So liest sich die Traum-Biografie eines All-American-Girls: Marley Shelton war Cheerleader, Prom Queen und bekam von ihrem Boyfriend (dem späteren "Buffy"-Star Nicholas Brendon) zum Abschlussball 100 Rosen. Das hört sich alles nach jemandem an, den zumindest frau ziemlich blöd findet. Bei der 35-jährigen Kaliforniern fällt das allerdings schwer. Denn die zierliche Schönheit entwickelte sich ihrer High-School-Vita zum Trotz zu einer verdammt coolen Braut: Mit strähnigen Haaren, verschmiertem Make-up und einer fiesen Spritze in der Hand blickt sie unter anderem vom Poster des "Grindhouse"-Streifens "Planet Terror", in dem sie als sexy Anästhesistin ihre Widersacher ordentlich "verarztet". Auch in der neuen kabel-eins-Serie "Eleventh Hour" (ab 19.09., samstags, 21.15 Uhr) verkörpert die Blondine ein echtes Kick-Ass-Girl vom FBI.
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Ist sie auch abseits der Kamera so taff? "Da müssen Sie meinen Mann fragen", lacht Marley verschmitzt. Eine Anekdote zum Dreh der Bruckheimer-Produktion "Eleventh Hour" (mittlerweile in den USA schon wieder abgesetzt) lässt aber darauf schließen, dass sie ihm wahren Leben noch etwas übt: "In meiner allerersten Szene sollte ich total cool durchs Bild gehen, rutschte aber auf dem glatten Boden aus und schrie wie ein Mädchen." Am Set nannten sie schließlich alle "Crashed Shelton", "weil ich über alles falle und vieles runterschmeiße".
Von ihrer Tollpatschigkeit war Anfang August bei der Film-Premiere zum Thriller "A Perfect Getaway" (mit Milla Jovovich) allerdings nichts zu spüren. Im Gegenteil: Marley Shelton hielt sich hervorragend und zog in ihrem roten Kleid alle Blicke auf sich. Was wohl vor allem daran lag, dass sie im neunten Monat schwanger war und über das ganze Gesicht strahlte. Mit kugelrundem Babybauch feengleich über den roten Teppich schweben - das Mädel hat Power. Und auch für die Zeit nach der Geburt hat sie sich viel vorgenommen. Marley setzt auf Öko-Erziehung: "Wir haben uns für Baumwoll-Windeln entschieden", verrät sie.
Es ist das erste Kind für Shelton und ihren Ehemann Beau Flynn, mit dem sie seit acht Jahren verheiratet ist. Ihr Gatte ist Filmproduzent wie auch ihr Vater, Werbefilmer Christopher Shelton. Beide Eltern engagierten sich zudem in ihrer Heimatstadt L.A. für Theater-Projekte. Dass schließlich auch Marley das Showbiz für sich entdeckte, ist also keine große Überraschung.
Mit Anfang 20 ergatterte sie eine Nebenrolle in Oliver Stones "Nixon" (1995). Ein paar Jahre später brachte Tobey Maguire in "Pleasantville" (1998) Farbe in ihr Leben. Einen kleinen, aber feinen Part spielte sie schließlich in "Sin City" (2005). Ihr romantischer Kuss mit Josh Hartnett im Opener findet jedoch ein jähes Ende, als sie von ihm kurzerhand erschossen wird. Robert Rodriguez fand aber wohl Gefallen an der Blondine mit den großen Kulleraugen, die eine Schwester von Heather Graham sein könnte.
Zumindest war Marley Shelton sowohl in "Planet Terror" als auch in "Death Proof" (beide 2007) mit von der Partie. Sogar eine leicht bekleidete "Grindhouse"-Actionfigur der attraktiven Schauspielerin ist auf dem Markt. "Das ist so schmeichelhaft", schwärmt sie. "Ich habe eine Actionfigur aus einem Robert Rodriguez / Quentin Tarantino-Film. Besser geht's nicht!" Etwas weniger freizügig wird sie allerdings in ihrem aktuellen Projekt zu sehen sein. Im Sportdrama "Our Lady of Victory", das im März 2010 in die amerikanischen Kinos kommen soll, spielt Marley eine Nonne. Diesen Film kann sie ihrem Kind dann wenigstens zeigen ...
Ute Nardenbach
Marley Shelton ist in "Eleventh Hour" mal wieder als taffe Frau zu sehen. (kabel eins / Warner Bros.)
Seit acht Jahren ist Marley Shelton mit dem Produzenten Beau Flynn verheiratet. In diesem Jahr kommt das erste Kind. (kabel eins / Warner Bros.)
"Ich habe eine Actionfigur aus einem Robert Rodriguez / Quentin Tarantino-Film. Besser geht's nicht!", freut sich "Grindhouse"-Darstellerin Marley Shelton. (kabel eins / Warner Bros.)
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