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Zwiespältig: "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia"

Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia

"Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia" beginnt gar nicht märchenhaft, sondern ganz schön real. Der "German Blitz", wie die Briten die deutschen Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg nannten, schlägt mit voller Wucht über England ein. Wie ein Heuschreckenschwarm tauchen die Flugzeuge am Himmel auf und werfen ihre Brandbomben über London ab. Sie zwingen die vier Pevensie-Geschwister zur Flucht aufs Land. Das Fantasy-Märchen lockte 2005 fast vier Millionen deutsche Zuschauer ins Kino. Die Fortsetzung, "Prinz Kaspian von Narnia", folgte im Sommer 2008 und spielte weltweit über 140 Millionen US-Dollar ein. Der dritte Teil, "Die Reise auf der Morgenröte", soll am 9. Dezember 2010 in den deutschen Kinos anlaufen. Sat.1 zeigt den ersten Film zum wiederholten Male.

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Zu ihrer eigenen Sicherheit wurden Lucy (Georgie Henley), Peter (William Moseley), Susan (Anna Popplewell) und Edmund (Skandar Keynes) aufs Land gebracht. Beim Versteckspielen findet Lucy in einer vergessenen Kammer einen geheimnisvollen Schrank. Durch ihn betritt sie eine mysteriöse Winterwelt und trifft Mr. Tumnus (James McAvoy). Der ist ein Faun, ein griechisches Fabelwesen aus Mensch und Ziege.

Wieder zurück in der Realität glauben Lucys Geschwister natürlich nichts von ihrer abenteuerlichen Geschichte, bis sie sich selbst in Narnia wiederfinden und das Land vom Fluch der weißen Hexe Jadis, von Tilda Swinton mit viel Lust an der Bosheit gespielt, befreien müssen. Die vier Pevensie-Kinder verbünden sich mit dem Löwen Aslan, dem Heilsbringer Narnias, und kämpfen an der Seite von sprechenden Bibern, Einhörnern, Faunen.

Der Höhepunkt des Films ist die finale Schlacht: Riesige computergenerierte Heere stürzen aufeinander zu - allerdings fließt in Narnia kein Blut. Nicht der kleinste Tropfen ist auf den Schwertern der Kämpfer zu sehen. Es ist eine gesittete Metzelei, ohne Grauen, fast schon kleinkindgerecht. Und das ist ein echtes Problem des Films, der versucht, ein waschechtes Kinderbuch auf Erwachsenenunterhaltung zu trimmen, und dabei scheitert.

Die kindliche Verspieltheit in der klinisch sauberen Inszenierung wird von steifer Moral erschlagen, die Figuren sind nur angerissen und nicht ausgeformt. Das hätte subtiler gelöst werden können. Zumal der Opfertod und die Auferstehung Aslans als Jesus-Gleichnis - C.S. Lewis hat die Chroniken mit zahlreichen Bibel-Bezügen gespickt - recht beiläufig inszeniert wurde, natürlich mit einem märchenhaften CGI-Getümmel. Erschwerend kommt hinzu, dass Regisseur Andrew Adamson durch die Story hastet und dabei ins Stolpern gerät. Es bleibt keine Zeit für Details, für Erklärungen und dramatische Entwicklungen.

Andreas Fischer


Lucy (Georgie Henley) macht bei ihren Streifzügen durch das fremde Haus eine fantastische Entdeckung.
Lucy (Georgie Henley) macht bei ihren Streifzügen durch das fremde Haus eine fantastische Entdeckung. (Sat.1 / Disney Enterprises)

Aslan ist der mächtige König von Narnia.
Aslan ist der mächtige König von Narnia. (Sat.1 / Disney Enterprises)

Die unheimliche Hexe Jadis (Tilda Swinton) versetzt die Bewohner von Narnia in Angst und Schrecken.
Die unheimliche Hexe Jadis (Tilda Swinton) versetzt die Bewohner von Narnia in Angst und Schrecken. (Sat.1 / Disney Enterprises)

Datum: 12.11.2009

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