Jugend in den wilden 70ern: "C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben"
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C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben
Regisseur Jean-Marc Vallée schafft mit seinem Film "C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben" (2005) ein neues Subgenre: das Coming-out-and-Coming-of-Age-Drama. Hinter dem Filmtitel verbergen sich die Initialen der fünf Söhne der Familie Beaulieu aus dem kanadischen Montréal: Christian, Raymond, Antoine, Zachary und Yvan. Die drei älteren sind wenig begeistert, als ihnen Zach 1960 mit seiner verfrühten Geburt die Weihnachtsbescherung verdirbt. Die Geschwisterliebe wird auch weiterhin durch Konkurrenzkampf getrübt, denn Zach (Marc-André Grondin) avanciert bald zum Lieblingskind seiner Eltern - bis er sich outet. ARTE zeigt seinen Selbstfindungstrip zur besten Sendezeit um 21.00 Uhr.
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Der in seiner kanadischen Heimat mit Preisen überhäufte Film erzählt eine in ihrer Normalität besondere Familiengeschichte, die gleichzeitig eine Zeitreise durch das Lebensgefühl von drei poppig-rockenden Jahrzehnten darstellt. Dabei geht es häufig um Vater-Sohn-Beziehungen, die besonders deutlich im Fall von Ray (Pierre-Luc Brillant), dem Frauenhelden mit Hang zu Drogen und Gewalt, und der Hauptfigur Zach ausgearbeitet werden.
Dieser hat mit seiner Sonderrolle zu kämpfen. Aufgrund seines Geburtsdatums vergöttert ihn die religiöse Mutter (Danielle Proulx), und Vater Gervais (Michel Côté) sieht in ihm das Potenzial für den perfekten Sohn. Doch das ändert sich, als Zach die wichtigste Regel seines Vaters bricht: Sei bloß keine Schwuchtel! Anfangs versucht das vermeintliche Wunderkind noch, den Ansprüchen seines konservativen Elternhauses zu genügen, doch bald hält er das nicht mehr durch. Der Bruch mit seiner Familie ist unvermeidlich - und vielleicht sogar endgültig.
Den Sound zu seiner Selbstfindung liefern Zachs Idole: Pink Floyd, Rolling Stones und der aufstrebende David Bowie. Sie begleiten ihn bei den ersten Erfahrungen mit Liebe, Sex und Drogen und helfen ihm, sich von seinem Vater abzugrenzen. Dieser hört leidenschaftlich gern die Countrysängerin Patsy Klein und Chansonnier Charles Aznavour. Mit seiner liebevollen Ausstattung und den authentischen Kostümen sorgt der Film für viel Emotionen und weckt zudem nostalgische Erinnerungen an eine Jugend in den 70-ern.
Jasmin Herzog
Bei der Musik von Pop-Idol David Bowie kann Zach (Marc-André Grondin) vollkommen abschalten. (ARTE F / Océans Films)
Als Vater Gervais (Michel Coté) die Überreste seiner zerbrochenen Lieblingsplatte findet, rastet er aus. (ARTE F / Océans Films)
Zachary (Marc-André Grondin, rechts) lässt sich von Raymond (Pierre-Luc Brillant) von der Schule abholen - und muss dafür Geld bezahlen. (ARTE F / Océans Films)
Datum: 25.11.2009
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