Oh weh, noch einer, der den Ruhm nicht verträgt? Im Juli durfte US-Serien-Star Jeffrey Donovan ein gar nicht schmeichelhaftes Bild von sich in der Presse bewundern. Geschossen wurde das Foto nicht etwa von einem Paparazzi, sondern von der Miami Police. Der angeschickerte Schauspieler stellte sich in gewissem Sinne selbst, da er beinahe auf ein Polizeiauto aufgefahren wäre. Dumm gelaufen! "Ich bin noch an der Grenze und nicht zu betrunken", erklärte er daraufhin dem Officer, der das offensichtlich anders sah. Trotz dieses Fehltritts soll der 41-Jährige aber weiterhin ordentlich feiern. Grund genug hat er ja dazu: Mit 75 Dollar in der Tasche ging er einst nach New York an die Schauspielschule, jetzt verdient der Star aus der Action-Comedy-Serie "Burn Notice" (ab 28.09., montags, 22.05 Uhr, vox) 150.000 pro Episode.
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Auch sonst könnte man(n) richtig neidisch werden. Donovan spielt in der Hit-Serie einen Ex-US-Agenten, der sich nun als Privatermittler in Miami verdingt. Sein Arbeitsplatz: lange Sandstrände oder hübsche Promenaden mit unzähligen Bikinischönheiten. Ganz so paradiesisch ist es dann aber doch nicht, wie Jeffrey verrät: "Ich trainiere sechs Tage die Woche, um in Form zu kommen und die strapaziösen, sechsmonatigen Dreharbeiten zu überleben." Das Trainingsprogramm: Montag, Mittwoch und Freitag steht er um 06.00 Uhr morgens auf und isst erst mal zwei Stunden, schließlich verbrauche er beim Dreh 5.000 Kalorien am Tag. Dienstag, Donnerstag und Samstag übt er sich in Martial Arts. "Am Sonntag ruhe ich - wie Gott."
Der Amerikaner, der Serien-Kollegin Moon Bloodgood datet, ist also nicht nur auf dem Bildschirm äußerst schlagfertig. Er besitzt den Schwarzen Gürtel in Karate und beherrscht Aikido sowie Jiu Jitsu. "Wenn mich einer packt, könnte ich ihn wahrscheinlich in acht Sekunden außer Gefecht setzen. Das sollte jeder lernen." Alkohol am Steuer, Schwarzer Gürtel: Hört sich alles ganz schön draufgängerisch an. Dabei ist Jeffrey Donovan ein richtig netter, großzügiger Kerl: An seiner ehemaligen High School in Amesbury, Massachusetts, richtete er ein Kunst-Stipendium-Programm im Werte von 100.000 Dollar ein.
Sein Talent wurde einst auch an der Schule entdeckt: "Einmal fiel ich vor meinem Englischlehrer so überzeugend in Ohnmacht, dass er einen Krankenwagen rief. Dabei war es nur ein Witz!" Eine Lehrerin erkannte schließlich die Begabung des Jungen, förderte ihn und beschaffte Jeffrey schließlich ein Stipendium für einen Sommer-Kurs. Im Jahrbuch schrieb er über seine Zukunftspläne: "Ich gehe aufs College, mache meinen Abschluss in Schauspielerei, trete im Theater auf und verdiene sehr viel Geld."
Das hat geklappt, und der Wunsch nach Reichtum ist in seinem Fall besonders nachvollziehbar. Die Mutter zog Jeffrey und seine beiden Brüder allein auf. Die Familie lebte von Sozialhilfe. "Wir hatten nichts. An Weihnachten packte meine Mutter Geschenke nochmal ein, die sie uns bereits gegeben hatte", erinnert sich der Serien-Star, dem mit "Burn Notice" der große Durchbruch gelang. Seit Mitte der 90-er steht er bereits vor der Kamera, er spielte neben diversen Gastauftritten in "CSI: Miami", "Crossing Jordan" und Co. unter anderem in "Blair Witch 2" (2000), hatte eine Hauptrolle in der Serie "Touching Evil" (2004) sowie einen kleineren Part in "Hitch - Der Date Doktor" (2004) mit Will Smith.
Anfang des Jahres überzeugte Donovan in Clint Eastwoods Kino-Drama "Der fremde Sohn" als fieser Cop, der Angelina Jolie das Leben schwermacht. Die Karriere nimmt also richtig Fahrt auf. Angst, dass er schnell wieder in der Versenkung verschwinden wird, hat er nicht: "Wenn es von meinem Schulabschluss an 20 Jahre gedauert hat, bis ich in einem Oscar-reifen Film mitspiele, dann habe ich hoffentlich auch noch 20 Jahre, um von da oben wieder runterzukommen - ich werde über 60 sein, bevor ich nicht mehr einsetzbar bin." Sofern auf freiem Fuß. Also immer schön die Polizeiautos weiträumig umfahren ...
Ute Nardenbach
Jeffrey Donovan spielt in der US-Hit-Serie "Burn Notice" den US-Spion Michael Westen, der gefeuert wurde und nun Privatermittler in Miami ist. (vox / USA Network)
Jeffrey Donovan wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, nun verdient er 150.000 Dollar pro "Burn Notice"-Folge. (vox / USA Network)
Nicht nur auf dem Bildschirm ganz schön schlagfertig: "Wenn mich einer packt, könnte ich ihn wahrscheinlich in acht Sekunden außer Gefecht setzen", behauptet Jeffrey Donovan. (vox / USA Network)
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