"Gamer" steht in großen Lettern auf seinem T-Shirt. Beim Interviewtermin in London will Zachary Levi erst gar keine Zweifel aufkommen lassen, dass er der richtige Leading-Man für die US-Agenten-Comedy-Serie "Chuck" (ab 22.08., samstags, 17.05 Uhr, ProSieben) ist. Der 28-jährige Amerikaner verkörpert den verplanten Videospiel-Nerd Chuck Bartowski, dem sich nach dem Öffnen einer Mail strenggeheime CIA-Informationen ins Hirn brennen, sodass er fortan mit Regierungs-Agenten zusammenarbeiten muss. Eine Rolle, auf die sich der charmante Wuschelkopf eigentlich schon sein ganzes Leben lang vorbereitet hat. Denn Zachs Lieblingsbeschäftigung ist seit jeher Daddeln.
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Und diesem Hobby geht der Schauspieler mit vollster Hingabe nach. Nicht ganz ohne Stolz zeigt er den versammelten Journalisten eine Narbe am Finger, die er sich beim Wii-Spielen mit Kumpels zuzog. Er hatte beim Tennis zu weit ausgeholt und seine Glaslampe zertrümmert. Um das Szenario zu veranschaulichen, stellt der geborene Entertainer den Unfallhergang gleich einmal nach.
Nachts um halb drei sei es dann in die Notaufnahme gegangen: "Ich musste mit 14 Stichen genäht werden. Ich wollte dem Arzt eigentlich sagen, dass ich in eine Bar-Schlägerei geraten sei, verriet ihm dann aber doch, dass ich mich beim Videospielen verletzt hatte. Ich glaube nicht, dass er schon mal so wenig Respekt vor einem menschlichen Wesen hatte."
Dabei ist Stunt-Fan Levi durchaus auch außerhalb seines heimischen Wohnzimmers äußerst wagemutig. "Ich wollte den Job als Chuck unbedingt, weil ich dann Dinge in die Luft sprengen und Autos verfolgen kann." Schließlich sei es sein Traum, als erster Amerikaner für die Rolle des James Bond gecastet zu werden. So weit hat er es bislang zwar noch nicht gebracht. Aber eine eigene Agenten-Serie ist für die Frohnatur, die zuvor nur in kleineren Rollen in Film ("Big Mama's Haus 2", an Heiligabend kommt er mit "Alvin and the Chipmunks 2" ins Kino) und TV ("Office Girl") zu sehen war, kein schlechter Anfang.
Hier kann er jedenfalls schon mal für den Doppel-Null-Status üben: "Ich bin der Erste, der zum Regisseur sagt: 'Bitte, lass mich meine Stunts selber machen.' Ich will der Jackie Chan der Nerds sein. Ich mache alles: Werft mich von einem Gebäude, erschießt mich, steckt mich in eine Kanone! Mir egal."
Hauptberuflich Computer und Agent spielen. Ja, Zach hat wirklich genug Gründe, so überaus gut gelaunt zu sein. Abheben will er aber nicht, sondern trotz seines Erfolges ein normaler, netter Kerl bleiben. "Es ist schön, einen Job zu haben, der gut bezahlt wird", freut er sich über seine steile Karriere. Bereits zwei Staffeln von "Chuck" liefen in den USA. Die dritte will der US-Sender NBC ab Februar 2010 ausstrahlen. Einen Emmy gab's schon. 2009 ist man wieder nominiert - übrigens jeweils für die Stunts.
Dass der plötzliche Ruhm auch seine Schattenseiten hat, will aber auch Zachary nicht verleugnen, und wird bei dem Thema vielleicht sogar ein klein wenig ernster. "Du sitzt in einem Restaurant und wirst plötzlich mit irgendeinem Handy fotografiert. Wenn du etwas zwischen den Zähnen hast, kann das bald jeder sehen. Aber ich kann trotzdem noch normal herumlaufen. Die Paparazzi jagen mich nicht durch die Straßen."
Am liebsten bleibt er aber ohnehin zu Hause, schaut sich Filme an oder spielt Computergames. Seine Freundin (derzeit Sängerin Caitlin Crosby) darf das nicht stören: "Um wirklich glücklich zu sein, brauche ich eine Frau, die es liebt, ihrem Mann beim Videospielen zuzugucken."
Ute Nardenbach
Computerfreak: Die perfekte Rolle für Videogame-Nerd Zachary Levi. (ProSieben / Warner Bros. Television)
"Um wirklich glücklich zu sein, brauche ich eine Frau, die es liebt, ihrem Mann beim Videospielen zuzugucken", gesteht Schauspieler Zachary Levi. (ProSieben / Warner Bros. Television)
Zachary Levi will der erste Amerikaner werden, der als James Bond gecastet wird. (ProSieben / Warner Bros. Television)
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