"The Producers" zeigt, dass man über Hitler lachen kann
.
The Producers
Kann man Hitler als banale Krämerseele zeigen? Dürfen die Zuschauer über die Nazis lachen? Solche Fragen werden in Deutschland immer noch ernsthaft diskutiert. "So what!" hätte Mel Brooks schon vor fast 40 Jahren dazu gesagt. Klar darf man das. Mit "Frühling für Hitler" trat Brooks 1968 in die Fußstapfen von Charlie Chaplins "Der große Diktator" und Ernst Lubitschs "Sein oder Nichtsein". Dennoch scheint man bei kabel eins dem Braten nicht ganz zu trauen: Die TV-Premiere des Hollywood-Hits "The Producers", mit dem Matthew Broderick die Musicalkomödie neu aufpolierte, wurde von den Planern am Sonntagnachmittag im Programm versteckt.
Anzeige
Der jüdische Filmemacher Dani Levy macht Hitler in seinem jüngsten Film "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" zur Witzfigur - und bezog heftige Prügel von der Presse. In den USA sieht man die Angelegenheit aber ohnehin lockerer. "Frühling für Hitler" (1967) - Brooks' erster Film - war Provokation in Reinkultur: frech, respektlos und auch ein bisschen zynisch. Brooks drosch kräftig ein auf Altnazis, aber auch auf geldgeile Broadway-Produzenten und die Auswüchse der Entertainment-Industrie. Die Thematik des Films ist zeitlos, und eben darum konnte Brooks sein Werk 2001 mit großem Erfolg zum Broadway-Musical umgestalten. "The Producers" ist nun die Filmversion des Musicals, das wiederum auf "Frühling für Hitler" beruht. Die Regie übernahm diesmal nicht Mel Brooks selbst, sondern Susan Stroman, die auch am Broadway inszenierte.
Das Ensemble rekrutierte Stroman weitgehend von der Bühne. Nathan Lane spielt den entthronten Broadway-König Max Bialystock, der seit Jahren nur noch Flops produziert. Dann schneit auch noch der farblose Buchhalter Leo Bloom (Matthew Broderick) in sein Büro, um seine Bilanzen zu überprüfen. Der neurotische Erbsenzähler bringt Bialystock auf eine Idee, wie mit einem Riesenflop der ganz großen Reibach zu machen ist. Dazu fehlt nur noch das mieseste Musical, das jemals am Broadway aufgeführt wurde.
Hier kommt der paranoide Altnazi Franz Liebkind (Will Ferrell) ins Spiel. Sein Bühnenstück "Frühling für Hitler", eine Art Huldigung an den "Führer", scheint für das erhoffte Fiasko prädestiniert. Zudem werden ein völlig talentfreier Regisseur (Gary Beach) und eine sexy Hauptdarstellerin bar jeglicher Englischkenntnisse (Uma Thurman) engagiert. Der Spaß kann beginnen.
Bei kabel eins, einem Sender, der eigentlich fast nie mit Film-Erstausstrahlungen glänzen darf, bekamen die Planer allem Anschein nach dennoch kalte Füße. Aus Angst, dass dem großen Publikum so mancher Lacher im Hals stecken bleiben könnte, läuft die TV-Premiere jetzt versteckt im Sonntagsprogramm um 14.05 Uhr. Offiziell wird die eigenwillige Platzierung damit begründet, dass man nach der Wiederholung von "Number One!" mit Markus Kavka, sonntags um 13.05 Uhr, ein "musikaffines Umfeld" schaffen wollte, so eine Sendersprecherin. "Dort passt der Film programmlich besser hin", heißt es bei kabel eins. Eine spätere Ausstrahlung von "The Producers" zur besten Sendezeit schließt die Sprecherin aus.
Rupert Sommer
Können die Deutschen endlich über sich selbst lachen? In "The Producers", dem quietschbunten Musical-Remake mit Matthew Broderick (links), Uma Thurman und Nathan Lane, müssen sie das - ob sie wollen oder nicht. (Sony Pictures)
Leo Bloom (Matthew Broderick, rechts) und Max Bialystock (Nathan Lane) haben mit Ulla (Uma Thurman) die passende Schauspielerin für ihr Stück gefunden. (Sony Pictures)
Schwedenhappen Ulla (Uma Thurman) verdreht sowohl Max Bialystock (Nathan Lane, links) als auch Leo (Matthew Broderick) den Kopf. (Sony Pictures)
Alles Bangen und Hoffen half nichts. "Enterprise", die fünfte "Star Trek"-Ablegerserie, wurde vom amerikanischen Sender United Paramount Network aufgrund anhaltend schwacher Quoten vorzeitig im Mai vergangenen ...
Das ist der Film, in dem Captain Kirk sein Leben lassen musste. Zweifellos war es 1994 an der Zeit, von der alten Crew des "Raumschiffs Enterprise" im Kino nach sechs Filmen Abschied zu nehmen. Sie waren ...
"Ich bin nicht Spock" - mit diesem Buchtitel schockte Leonard Nimoy in den 70er-Jahren die Trekker. Man munkelte, er wolle die Enterprise nie wieder betreten. Doch dann kam alles anders. Für den dritten ...
Die Trekker haben es nicht leicht. Nachdem im Mai die vierte und letzte Staffel der Serie "Star Trek: Enterprise" auf DVD veröffentlicht wurde, schien es gar so, als ob sich eine Ära dem Ende neigen würde. ...
Die Kunst der "Star-Trek"-Filme lag stets darin, dem Trekker Nachvollziehbares zu präsentieren. Er muss frühzeitig Hintergründe der Geschichte verstehen und somit in der Lage sein, die Ereignisse in einen ...
Der vierte Teil der "Star Trek"-Kinofilme sollte, darauf hatten sich die Verantwortlichen schnell geeinigt, eine Zeitreise der "Enterprise"-Crew zum Thema haben. Schon eine Episode der TV-Serie hatte Kirk ...
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream