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Mein Name ist JoeZeitverzögert, einen Tag nach der von Anke Engelke moderierten Gala in der Jahrhunderthalle Bochum, zeigt ARTE die Höhepunkte der Verleihung des 22. Europäischen Filmpreises. Zu den Preisträgern gehört etwa die französische Schauspielerin Isabelle Huppert - für ihren europäischen Beitrag zum Weltkino. Der britische Regisseur Ken Loach erhält den Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk. Der ARTE-Themenabend "Europas Sterne strahlen" rückt den Filmemacher in den Fokus und startet mit seinem 1997 entstanden Arbeiterklassedrama "Mein Name ist Joe", das dem Schauspieler Peter Mullan bei den Filmfestspielen in Cannes 1998 den Preis für den besten Hauptdarsteller einbrachte. Unter anderem gewann der Film den Publikumspreis in Locarno und den British Independent Film Award. "Mein Name ist Joe. Ich bin Alkoholiker." Mit diesen ernüchternden Worten beginnt ein Film, der die graue Realität in einem Glasgower Elendsviertel schonungslos vor Augen führt. Dort leben Menschen, die es in ihrem Leben zu nichts gebracht haben. Zu den Verlierern gehört auch der Held des Films: Joe (Peter Mullan), ein alkoholkranker Ex-Dealer. Mit aller Kraft wehrt er sich gegen seine Sucht und das soziale Elend. Dabei behält er aber seinen Humor. Denn Joe überlebt gerade deshalb, weil er in jeder Situation den passenden Spruch auf Lager hat. Der 37-jährige Joe ist ohne Arbeit, mittellos und alkoholkrank. Was ihm bleibt, sagt er einmal in der Runde der Anonymen Alkoholiker, sei nur noch sein Name. Damit untertreibt er aber. Denn für die Fußballmannschaft, in der er Gettokinder trainiert, aber auch für die Sozialhelferin Sarah (Louise Goodall) ist er mehr als ein Suchtkranker: Den kleinen Fußballern gibt er die Hoffnung auf ein geordnetes Leben, und für Sarah bedeutet er die lang ersehnte große Liebe. Doch trotz der aufmunternden Arbeit mit den Straßenkindern und der Leidenschaft für Sarah kommt Joe von seiner Vergangenheit nicht los. Drogen, Gewalt, städtische Bürokraten und die Launigkeit Sarahs bringen das Gleichgewicht ins Wanken, das Joe sich so hart erkämpft hat. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Druck von außen zu stark wird, um weiter standhaft zu bleiben. "Mein Name ist Joe" ist ein Außenseiterdrama, das dunkle Flecken in der makellosen Fassade der modernen Gesellschaft aufdeckt. Ken Loach will mit seinem Film provozieren. Daher verzichtet er auf ein erlösendes Happy-End und zeigt, was wahrscheinlicher ist: den Rückfall eines Helden, der an der Übermacht einer feindseligen Welt scheitert. Peter Mullan verleiht seiner Figur jenen eigentümlichen Humor, der den Zuschauer bei aller Trostlosigkeit des Films manchmal lächeln lässt. Um 22.00 Uhr schließt sich die Aufzeichnung von der Preisverleihung an. Die Gala wird als Live-Stream am Samstag, 12. Dezember, ab 20.00 Uhr, im Internet übertragen (www.europeanfilmacademy.org). Frank Rauscher |
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