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Ein "Motel" wird zur Horror-Bühne

Motel

Eine Autopanne nachts im Nirgendwo, ein leeres Haus und seltsame Gestalten, die ihre Hilfe anbieten - jeder halbwegs erfahrene Kinogänger ist bei dieser Konstellation vorgewarnt. Nur die Menschen auf der Leinwand erkennen die Gefahr meist erst, wenn bereits jemand abgeschlachtet wurde. Keine Sorge, der US-Thriller "Motel" (2007), der am ersten Weihnachtstag als Free-TV-Premiere bei ProSieben für eine gar nicht stille Nacht sorgt, ist dann doch ein wenig anders. Allerdings wollten ihn hierzulande nur knapp 100.000 Kinogänger sehen.

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Der Film orientiert sich im Aufbau an den Schockern von Suspense-Altmeister Alfred Hitchcock. Das heißt, er lässt sich bei der Einführung der beiden zentralen Personen David (Luke Wilson) und Amy (Kate Beckinsale) reichlich Zeit, schafft aber schon durch menschliche Konflikte eine unterschwellig unheimliche Atmosphäre. Die beiden stehen kurz vor der Scheidung, die Trauer um ihren kleinen Sohn hat sie entzweit. Auf ihrer letzten gemeinsamen Reise wird ihnen die gewählte Abkürzung durchs Hinterland zum Verhängnis. Sie haben eine Autopanne und müssen widerwillig in einem schmuddeligen Motel auf den nächsten Morgen warten. An der Rezeption arbeitet der Eigentümer Mason (Frank Whaley). Ein seltsamer Kauz, der sich zum Zeitvertreib nachts Horrorfilme ansieht.

An Schlaf ist auch in Davids und Amys "Honeymoon Suite" nicht zu denken. Nervende Klopfgeräusche aus dem Nebenzimmer lassen sie auf den ekligen Bettlaken keine Ruhe finden. David will sich mit fernsehen ablenken und schiebt eine herumliegende Videokassette ein. Was er sieht, lässt seinen Atem stocken. In den Filmen werden Menschen bestialisch ermordet. Und bei genauem Hinsehen erkennt er, dass die Morde in genau demselben Zimmer geschahen, in dem Amy und er sich jetzt befinden.

Das mit Kameras ausgestattete Zimmer ist ein "Set" und David und Amy sollen die "Hauptdarsteller" in einem Snuff-Film sein, bei dem sie vor laufender Kamera umgebracht werden. Da die Killer sich aber an der Angst der Opfer weiden wollen, lassen sie sich noch ein wenig Zeit mit ihrer grausamen Tat. Die beiden müssen sich also schnell etwas einfallen lassen.

Wer einen blutrünstigen Slasher erwartet, wird enttäuscht. Die atmosphärisch dichte Inszenierung von Nimród Antal, einem amerikanischen Regisseur mit ungarischen Wurzeln, folgt nicht dem derzeit im Horror-Genre angesagten Splatter- und Foltertrend. In "Motel" geht es mehr ums Überleben als ums Sterben. Starke Nerven benötigt man dennoch - die Todesangst ist ständig präsent und wird durch ein zynisches Katz-und-Maus-Spiel noch auf die Spitze getrieben. - In ihrem nächsten Kinofilm "Everybody's Fine" (Start: 18.03.2010) wird Kate Beckinsale von Robert De Niro "heimgesucht". Die Hollywood-Legende spielt einen Witwer, der sich mit all seinen Kindern aussöhnen will.

Franziska Kramer



Mit Entsetzen stellen David (Luke Wilson) und Amy Fox (Kate Beckinsale) fest, dass sie als Hauptdarsteller für einen Snuff-Film auserkoren sind.
Mit Entsetzen stellen David (Luke Wilson) und Amy Fox (Kate Beckinsale) fest, dass sie als Hauptdarsteller für einen Snuff-Film auserkoren sind. (ProSieben / 2007 CPT Holdings, Inc.)

Können David (Luke Wilson) und Amy (Kate Beckinsale) noch rechtzeitig vor ihren Mördern fliehen?
Können David (Luke Wilson) und Amy (Kate Beckinsale) noch rechtzeitig vor ihren Mördern fliehen? (ProSieben / 2007 CPT Holdings, Inc.)

Der Motel-Besitzer (Frank Whaley) bietet Amy und David ein völlig verdrecktes Zimmer an, doch das ist noch ihr geringstes Problem ...
Der Motel-Besitzer (Frank Whaley) bietet Amy und David ein völlig verdrecktes Zimmer an, doch das ist noch ihr geringstes Problem ... (ProSieben / 2007 CPT Holdings, Inc.)

Datum: 25.12.2009

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