Erwachsen geworden mit 30 und doch Kind geblieben – Helge Jónssons Weg bis heute
Mandarinen, Weihnachten & Heimweh - Es ist schon merkwürdig, wie ein Isländer als Student für klassische Musik und Posaune über Graz nach Wien kommt und jetzt mit der CD – for the rest of my childhood – die Herzen des Publikums und die Charts erobert. Natürlichkeit, Nachdenklichkeit und das völlige Fehlen von Starallüren machen ihn so sympathisch, vor allem die Ehrlichkeit. Wie es anfing? Ganz einfach mit einer Mandarine 2002.
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Mandarinen gibt es laut Helgi Jónsson in Island nur zu Weihnachten und das hat ihn in Graz veranlasst über die isländische Weihnachtsstimmung und das Heimweh seinen ersten Song zu schreiben. Dieser Song wurde mit Musikerkollegen dann aufgenommen in dem bereits von Helgi gebuchten Studio und läuft seit dieser Zeit jedes Jahr Weihnachten auch im isländischen Rundfunk. Helgi Jónsson, der 30jährige große Junge mit dem schmalen Gesicht und den verträumten Augen musiziert ganz einfach, was er spürt, aber das gekonnt mit dem Hintergrundwissen einer klassischen Musikausbildung. Er war Mitglied des Icelandic Symphony Orchestra, war vorher in einer Jugendgruppe mit Band zu acht Leuten so mit 15, 16. Da hatte er von Pop über Jazz bis hin zur Klassik einen Rundumschlag gemacht.
Helgi Jónsson, der Musiker
Sein Musikstudium in Graz verwertet er natürlich auch gekonnt für das Arrangements seiner Songs – Kontrapunktik, die hohe Kunst der Regeln gegeneinanderlaufender Stimmen fasziniert ihn und das probiert er dann gleich aus, denn Freiheit beginnt da, wo man die Beherrschung der Regeln hinter sich lässt. Als Junge träumte er von einer Karriere in Amerika, als er die amerikanischen Sommerschulen besuchte. Leider wurde er 1999 nicht bei dem ausgewählten Professor in Manhattan angenommen. Sein Lehrer schickte ihn dann nach Europa zu Carsten Svanberg, einem Dänen in Österreich. Aus einem Jahr wurden dann acht. Nostalgie und Fernweh haben bei Helgi Jónsson kreative Explosionen ausgelöst. Das Heimweh nach New York in Graz trieb ihn fast schon fort, doch die Gründung einer Band hielt ihn an Ort und Stelle. Zwischen World Music und Klassik machte 2004 sein Examen und blieb dann noch drei Jahre in Wien als Posaunist für Jazz und Klassik. Das erste Album Gloandi auf isländisch wurde schon im Februar 2009 in Skandinavien veröffentlicht.
Mit 120 Konzerten im Jahr kann Helgi Jónsson jetzt auch ohne mit der Wimper zu zucken zu seinem Beruf „Sänger und Liedermacher“ stehen. Die Songs entstehen zuerst ohne Worte und erst später kommen englische oder isländische Texte dazu. Der Sound ist einfach Island pur, das hört jeder heraus und das fasziniert. Helgi gibt zu, dass er mehr Musiker als Texter ist und singt manchmal einfach ein isländisches Tralala zu seinen Melodien und dem Publikum ist das recht. Seit 2005 hat er konzertiert mit Sigur Rós, dann mit Teitur und seit einem Jahr mit Tina Dico, außerdem für eine österreichische Band gearbeitet und nebenbei noch Ballettmusik für das Royal Theatre Kopenhagen geschrieben.
Im Moment weilt Helgi Jonsson wieder mal daheim auf Island, der gebeutelten
Republik im Nordatlantik. "Man spürt die Krise an jeder Ecke", weiß er zu berichten,
"aber für die Kunst ist sie vielleicht gar nicht mal so schlecht, für die Seelen der
Menschen auch nicht. Immerhin wird man auf das Wesentliche, das Tatsächliche
zurück geworfen."
Das neue Album – for the rest of my childhood
Abschied von der Kindheit und Heimat für’s innere Kind - 2009 ist "for the rest of my childhood" erschienen, das neue Album, mit dem Helgi Jónsson seinen Weg zum Erwachsenwerden in Wort und Melodien fasst. „Shovelling out the rest of my childhood“ ist ein Zitat aus dem Song –„ Digging up a tree“ und macht die große Freiheit spürbar, die Freiheit selbst zu entscheiden in seinem Leben, die Freiheit, vor der man sich als Kind in die Welt seiner Kinderträume flüchtet. Da ist auch in einem anderen Song „ This Solicitude“ die Panik vor dem von der Karriere aufgefressen werden vertont, das Gefühl, wenn die Freiheit sich in das Getriebensein vom Erfolg verkehrt und man den Überblick verliert. Trotzdem bleibt der Helgi Jónsson, der kleine kindliche mit dem isländischen Metall in der Stimme immer dabei und das macht – for the rest of my childhood – so unsterblich und für jeden anderen greifbar.
Helgi Jónsson ist persönlich auf seiner Tour 2009 an folgenden Orten zu treffen:
24.11.09 CH-Zürich in der Hafenkneipe
25.11.09 München im Atomic Café
26.11.09 A-Wien in B72
27.11.09 Köln im Studio 672
28.11.09 Hamburg in der Beatlemania
29.11.09 Berlin im Admiralspalast 101
Als Einstimmung auf seine aktuelle Tournee findet wir einen free download des Songs „lay it down“ auf seiner Webseite.
Am Donnerstag, 19.11.2009 gibt es um 20 Uhr eine exklusive Livesession, die bei www.Tonspion.de, www.Whitetapes.de, www.Kulturnews.de und www.bytefm.de mitverfolgt werden kann. Stylespion und Dailymotion verlosen aktuell noch Tickets für die aktuellen Konzerttermine.
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| ein Isländer in Österreich erobert die Welt mit seinen Liedern |
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| Das Heimweh nach New York in Salzburg trieb ihn fast schon fort |
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| Abschied von der Kindheit und Heimat für’s innere Kind |
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