Christian Bale und Hugh Jackman kämpfen um "Prestige"
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Prestige - Meister der Magie
Der eine darf sich Sexiest Man Alive nennen, tanzte und scherzte als charmanter Moderator der letzten Oscar-Verleihung und gilt auch als heißer Kandidat für die nächste. Der andere bringt sich immer wieder als sagenhafter Unsympath ins Gespräch, etwa durch ein im Internet kursierendes Ton-Dokument, auf dem zu hören ist, wie er einen Mitarbeiter am Set von "Terminator - die Erlösung" minutenlang anbrüllt und mit Wortneuschöpfungen rund um das englische F-Wort beeindruckt. Die Zuneigung des Publikums dürfte derzeit also eher Hugh Jackman als Christian Bale genießen. Gut, dass ihr erbitterter Konkurrenzkampf nur (ziemlich geniale) Fiktion ist: Im Klasse-Thriller "Prestige" (2006) liefern sie sich ein erbarmungsloses Duell der Illusionisten. Welchen Eindruck man auch immer von Bales Temperament haben mag, auf der Leinwand ist und bleibt der Hollywoodstar ein "Meister der Magie", wie bei ProSieben nun erneut zu sehen ist.
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Was steckt dahinter? Diese Frage stellt sich bei Regisseur Christopher Nolan ("The Dark Knight") immer wieder. Illusion und doppelte Böden sind das Metier des Briten, der unter anderem mit dem kryptischen "Memento" (2001) ein höchst spannendes Meisterwerk schuf und auch mit "Prestige - Meister der Magie" (2006) die Erwartungen nicht enttäuschte - im Gegensatz zu den Besucherzahlen in den deutschen Kinos: Nur gut 200.000 Menschen ließen sich da von der bemerkenswerten Geschichte verführen.
Als Gehilfen des etablierten Illusionsmeisters Cutter (Sir Michael Caine) lernen sich Robert Angier (Jackman) und Alfred Borden (Bale, zuletzt im Michael-Mann-Flop "Public Enemies" zu sehen) Ende des 19. Jahrhunderts kennen. Beide hegen durchaus Bewunderung füreinander, doch wollen sie im Grunde nur eins: der Beste sein.
Der eine weiß das Publikum mit seiner Raffinesse, eleganten Erscheinung und attraktiven weiblichen Unterstützung (Scarlett Johansson) zu blenden. Der andere punktet mit genialen Tricks, die er allerdings etwas zu ruppig darbietet. Doch zwischen Angier und Borden steht von Anfang an ein fehlgeschlagener Trick, der zum Tode eines geliebten Menschen führte. Ihr Machtkampf erreicht schließlich ein Level, bei dem blinder Hass gepaart mit Neid regiert. Grenzen werden überschritten und Menschen Mittel zum Zweck.
"Schauen Sie genau hin!" - dieser Aufforderung zu Beginn einer Show folgt man auch in diesem Film gerne. Ständig schwebt die Frage im Raum, wie echt die vorgeführte Magie sein kann. Gemeinsam mit der Einführung des "verrückten" Wissenschaftlers Tesla erzeugt sie jenes Spannungsfeld, in dem sich "Prestige" abspielt. Die damals neu entdeckte Elektrizität musste auf manchen Zeitgenossen schon wie Zauberei wirken. Wie passend also, eine historische Figur zu reanimieren, die damals Rätsel aufgab und von David Bowie angemessen verkörpert wird.
Schon der Titel zeigt: Christopher Nolan sieht auch seinen Film zu Recht als einen großen Zaubertrick. Dieser besteht, wie man hier lernt, aus drei Akten: Eröffnet wird mit dem "Versprechen", etwas ganz Gewöhnliches wird präsentiert. Es folgt die "Wendung", bei der das Gewöhnliche für etwas Ungewöhnliches eingesetzt wird. Der dritte Teil, "Prestige" genannt, schockiert mit einem Ereignis, das noch nie jemand zuvor gesehen hat.
Johann Ritter
Der Magier Robert Angier (Hugh Jackman) will sein Publikum mit einem ganz außergewöhnlichen Zaubertrick begeistern. (ProSieben / Warner Television)
Verblüfft mit seinen großartigen Tricks: Alfred Borden (Christian Bale). (ProSieben / Warner Television)
Die bezaubernde Bühnenassistentin Olivia Wenscombe (Scarlett Johansson) fühlt sich zu Angier hingezogen. (ProSieben / Warner Television)
Datum: 30.11.2009
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