(tsch) Und plötzlich stand sie im Raumschiff Enterprise! Anna Torv muss sich gefühlt haben wie in ihrer eigenen kleinen Mystery-Serie, als sie dem "Alias"- und "Lost"-Schöpfer J.J. Abrams am Set von "Star Trek" (Kinostart: 07.05.) vorgestellt wurde. Kurz zuvor hatte die australische Schauspielerin noch ahnungslos im Outback gecampt. Zu Hause erwartete sie dann ein übervoller Anrufbeantworter. Abrams wolle sie, die in den USA damals noch unbekannt war, als Hauptdarstellerin für seine neue Serie "Fringe - Grenzfälle des FBI" (ab 16.03., montags, 20.15 Uhr, ProSieben) engagieren. Nachdem sie in einer Tanke noch schnell den unterschriebenen Vertrag rüberfaxte, ging's mit dem Flieger Richtung Hollywood.
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Holterdiepolter zog die 1978 in Melbourne geborene Blondine wenig später nach New York, wo der Mystery-Hit "Fringe" gedreht wird. Sightseeing war nicht drin in ihren ersten Wochen im Big Apple: "Ich war schon im Ikea in Brooklyn", gestand Anna Torv in ihrer allerersten Talkshow - bei David Letterman -, "aber zum Empire State Building habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft". Morgens geht es mit einem Van zum Set, abends wird sie wieder zurückgebracht in ihr "gemütliches, kleines" Appartement - zum Textlernen.
Allein auf die Arbeit kann sich die 1,75 Meter große Schönheit, die aussieht wie die jüngere Schwester von Landsmännin Cate Blanchett, aber nicht konzentriert haben. Unlängst wurde bekannt, dass sich Anna Torv und ihr "Fringe"-Co-Star Mark Valley, die zunächst auch vor der Kamera ein Paar spielen, klammheimlich bereits über die Weihnachtsfeiertage das Jawort gegeben hatten. Auch die Kollegen sollen nichts geahnt haben.
Geheimniskrämerei wird sowieso groß geschrieben am Set von "Fringe", einer Art Kreuzung aus "Akte X", "Twilight Zone" und "Buffy". Damit alles schön mysteriös bleibt und der Rätsel Lösungen nicht durchsickern, werden selbst die Stars nur mit den nötigsten Infos versorgt. "Ich bin keine Heimlichtuerin", muss Anna immer wieder beteuern, "ich tappe genauso im Dunkeln". Dabei hat sie aber einen wahnsinnigen Spaß. Anna Torv, die ihren ungewöhnlichen Nachnamen ihrem estnisch-stämmigen Vater verdankt, wirkt als taffe FBI-Agentin auf dem Bildschirm stets etwas unterkühlt. Spricht sie aber über ihre Rolle, beginnen die grünen Augen des lässigen und gut aufgelegten Aussie-Exports zu leuchten: "Ich liebe es, zu rennen und zu springen. Wenn ich im Labor drehen muss, werde ich ganz kribbelig. Ich will auf die Straße und Leute verfolgen."
Einen Lauf hat sie derzeit tatsächlich. "Fringe" zählt zu den US-Serien-Erfolgen des letzten Jahres. Ein unglaublicher Karrieresprung für Anna, die nach ihrem Abschluss am australischen "National Institute of Dramatic Art" (NIDA) in ein paar heimischen Serien ("Young Lions", "The Secret Live of Us", "McLeod's Töchter") und UK-Produktionen ("Frankenstein", "Mistresses") mitwirkte sowie einer Computerspiel-Heldin ("Heavenly Sword") die Stimme lieh.
Vielleicht liegt ja alles am guten Karma. Die tierliebe Anna betätigte sich nämlich schon in ihrer Kindheit in Queensland als "Geburtshelferin". "Wir hatten zu Hause haufenweise Gänse. Wenn die Kleinen nicht aus ihren Schalen kamen, habe ich ein bisschen nachgeholfen", erinnert sich die Schauspielerin, die sowieso gerne eine Lanze für die gefürchtete australische Tierwelt bricht: "Ich habe erst einmal im Leben einen Hai gesehen - in Florida!"
Sozusagen die Retterin in der Not war sie auch bei "Fringe". Noch drei Tage vor Produktionsbeginn stand man ohne Hauptdarstellerin da. Dann sah Abrams ein Band von Anna Torv, auf dem sie für eine andere Sendung vorsprach - und war sofort begeistert. Die Australierin setzte sich gegen rund 350 andere Kandidatinnen durch, ohne sich überhaupt für "Fringe" beworben zu haben.
Über Spekulationen, ihre Verwandtschaft mit Medien-Mogul Rupert Murdoch habe ihre Karriere begünstigt, kann die Schauspielerin nur lachen. Nach mehr als 30 Jahren Ehe kam es zwischen Annas Tante (ebenfalls Anna Torv) und dem reichen Australier zu einer nicht gerade friedlichen Scheidung, die Murdoch einiges kostete: "Nein, ich glaube nicht, dass das geholfen hat!"
Ute Nardenbach
Die 30-jährige Australierin Anna Torv ist die neue Entdeckung von "Alias"- und "Lost"-Schöpfer J.J. Abrams. Sie bekam die Hauptrolle im Mystery-Hit "Fringe". (ProSieben / Warner Bros. Television)
Anna Torv wurde in Melbourne geboren und wuchs in Gold Coast, Queensland, auf. (ProSieben / Warner Bros. Television)
Auch "Fringe"-Hauptdarstellerin Anna Torv wird nicht in die Geheimnisse der Mystery-Serie eingeweiht: "Ich tappe genauso im Dunkeln". (ProSieben / Warner Bros. Television)
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