanten Dalberg nur wenig Gefallen, zudem gibt es für die Stelle des Hausautors bereits einen erfolgreichen Konkurrenten - den gleichaltrigen Schauspieler und Autor August Wilhelm Iffland. Das Schicksal will es, dass dieser um die selbe Frau wie Schiller wirbt: die hinreißende Nachwuchsschauspielerin Katharina Baumann (Teresa Weißbach).
Zudem ist der Dichter wegen seiner Schulden von der Haft bedroht, die Soldaten des Herzogs von Württemberg verfolgen ihn weiterhin. Selten ging es beim Kampf um Anerkennung und die Kunst so sehr ums nackte Überleben wie in diesem Fall.
Der Film "Schiller" wird durch und durch von seinem Hauptakteur getragen: Rote, zerzauste Haare und ein durchdringend ideeller Blick - so ungefähr muss auch das Vorbild in seinen jungen Jahren gewesen sein. Matthias Schweighöfer spielt Schiller so glaubhaft, als wäre er es selbst - ein junger Wilder auf dem Weg zum Ruhm, fernab aller verstaubten Literaturhistorie. Einige gestelzte Klassikersätze nimmt man im Verlauf der turbulenten Geschichte gern in Kauf - die Schulpflicht ruft eben auch.
Um 22.30 Uhr sendet ARTE anlässlich des Schillerjahres 2009 (250. Geburtstag) Andreas Kriegenburgs Neuinszenierung von "Kabale und Liebe" am Düsseldorfer Schauspielhaus in einer Fernsehaufzeichnung. Kriegenburg gilt als einer der spannendsten deutschen Regisseure der Gegenwart.
Hans Czerny
Er spielt wie ein echter Schiller: Matthias Schweighöfer (links) mit Regisseur Martin Weinhart. (SWR / Rolf v.d. Heydt)
Friedrich Schiller (Matthias Schweighöfer) in der Uniform des württembergischen Regimentsarztes. Mit 21 floh er aus Stuttgart nach Mannheim. (SWR / Rolf v.d. Heydt)
Der Mannheimer Buchhändler Schwan (Ulrich Noethen, links) ist ein Bewunderer und Förderer von Schillers (Matthias Schweighöfer) dichterischen Werken. (SWR / Rolf v.d. Heydt)
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