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"Die alles begehren" sind Liz Taylor und Richard Burton

Die alles begehren

"Die auf erstaunliche Weise unabhängigste, schönste, weltentrückteste, entfernteste, unerreichbarste Frau, die ich je gesehen habe." Richard Burton war zeit seines Lebens fasziniert von Liz Taylor; die beiden führten die wohl turbulenteste Hollywood-Beziehung in der Geschichte der Traumfabrik. Zwei Hochzeiten, zwei Scheidungen, dazu immer wieder Affären. Das Drama "Die alles begehren" (1965), das die ARD nun zeigt, war ihr erster Film als junges Ehepaar. Er beweist allerdings, dass sich die Hitze der Privatbeziehung nicht unbedingt auf den Bildschirm übertragen muss.

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Natürlich, Chemie haben die beiden schon, und das dezente bis lustlose Spiel Burtons kann durchaus dem Drehbuch geschuldet sein. Er stellt den strengen episkopalen Priester Edward Hewitt dar, an dessen Schule Danny (Morgan Mason), der Sohn der freigeistigen Laura Reynolds (Taylor), unterrichtet werden soll.

Laura ist ein Skandal - eine Künstlerin, eine alleinerziehende Mutter mit einem unehelichen Sohn, den sie bisher auch noch in ihrem Haus an der kalifornischen Küste unterrichtet hat, um ihn von gesellschaftlichen Konventionen fernzuhalten. Doch dann gerät Danny in Schwierigkeiten mit dem Gesetz. Ein Richter ordnet an, dass er, um dem Einfluss der Mutter entzogen zu werden, das christliche Internat besuchen soll, das von Hewitt und seiner Frau Claire (Eva Marie Saint) geleitet wird. Da Danny sich nur schwer anpassen kann, drängt Claire ihren Mann, Laura zu besuchen, um mehr über Dannys Erziehung zu erfahren - ein Fehler: Edward verliebt sich in Laura und sie sich in ihn.

So nimmt das Unglück seinen Lauf: Für Edward und Laura, deren Affäre völlig gegen Edwards strenge Moralgrundsätze geht, für Claire, die nach dessen Beichte ihren Mann erst einmal verlässt - und leider gelegentlich auch für den Zuschauer, der immer wieder Dialoge ertragen muss, die Tiefe vermitteln sollen, aber klingen wie aus einer Nachmittags-Seifenoper. Der Einzige, dem die Geschichte gut tut, ist Danny: Er blüht allmählich auf, als Edward die strengen Regeln seiner Schule lockert und ihm größere Lernfreiheiten gibt.

Doch obwohl die kitschigen Dialoge von Schauspielern vorgetragen werden, die für ihre Verhältnisse keine Glanzleistungen abliefern, so zählen diese Schauspieler doch immer noch zu den besten (und bestaussehendsten) ihrer Generation. Zudem entschädigen wunderbare Landschaftsaufnahmen des kalifornischen Küstenstreifens Big Sur für die Schwächen des Films, und man hat die einmalige Gelegenheit, Charles Bronson in einer Rolle als Künstler zu erleben statt als Haudrauf. Schlaflosen sei "Die alles begehren" also dringend ans Herz gelegt, denn besser als die Konkurrenz um diese Zeit ist der Film allemal.

Sabine Metzger


Der verheiratete Priester Dr. Edward Hewitt (Richard Burton) hat sich in die kapriziöse Malerin Laura Reynolds (Elizabeth Taylor) verliebt.
Der verheiratete Priester Dr. Edward Hewitt (Richard Burton) hat sich in die kapriziöse Malerin Laura Reynolds (Elizabeth Taylor) verliebt. (ARD / Degeto)

Datum: 22.12.2009

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