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Lauren Bacall
Eine der Letzten ihrer ArtSchauspielerin Lauren Bacall Den alten Zeiten nachtrauern muss sie nicht. Obgleich sie als eine der letzten Grand Dames Hollywoods auf die 90 zugeht, ist sie nach wie vor als Darstellerin gefragt. Lauren Bacall, die am 16. September 85 Jahre alt wird, mischt noch gut mit, hält aber dennoch große Stücke auf die goldene Ära des amerikanischen Kinos. Sätze wie: "Es gab bessere Filme, talentiertere Regisseure und Autoren", und "Wo sind die Cagneys, die Gables, die Stewarts, die Bogarts?" suggerieren zweifelsohne eine gewisse Missachtung, des aus ihrer Sicht zu schnelllebigen Filmgeschäftes der Gegenwart. Anzeige
Lauren Bacall galt, als sie 1944 an der Seite ihres späteren Ehemannes Humphrey Bogart ihre Karriere in der Hemingway-Verfilmung "Haben und Nichthaben" begann, als eine der schönsten Frauen Hollywoods. Die Stärke und die weibliche Dominanz, die sie ausstrahlte, waren das Sinnbild einer neuen Frauenrolle. Einer, die sich durchzusetzen vermag gegen männliche Domänen, ohne dabei ihren Sexappeal zu verlieren. Noch heute, im betagten Alter, ist diese verruchte Erotik, die sie früher ausstrahlte, zu erahnen. Ihre große Zeit als Schauspielerin waren die späten 40er- und 50er-Jahre. Danach machte sich die Mutter dreier Kinder, zwei aus der Ehe mit dem 1957 verstorbenen Bogart, rarer auf der Leinwand. Außer einigen Gastspielen in Fernsehserien drehte sie gerade mal eine Hand voll Filme. "Der Mörder mit der Gartenschere" (1964), "Ein Fall für Harper" (1966), zusammen mit Paul Newman oder "Mord im Orient Express" (1974) mit Ingrid Bergmann, zählen zu den wichtigsten Produktionen dieser beruflich eher ruhigen Dekaden. Lauren Becall befindet: "Die Mehrzahl der jungen Mimen heutzutage will berühmt und reich werden - und das möglichst schnell. Dass es sich bei der Schauspielerei um ein kreatives Handwerk handelt, das man lernen muss, das begreifen viele nicht." Dennoch scheint sie immer noch Freude daran zu haben, mit der jungen Generation zu drehen. Zweimal schon stand Frau Bacall jüngst für den dänischen Avantgarde-Filmer Lars von Trier vor der Kamera. In dessen amerikakritischen Werken "Dogville" (2003) und "Manderley" (2005) übernahm Bacall zweimal eine Hauptrolle. Für den US-Regisseur Paul Shrader nahm sie in "The Walker" (2007) ebenso einen wichtigen Teil des Darsteller-Ensembles ein. Derzeit leiht die Schauspielerin der Figur Posche für den Animationsfilm "Firedog" ihre markante Stimme. Neuland ist die Synchronisation von derartigen Kinderfilmen für sie keineswegs. Für das japanische Zeichentrick-Meisterwerk "Das wandelnde Schloss" (2004) sprach sie die böse Hexe. Ein Ende ihrer Darsteller-Laufbahn ist noch nicht in Sicht. Die Sinnlichkeit, den Jahrzehnten geschuldet, mag entschwunden sein, Präsenz, Ausstrahlung und eine natürliche Autorität sind Lauren Bacall aber nach wie vor treu. Daniel Heim |
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