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Teil 3 des zähen Thomas-Mann-Biopis "Die Manns"

Die Manns - Ein Jahrhundertroman (1)

Mit dem 20-Millionen-Projekt "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" (Erstausstrahlung November/Dezember 2001) verfilmte Heinrich Breloer ein "politisches Märchen". Deutsche Zeitgeschichte im Spiegel eines bedeutenden Schriftstellers und seiner Familie. Mit Armin Mueller-Stahl wurde eine Idealbesetzung für die Person Thomas Manns gefunden. "Ich leihe Mann im fiktiven Teil meine Hände, mein Gesicht, meine Stimme", sagte der Schauspieler. "Es ist gar kein so anderer Weg als sonst auch." Und: "Ich habe mir vorgenommen, gewisse Dinge, die er machte, nicht zu machen. Er hat schließlich schon beim Schreiben gespielt, beim Reden mitunter überprononciert." Für den Dreiteiler hagelte es Preise en masse - von der Goldenen Nymphe in Monte Carlo über den Deutschen Fernseh- und den Grimme-Preis bis hin zum Emmy-Award 2002. Nun wird der Dreiteiler im Ersten wiederholt. Teil 2 läuft am Sonntag, 29.11., 0.35 Uhr; Teil 3 ist am Freitag, 04.12., 23.30 Uhr, im Programm.

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In "Die Manns" wechselt Breloer zwischen Zeitzeugenberichten, dokumentarischem Archivmaterial und Spielszenen. Dabei nimmt Elisabeth Mann-Borgese, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten einzige noch lebende Tochter Thomas Manns (sie starb am 08.02.2002), den Zuschauer an die Hand und führt ihn durch die Geschichte ihrer ebenso genialen wie schwierigen Familie.

In der Präsenz von Elisabeth Mann-Borgese lag zunächst auch eine Gefahr. Breloer war sich nicht sicher, inwieweit ihre Erzählungen authentisch oder vielleicht geschönt waren, gewissermaßen losgelöst von der Wirklichkeit. "Elisabeth wollte am Anfang ihrem Vater ein Denkmal bauen und auch gegenüber den Germanisten ihre Position durchsetzen, die alles mögliche Fürchterliche über ihren Vater herausgefunden hatten", so Breloer über das erste Treffen mit der Tochter des "Zauberers", das in einer Frankfurter Hotelbar stattgefunden hatte. "Erst wollte sie die viel kritischeren Perspektiven ihrer Geschwister gar nicht gelten lassen. Dann hatte sie aber den Mut, mit uns mitzugehen und ließ sich auf das Spiel ein, sich immer weiter von mir ausfragen zu lassen."

So entstand ein Film, der das Leben der bekanntesten Schriftstellerfamilie des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Facetten widerspiegelt und dabei sehr nah an der Realität bleibt. Er zeigt die Zeit in München, die Verfolgung durch die Nazis, die Emigration in die Schweiz, schließlich das Exil im amerikanischen Kalifornien. Die Münchner Villa der Familie wurde auf dem Gelände der Bavaria in München-Geiselgasteig nachgebaut.

"Die Manns" ist eher die Darstellung der persönlichen Schicksale eines Familienclans als die Schilderung des künstlerischen Schaffens von Thomas, Heinrich und Klaus Mann. Zwar gibt es Lesungen aus Werken wie "Der Zauberberg", "Tod in Venedig" oder "Mephisto", sie nehmen aber nur wenig Platz ein. "Das schriftstellerische Werk selbst kann das Fernsehen nicht rüberbringen. Das müssen die Menschen schon selber lesen", meinte Breloer anlässlich der Erstausstrahlung des Films.

Wilfried Geldner


Familienfoto vor der "Villa Mann" in München. Von links: Alfred Pringsheim (Rudolf Wessely), Hedwig Pringsheim (Anne Marie Blanc), Golo Mann (Philipp Hochmair), Thomas Mann (Armin Mueller-Stahl), Katja Mann (Monica Bleibtreu), Monika (Stefanie Stappenbeck), Klaus (Sebastian Koch) und Thomas' Schwester Lula (Angelika Thomas).
Familienfoto vor der "Villa Mann" in München. Von links: Alfred Pringsheim (Rudolf Wessely), Hedwig Pringsheim (Anne Marie Blanc), Golo Mann (Philipp Hochmair), Thomas Mann (Armin Mueller-Stahl), Katja Mann (Monica Bleibtreu), Monika (Stefanie Stappenbeck), Klaus (Sebastian Koch) und Thomas' Schwester Lula (Angelika Thomas). (WDR / Bavaria / Sibylle Anneck)

Armin Mueller-Stahl in der Rolle des Schriftstellers Thomas Mann.
Armin Mueller-Stahl in der Rolle des Schriftstellers Thomas Mann. (ARD / Bavaria)

Thomas Mann (Armin Mueller-Stahl) in seinem Züricher Haus an seinem Schreibtisch.
Thomas Mann (Armin Mueller-Stahl) in seinem Züricher Haus an seinem Schreibtisch. (WDR / Bavaria / Sibylle Anneck)

Datum: 04.12.2009

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