In Tristans Herz hat nur eine Frau Platz. Die heißt nicht Isolde, sondern Helena und ist in seinen Augen nicht minder perfekt als die legendäre Namenspatronin. In der ARD-Daily-Soap "Verbotene Liebe" (werktags, 18.00 Uhr) gibt es ein neues Pärchen - allerdings handelt es sich um Zwillinge mit einem beinahe übersinnlichen Verständnis füreinander. Tristan mag noch so viele Frauen abschleppen, an seine Schwester reicht keine heran. Während Helena schon ab 2. Oktober zu sehen ist, hat der Herzensbrecher seinen ersten Auftritt am 23. Oktober. Gespielt werden die zwei Neuen im Hause von Lahnstein, Geschwister von Sebastian und Rebecca, von Renée Weibel und Jens Hartwig. Der 29-jährige Schauspieler findet seine Rolle als schlitzohriger, manchmal skrupelloser Frauenheld zwar sympathisch, im wahren Leben wäre ihm ein solches Verhalten aber zu kraftraubend: "Für so viele Frauen hätte ich gar nicht die Energie."
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teleschau: Wie gefällt Ihnen die Rolle als Ladykiller?
Jens Hartwig: Tristan ist ein recht verstrickter Charakter, dessen Facetten viel Potential bieten. Als ich sein Profil gelesen habe, wurden meine Augen deshalb ganz groß, weil ich sofort merkte, dass sich mit ihm viel anstellen lässt.
teleschau: Können Sie ihn ein bisschen beschreiben?
Hartwig: Tristan hat zwei Gesichter. Einerseits manipuliert er seine Mitmenschen gerne für seine Zwecke und ist manchmal recht skrupellos beim Erreichen seiner Ziele: Der Zweck heiligt die Mittel. Dabei ist er aber meistens sehr charmant, deshalb kann ihm niemand richtig böse sein. Er ist mehr Schlitzohr als Fiesling. Seine zweite Seite zeigt er nur gegenüber seiner Schwester. Bei ihr ist er ehrlich, sensibel und ganz ohne Maskerade.
teleschau: Macht Ihnen die "dunkle" Seite Spaß?
Jens Hartwig: Natürlich, mit Tristan wird es nie langweilig! Ich denke, es gibt auch ein paar Parallelen zwischen uns. Die Leichtigkeit und die Unbefangenheit, die er in die Serie bringt, kenne ich auch von mir. Trotzdem bin ich privat um einiges nachdenklicher.
teleschau: Tristan ist ein ziemlicher Frauentyp. Haben Sie das auch gemeinsam?
Hartwig: Na ja, ich habe gerade eine ziemlich lange Beziehung hinter mir - ich denke, Tristan könnte das nicht von sich behaupten. Ansonsten ... sagen wir so: Wer flirtet nicht gerne? (lacht)
teleschau: Sind Sie dabei genauso erfolgreich?
Hartwig: Ich glaube, seine Quote lässt sich im realen Leben nur schwer erreichen - bei ihm geht das Schlag auf Schlag. Privat wäre mir das vermutlich zu anstrengend.
teleschau: Als Single ist es bestimmt einfacher, einen Frauenhelden zu spielen ...
Hartwig: Stimmt. Ohne Beziehung kann ich prinzipiell schalten und walten, wie ich will. Natürlich spielt es auch immer eine Rolle, mit wem man zusammen ist. Wenn der Partner ebenfalls als Schauspieler arbeitet, ist es meistens einfacher. In dem Fall weiß er eben, dass das alles zur Arbeit dazugehört. Bei anderen Partnerschaften kann es schon mal schwieriger werden. Schauspieler müssen sehr viel Verständnis einfordern.
teleschau: Um ein Zwillingspärchen überzeugend rüber zu bringen, muss man sich doch sicher auch privat verstehen ...
Hartwig: Es macht es jedenfalls nicht leichter, wenn man sich nicht leiden kann. Aber auch dann muss man seine Arbeit machen können. Das gehört zum Job. In diesem Fall hatten wir Glück. Renée und ich verstanden uns von Anfang an prima. Schon am ersten Tag merkten wir beide, dass die Chemie stimmt. Wir sind inzwischen auch privat wie Bruder und Schwester.
teleschau: Wie finden Sie neben der Arbeit Ihren Ausgleich?
Hartwig: Ich treibe sehr viel Sport und habe gerade erst ein neues Hobby für mich entdeckt: Wakeboarden. Ich lasse mich bei jeder Gelegenheit übers Wasser ziehen - das ist zu einer richtigen Sucht geworden. So geht es mir beim Sport häufig. Früher trieb ich zum Beispiel viel Kampfsport und trainierte fast jeden Tag. Ich probiere grundsätzlich gerne Neues aus.
teleschau: "Verbotene Liebe" läuft seit 15 Jahren im deutschen Fernsehen. Hat Sie das im Vorfeld nervös gemacht?
Hartwig: So richtig bewusst wurde mir das erst, als es dann ernst wurde. Ich spielte vorher hauptsächlich am Theater. Es ist toll, dass ich jetzt in einer so etablierten Fernsehserie mitspielen darf.
teleschau: Zwei Ihrer Kollegen sind von Anfang an dabei. Könnten Sie sich vorstellen, so lange dabei zu bleiben?
Hartwig: 15 Jahre sind natürlich eine lange Zeit. Aber grundsätzlich spricht nie etwas dagegen. Jetzt kann ich das natürlich noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich mich schon jetzt wahnsinnig auf die kommende Zeit bei "Verbotene Liebe" freue!
Melanie Grimm
Jens Hartwig spielt in der ARD-Daily-Soap "Verbotene Liebe" den Frauenhelden Tristan von Lahnstein. (ARD / Anja Glitsch)
"Wer flirtet nicht gerne?" Jens Hartwig findet seine Rolle im Grunde ganz sympathisch. (ARD / Anja Glitsch)
Tristan (Jens Hartwig) und Helena (Renée Weibel) - das Zwillingspärchen von Lahnstein ist unzertrennlich. (ARD / Anja Glitsch)
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