(tsch) Als Kampfmaschine in "Terminator 3" lehrte sie selbst Arnie das Fürchten. Nun macht Kristanna Loken als nahezu unverwundbare "Painkiller Jane" (ab 05.03., donnerstags, 22.05 Uhr) in der gleichnamigen Tele-5-Sci-Fi-Serie Jagd auf Genmutanten. Das 1,80 Meter große Ex-Model, das schon in "Die Nibelungen" die Brunhild gab, scheint auf die Rolle der taffen Amazone abonniert zu sein. Dabei ist die 29-jährige Farmerstochter aus dem US-Bundesstaat New York im Grunde eine ganz Sanftmütige. Im Interview spricht Kristanna Loken offen über ihre Hochzeit mit Schauspiel-Kollege Noah Danby, ihren Adoptionswunsch und ihr Vorhaben, politischere Filme zu drehen.
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teleschau: Wären Sie selbst gerne unverwundbar wie "Painkiller Jane"? Sie könnten alle Ihre Stunts selbst machen ...
Kristanna Loken: Das stimmt natürlich. Auch privat würde ich wohl größere Risiken eingehen, vielleicht sogar mal skydiven, was ich sonst eher nicht machen würde. Ich könnte mich zu einer wahren Draufgängerin entwickeln ...
teleschau: Das sind Sie also nicht?
Kristanna Loken: Schon, aber ich gehe gerne immer einen Schritt weiter. Wenn ich dem Tode nicht ins Auge blicken müsste, würde ich sicher zum nächsten Level übergehen (lacht). Ich gehe definitiv gerne Risiken ein und versuche auch, so viele meiner Stunts wie möglich selbst zu machen. Allerdings möchte ich nicht zur Belastung für die Produktion werden. Wenn man sich verletzt, wirft das natürlich den ganzen Drehplan durcheinander.
teleschau: Sie wirkten auch hinter der Kamera als Co-Produzentin an "Painkiller Jane" mit ...
Kristanna Loken: Ja, ich hatte vorher schon meinen ersten Independent-Film produziert ("Lime Salted Love", 2006, d. Red.). Als das Angebot für "Painkiller Jane" kam, entschied ich, dass ich mich kreativ mehr einbringen möchte. Derzeit arbeite ich an einem Film, den mein Vater geschrieben hat. Er handelt von der Immigrations-Krise in den USA. Ich werde produzieren und die Rolle einer Anwältin übernehmen. Es ist ein politischer Film, der auf soziale Probleme aufmerksam machen soll: ein wichtiges Stück und ein richtiges Statement.
teleschau: Ihr Vater ist Drehbuchautor?
Kristanna Loken: Ja, neben seiner Arbeit auf der Familien-Farm - was ein sehr anstrengender Job ist - schreibt er: Romane, Drehbücher, Gedichte - ein bisschen was von allem. Wir arbeiten sehr eng zusammen. Die Dreharbeiten beginnen wahrscheinlich im Sommer - auf unserer Farm. Zunächst reise ich aber nach Südafrika, um einen Film zu drehen, der sich mit dem Genozid im Sudan beschäftigt.
teleschau: Man kennt Sie hauptsächlich aus actiongeladenen Rollen. Wollen Sie sich davon mehr lösen?
Kristanna Loken: Variation ist immer gut. Ich habe nun mit "The Legend of Awesomest Maximus" auch eine Komödie gedreht. Es war eine schöne Abwechslung, einmal etwas ganz anderes, Lustiges und Leichtes zu machen.
teleschau: Für "Painkiller Jane" werden sie künftig nicht mehr vor der Kamera stehen. Die Serie wurde nach einer Staffel abgesetzt. Wie gehen Sie mit Enttäuschungen um?
Kristanna Loken: Wir wussten von Beginn an, dass wir definitiv eine Staffel von 22 Folgen drehen würden. Das ist heutzutage schon gut. Manche starten mit 13 oder nur sieben Episoden, und dann wird die Serie nach wenigen Folgen abgesetzt. Aber das ist alles Teil der Kunst. Man hat niemals eine Garantie. Man ist dankbar für das, was man bekommt.
teleschau: Wird die Konkurrenz im TV-Serien-Business immer härter?
Kristanna Loken: Sich im Fernsehen durchzusetzen, war schon immer schwierig. Man weiß nie so genau, warum eine Serie nun ankommt oder nicht. Manchmal liegt es auch nur am Ausstrahlungstermin oder an der Sendung, die vorher gezeigt wird. Unsere Arbeit ist wie ein Glücksspiel, wie ein Besuch in Las Vegas (lacht). Man weiß nie, was man bekommt ...
teleschau: Pech im Spiel, Glück in der Liebe: Sie haben am Set von "Painkiller Jane" Ihren jetzigen Ehemann, Co-Star Noah Danby, kennengelernt ...
Kristanna Loken: Ja, nichts passiert ohne Grund. Das Tollste an diesem Engagement war natürlich, dass ich Noah getroffen habe.
teleschau: Sind Sie sich bei den gemeinsamen Kampfszenen nähergekommen?
Kristanna Loken: Genau (lacht). Wir haben uns am Set natürlich zurückgehalten. Wir wollten uns der Produktion und den anderen Mitarbeitern gegenüber respektvoll verhalten. Zunächst waren wir sehr gute Freunde, und dann ist die Beziehung weiter gediehen ...
teleschau: Und plötzlich war es Liebe ...
Kristanna Loken: Nun, ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich bereit war, jemanden zu treffen, an den ich mich fester binden möchte. Mit dem ich zum nächsten Level übergehen kann. Noah ist einfach ein rundum großartiger Mensch. Er hat tolle Moralvorstellungen, ist sehr geerdet. Und schlecht sieht er nun auch nicht gerade aus (lacht) ...
teleschau: Sie haben auch in der Vergangenheit offen über Ihre Gefühle gesprochen - auch über Ihre Bisexualität ...
Kristanna Loken: Ich möchte Fragen einfach ehrlich beantworten und nicht lügen müssen. Es geht mir allerdings nicht darum, mich zu entblößen, alles von mir oder anderen preiszugeben. Heutzutage sollten einfach Akzeptanz und Gleichberechtigung herrschen. Unsere Generation hat die Aufgabe, wirklich unverblümt zu sprechen, und so zu helfen, die Menschen zu bilden, aufzuklären. Bei der nächsten Generation ist die Akzeptanz so automatisch viel ausgeprägter.
teleschau: Wie reagierten die Fans auf Ihre Offenheit?
Kristanna Loken: Sehr positiv und unterstützend. Die Leute haben sich mehr dafür interessiert, als ich persönlich gedacht hätte. Ich bin doch einfach nur, wie ich bin ...
teleschau: Ihre Hochzeit im Mai 2008 kam für einige dann vielleicht recht plötzlich ...
Kristanna Loken: Ich habe auch nicht vorausgesehen, dass ich so schnell heiraten würde. Noah war einfach der richtige Mensch. Ich ging vorher auch mit Frauen aus, dann kam er, und es hat einfach gepasst.
teleschau: Planen Sie, eine Familie zu gründen?
Kristanna Loken: Ja, ich möchte Kinder haben. Man muss aber nichts überstürzen. Vielleicht wollen wir sogar adoptieren. Ich habe mit vielen Waisenhäusern auf der ganzen Welt zusammengearbeitet, in Rumänien oder Südafrika. Es gibt so viele wunderbare Seelen da draußen, die ein Zuhause brauchen. Das wäre das ultimative Geschenk - für andere und sich selbst.
teleschau: Sie selbst wuchsen auf einem Öko-Bauernhof auf ...
Kristanna Loken: Das war eine großartige Kindheit. Ich habe früher aber nicht realisiert, wie viel Glück ich wirklich hatte. Es ist einfach ein idyllischer Ort.
teleschau: Wie die Hochzeitsfotos auf Ihrer Homepage beweisen ...
Kristanna Loken: Ja, es war toll, dass wir dort heiraten konnten, im Kreise der Familie. Es war Frühjahr, alles um uns herum blühte ...
teleschau: Sie haben keine Probleme damit, private Fotos ins Internet zu stellen?
Kristanna Loken: Bis zu einem gewissen Punkt, nicht. Es ist wichtig, Fans zu haben, Menschen, die sich für mich und meine Arbeit interessieren. Und daher glaube ich, dass man sein Leben ein Stück weit auch mit anderen teilen sollte - ohne sich selbst oder anderen dabei zu schaden. Man gibt natürlich nicht alles von sich preis. Aber soviel, dass sich die Menschen mit einbezogen fühlen.
teleschau: ... und niemand auf die Idee kommt, Sie hätten etwas zu verbergen ...
Kristanna Loken: Ich persönlich denke, das ist die beste Art, mit Ruhm umzugehen. Sonst schnüffelt doch jemand noch weiter in deinem Leben herum. Ich möchte mich nicht unwohl in meiner Haut fühlen, das Gefühl haben, dass ich nicht die sein kann, die ich sein möchte, weil ich sonst vielleicht verurteilt werde. Wenn man etwas offen sagt, dann ist es einfach raus. Man hat nichts zu verlieren. Im Grunde bin ich allerdings eine sehr diskrete Person, die Wert auf Privatsphäre legt. Ich rede zwar offen mit den Menschen, stelle mich ihren Fragen, aber ich mag es, meinen eigenen Raum zu haben, um mein eigenes Ding zu machen. Und das ist möglich durch gegenseitigen Respekt.
teleschau: Mussten Sie erst lernen, mit Ruhm umzugehen? Mit "Terminator 3" wurden Sie sozusagen über Nacht bekannt ...
Kristanna Loken: Die meisten dachten vielleicht: "Wer ist denn die? Die habe ich noch nie gesehen!" Mir kam es allerdings ganz bestimmt nicht so vor, als wäre ich über Nacht bekannt geworden (lacht). Es war eine lange Reise. Ich habe mich mein ganzes Leben lang auf diese Karriere vorbereitet. Dieser Prozess dauert auch weiterhin an - wie in jeder Karriere, in der man sich stetig verbessern will.
Ute Nardenbach
Als "Painkiller Jane" überlebt Kristanna Loken noch so schwere Verletzungen: "Ich würde dann vielleicht mal skydiven gehen", sagt die 29-jährige Schauspielerin. (Tele 5)
"Kampfmaschine" Kristanna Loken zeigt sich im Interview ganz sanftmütig und spricht über ihren Adoptionswunsch: "Ich habe mit vielen Waisenhäusern auf der ganzen Welt zusammengearbeitet, in Rumänien oder Südafrika. Es gibt so viele wunderbare Seelen da draußen, die ein Zuhause brauchen." (Tele 5)
Am Set von "Painkiller Jane" traf Kristanna Loken ihren jetzigen Ehemann Noah Danby (beide vorne). (Tele 5)
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