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Das Comeback

Das Comeback

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Das Ergebnis des alles entscheidenden Kampfes kann jeder problemlos nachlesen. Dennoch soll es hier nicht vorweggenommen werden. So oder so, Jim Braddock wäre in jedem Fall eine Boxlegende geworden. Unzählige Biopics gab es 2005, einige davon waren überflüssig. Dieses hier sicher nicht. Schade, dass Ron Howards Regiearbeit "Das Comeback" gerade in den deutschen Kinos unterging. Man hatte hierzulande wohl genug von diesen Boxer-Epen. Dennoch: Es lohnt nun zumindest der Blick auf die DVD, deren Anschaffung jedem empfohlen sei, der großes Schauspieler-Kino schätzt.

Wie schon in "The Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" gehen Ron Howard und Russell Crowe gemeinsam zurück in die Vergangenheit, diesmal ins New York der späten 20er-Jahre. Als disziplinierter Boxer feiert James "Jim" Braddock (Crowe) Erfolge, unterstützt von seiner hingebungsvollen Gattin Mae (Renée Zellweger) und dem harten, aber einfühlsamen Coach Joe Gould. Da bricht er sich die starke rechte Hand, verliert erst ein paar Kämpfe und dann gar seine Boxlizenz. Ende 1933 ist er am Ende - finanziell und emotional, wie die USA, die unter der Depression leidet.

Doch der ehrliche Familienvater gibt nicht auf, trainiert statt der kaputten Rechten beim Arbeiten in den Docks eben die Linke, lässt weder die Frau noch die drei Kinder im Stich und glaubt an das Gute. Was ihm denn auch widerfährt, als es Gould gelingt, für Braddock am 14. Juni 1934 einen Kampf im Vorprogramm des WM-Titelfights zu arrangieren.

Obwohl nicht austrainiert, hungrig und quasi chancenlos, steigt er in den Ring - und schlägt seinen favorisierten Gegner mit der erstarkten Linken zu Boden. Ein Comeback, das ihm von Sportreporter Damon Runyan den Spitznamen "Cinderella Man" (so der Originaltitel des Films) einbringt. Dank Goulds Verhandlungsgeschick bleibt es nicht bei diesem einen Kampf. Jim boxt weiter und steht schließlich vor der größten - und gefährlichsten - Herausforderung seiner Karriere: dem Titelkampf gegen den amtierenden Weltmeister Max Baer (Craig Bierko), der bereits zwei seiner Gegner im Ring getötet hat. Das Publikum steht auf der Seite des Stehaufmännchens Braddock. Und weil das hier eben kein "Rocky"-Film" ist, sondern einer, der auf realen Ereignissen basiert, darf der Betrachter wirklich gespannt sein, wie sich Braddock im Ring schlägt.

Ohne Zweifel, sowohl Russell Crowe als auch Ron Howard legen mit diesem packenden Biopic die beste Arbeit ihrer Karriere vor. Crowe vereint Einfühlungsvermögen und Härte, Stolz und absolute Hingabe, Verletzlichkeit, aber auch Verbissenheit in seinem Porträt dieses herausragenden Boxers, das nur in wenigen, von Thomas Newmans emotionalem Score ertränkten Momenten nicht völlig aufgeht.

Ein bisschen schade ist es schon, dass der Film nun mit recht wenig Zuatzmaterial auf den Markt kommt. Da scheint wohl eine Special Edition angedacht. Immerhin enthält die DVD unter dem Titel "Plätze am Boxring" einige Ausschnitte aus dem realen Kampf zwischen Baer und Braddock, die beweisen, dass Ron Howard sich bei der Inszenierung der letzten Runde dann doch einige künstlerische Freiheiten nahm. Hinzu kommen einige zusätzliche Szenen, von denen zumindest eine (ein tief gesunkener Braddock weint in Gegenwart seines Trainers) große Strahlkraft hat.

Grau, Braun und Schwarz dominieren die zurückhaltende Farbgebung des Films, der die trübe Atmosphäre der krisengeschüttelten 30er-Jahre widerspiegelt. Die DVD weist hier gute Werte auf. Zurückhaltender, als man annehmen könnte, ist der 5.1-Sound, der selbst bei den großen Boxkämpfen die Surrounds nur ab und an nutzt.

Tom Ruder

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1), Türkisch (5.1)
untertitel Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch, Türkisch, Arabisch
extras Zusätzliche Szenen mit optionalem Audio-Kommentar von Regisseur Ron Howard; Featurette "Plätze am Boxring"
laufzeit 139 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 23 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras ausreichend

Credits:
(USA 2005, R: Ron Howard, D: Russell Crowe, Renée Zellweger, Paul Giamatti u.a.)


In den deutschen Kinos war Ron Howards "Das Comeback" kein Erfolg vergönnt. Auf DVD sollte es besser klappen.
In den deutschen Kinos war Ron Howards "Das Comeback" kein Erfolg vergönnt. Auf DVD sollte es besser klappen. (Universal Pictures-Miramax Films-Imagine Entertainment)

Der ehrgeizige Kämpfer James "Jim" Braddock (Russell Crowe) gibt so schnell nicht auf.
Der ehrgeizige Kämpfer James "Jim" Braddock (Russell Crowe) gibt so schnell nicht auf. (Universal Pictures-Miramax Films-Imagine Entertainment)

Beim Kampf um den Schwergewichtstitel ist James (Russell Crowe) sehr auf die Unterstützung seiner Frau Mae (Renée Zellweger) angewiesen.
Beim Kampf um den Schwergewichtstitel ist James (Russell Crowe) sehr auf die Unterstützung seiner Frau Mae (Renée Zellweger) angewiesen. (Universal Pictures-Miramax Films-Imagine Entertainment)

Datum: 18.01.2006

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