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Cool: Devendra Banharts "What Will We Be"

Devendra Banhart What Will We Be

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Dass nach fünf mehr oder weniger erfolgreichen Alben jetzt die große Industrie auf Devendra Banhart aufmerksam wurde, ist für den Künstler finanziell vermutlich eine ganz angenehme Sache, für den Hörer aber ziemlich egal. Denn die Inszenierung seiner kleinen, wunderlichen Folksongs überlässt er nach wie vor nur scheinbar dem Zufall, nachzuhören in "Angelika", das in der Mitte regelrecht umkippt: Das Lied an sich wird leiser, legt sich quasi schlafen. Der Beat, der hier viel mit Baterias, mit Perkussion und Südamerika zu tun hat, übernimmt das Zepter. Die schönste Stelle in einem mehr als ordentlichen Album namens "What Will We Be".

Nach wie vor lebt die Musik Banharts davon, dass sie einerseits unberechenbar ist, auch mal aus dem Erwartungshorizont ausbricht, andererseits das aber lediglich in einem Rahmen tut, den der Hörer noch zu tolerieren gewillt ist. Im vorliegenden Falle schwankt er erneut zwischen allem, was eine musikalische Geschichte in der Vergangenheit hat.

Neben "Angelika" schafft er so einige weitere Lieder, die man in die engere Auswahl packen würde, sollte es von dem kauzigen Bartmann jemals eine Best-Of geben. Da ist etwa das schweinecoole und irgendwo zwischen John Phillips und Lou Reed oszillierende "Baby", der hübsche Hippie-Bluesrock "Rats", das chansoneske "Maria Lionza" oder der kleine Latin-Jazz "Brindo". Das alles wirkt zunächst wunderbar spontan und beruhigend. Es wurde fein und genau gearbeitet, Banhart hält die Balance zwischen Song und Inszenierung. Und das ist wohl das beste Kompliment, das man einem Album machen kann.

Jochen Overbeck


Datum: 04.12.2009

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