(tsch) Es gibt wirklich schönere Jobs: Wenn "Bones - Die Kochenjägerin" (ab 05.03., donnerstags, 22.15 Uhr, RTL) nicht gerade damit beschäftigt ist, mit Kollege David Boreanaz ("Angel - Jäger der Finsternis") zu schäkern, untersucht sie im Labor verfaulende Leichenteile oder morsche Skelette. Gut, dass die Requisiten nicht echt sind. "Mir würde schlecht werden, wenn ich die ganze Zeit Tote anschauen müsste", gesteht "Bones"-Darstellerin Emily Deschanel. Verständlich, zumal die 32-jährige Kalifornierin auch noch seit 17 Jahren Veganerin ist - damals sah sie eine Dokumentation über die Fleisch-Industrie. Die forensische Anthropologin Dr. Temperance Brennan, die Emily Deschanel seit 2005 verkörpert, ist da weniger zart besaitet. Aber die etwas unterkühlte Wissenschaftlerin ist sowieso nicht ganz von dieser Welt.
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Überraschenderweise kann sich die stets herzlich, lebenslustig und auch ein wenig frech wirkende Schauspielerin dennoch mit der Serien-Heldin identifizieren. "Meine Lieblingsfächer in der Schule waren Mathe und andere Naturwissenschaften", erinnert sie sich. "Ich war ein Streber." Eine Karriere als Mathe-Professorin schlug sie dennoch nicht ein, wurde ihr doch die Schauspielerei sozusagen in die Wiege gelegt.
Emilys Vater ist der Kameramann Caleb Deschanel ("Die Passion Christi", "Das Vermächtnis der Tempelritter"), ihre Mutter Mary Jo ist Schauspielerin. Ebenso wie ihre kleine Schwester Zooey ("The Happening"), mit der sich Emily ein Haus in West Hollywood teilt. Streitereien wie früher gebe es nun nicht mehr, versichert Emily, die Zooey in der Kindheit gerne mal auf den Arm nahm: "Ich sagte ihr, ich wäre ein Körperfresser und hätte ihre Schwester getötet", gestand sie in einer Talk Show. "Und wenn sie etwas verrät, bringe ich sie auch um."
Einige dieser Dispute wurden sogar für die Nachwelt auf Video festgehalten. "Mein Vater hat einfach alles gefilmt." Auch wenn sie bereits in der Kindheit durch die "harte" Schule des passionierten Kameramanns ging, studierte Emily Deschanel später noch an der Universität von Boston Schauspiel. Ihre erste, wenn auch sehr kleine Rolle, bekam sie 1994 im Kinofilm "2 Millionen Dollar Trinkgeld". Es folgten weitere Nebenrollen in Serien ("Law & Order", "Providence", "Crossing Jordan"), aber auch in Erfolgsfilmen wie "Unterwegs nach Cold Mountain" (2003) und "Spider-Man 2" (2004). Im Horror-Thriller "Boogeyman" (2005) gehörte Emily schließlich zum Haupt-Cast. Wenig später wurde sie als "Bones" einem Millionenpublikum bekannt.
Dass sie sich hauptberuflich mit toten Körpern beschäftigt, hielt die Tierrechtsorganisation PETA nicht davon ab, Emily Deschanel 2007 für den Titel "Sexiest Vegetarian of the Year" zu nominieren. Das Rennen machte zwar Country-Sängerin Carrie Underwood. Kein Grund aber für Emily, ihren Öko-Lebensstil zu ändern: "Viele Leute wissen gar nicht, wie die Fleisch- und Milchprodukt-Industrien die Umwelt belasten", sagt die Schauspielerin, die zudem ihr Haus umweltfreundlicher gestalten ließ: mit doppelt-verglasten Scheiben, Solarzellen und einem Komposthaufen.
Mit dem Vorurteil, dass alle Veganer schrecklich gesund leben, räumt sie aber auf. "Vegan zu sein, bedeutet einfach nur, dass man keine Tierprodukte verwendet: Man trägt kein Leder, keine Wolle und isst keine tierischen Erzeugnisse. Aber man kann den ganzen Tag Pommes frites und solches Zeug in sich hineinstopfen."
Auch wenn sie über ihre Essgewohnheiten oder das Familienleben der Deschanels bereitwillig Auskunft gibt und stets ein paar Geschichten parat hat, wird Emily, was ihr sonstiges Privatleben angeht, etwas einsilbiger. Den Namen ihres Freundes verrät sie ungern. Den Grund für ihre Verschwiegenheit verpackt sie - typisch Emily - aber in eine amüsante Anekdote: "Das letzte Mal, als ich über meinen (Ex-)Freund sprach, waren wir schon getrennt, als der Artikel herauskam."
Ute Nardenbach
Emily Deschanel ist etwas zart besaiteter als "Bones": "Mir würde schlecht werden, wenn ich die ganze Zeit Tote anschauen müsste." (RTL)
Emily Deschanel lebt mit ihrer kleinen Schwester Zooey, ebenfalls Schauspielerin, in einem Zweifamilienhaus in West Hollywood. (RTL)
Emily Deschanel hat einiges mit "Bones" gemeinsam: "Meine Lieblingsfächer in der Schule waren Mathe und andere Naturwissenschaften. Ich war ein Streber." (RTL)
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