"Wenn Träume fliegen lernen", kann es etwas kitschig werden
.
Wenn Träume fliegen lernen
Es geht um den Mann, der Peter Pan war: "Wenn Träume fliegen lernen" ist ein Teil der Lebensgeschichte des Autors J. M. Barrie und gleichzeitig die Entstehungsgeschichte dessen berühmtesten Stücks, das 2004 genau 100 Jahre alt wurde. Der Dramatiker schuf mit "Peter Pan, Or The Boy Who Wouldn't Grow Up" ein Meisterwerk über das Erwachsenwerden und das Kindbleiben. Ohne Pathos, ohne gestelzte Emotion oder Effekthascherei gelang es 2004 dem Regisseur Marc Forster, großes Gefühlskino auf die Leinwand zu bringen, das vor allem durch die hervorragenden, weil unaufdringlichen Schauspieler getragen wird. SAT.1 zeigt den Film nun zum wiederholten Mal.
Anzeige
Johnny Depp brilliert, wie in den meisten seiner Filme, auch bei "Wenn Träume fliegen lernen". Als schottisch-stämmiger Bühnenautor J. M. Barrie versteht er es, lediglich kanalisierend zu wirken und den Plot nicht gänzlich an sich zu ziehen. Barries letztes in London zur Jahrhundertwende aufgeführtes Stück ist ein Reinfall, und der Autor leidet unter der gesellschaftlichen Schmach wie ein geprügelter Hund. Der Schriftsteller gilt zwar als einer der talentiertesten Englands, doch ihm fehlt die Inspiration. Die Luft ist raus, auch aus seiner Ehe mit Mary Ansell (Radha Mitchell).
Eines Tages trifft der Dramatiker im Park auf die junge Witwe Sylvia Llewelyn Davies (Kate Winslet) und ihre vier kleinen Söhne, mit denen er sich umgehend anfreundet. Die Kinder offenbaren ihm eine Welt voller neuer Ideen, wie sie eben nur Kindern eigen sind. Auch die Freundschaft zu ihrer Mutter bewirkt, dass sich Barrie wandelt und neuen Schaffensmut fasst. Durch das Erfinden immer neuer Fantasiewelten verblasst bei den Jungen auch die quälende Erinnerung an den Tod ihres Vaters, der an Krebs starb. Barrie entschließt sich, nur halbherzig von seinem Mentor und Gönner Charles Frohman (Dustin Hoffman) unterstützt, seine Fantasiewelt als Theaterstück auf die Bühne zu bringen, mit "Peter Pan", benannt nach dem jüngsten Spross der Llewelyn-Familie Peter, in der Rolle des kindlichen Helden.
Währenddessen leidet Sylvia immer stärker an schlimmen Krankheitssymptomen. Noch vor der Uraufführung der aus dieser zarten Bande resultierenden Geschichte strömt das Unvermeidbare auf den Schriftsteller und die Familie ein: Mit Schmerz, Trennung und Tod konfrontiert zerbricht sie aber nicht daran. Gar versöhnlich wirkt das Ende, die Hoffnung, mit der "Nimmerland" sein Publikum fesselte: ein Ort, an dem es kein Leid gibt, ein Land, in dem Kinder fliegen können, Feen leben und alles möglich ist, was man sich erträumt.
"Wenn Träume fliegen lernen" ist nicht als Hommage an J. M. Barrie zu verstehen, sondern an dessen Idee. Vor dem Erwachsenwerden kann "Peter Pan" kein Kind zurückhalten, doch die Magie der Kindheit soll es ein Leben lang begleiten. Bei den Dreharbeiten wurden eigens ursprüngliche Regieanweisungen Barries an seine damaligen Schauspieler mit übernommen wie: "Alle Figuren, ob Erwachsene oder Babys, müssen sich mit einer kindlichen Einstellung schmücken." Dass die Authentizität bei der Verfilmung etwas litt, sei verziehen. Sylvia Llewelyn Davies hatte fünf statt vier Söhne, auch starb sie erst sechs Jahre nach der Premiere. Und Barries Ehefrau ließ sich ebenso erst zu einem späteren Zeitpunkt von ihm scheiden und nicht just zur Premiere.
"Wenn Träume fliegen lernen" wurde zu Recht für sieben Oscars nominiert, darunter als "bester Film" und für den "besten Hauptdarsteller", erhielt aber nur einen für die beste Musik. Mit knapp 500.000 Zuschauern lief er unter Wert in den deutschen Kinos. Mit knapp über zwei Millionen Fernsehzuschauern war auch die TV-Premiere bei SAT.1 im April 2008 ein Misserfolg.
Jasmin Herzog
Auf der Suche nach Inspiration für sein neues Stück trifft Sir James Matthew Barrie (Johnny Depp) eines Tages auf die wahre Liebe: Sylvia Llewelyn Davies (Kate Winslet). (Miramax Films. All rights reserved)
Der Schriftsteller J. H. Barrie (Johnny Depp) hat sich das Kind im Mann bewahrt. (Miramax Films. All rights reserved)
Der Bühnenautor James Matthew Barrie (Johnny Depp, links) wird durch Peter (Freddie Highmore) und dessen Brüder zu einem Meisterwerk inspiriert. (Miramax Films. All rights reserved)
Ultraviolet
"Resident Evil" zum Vierten: "Afterlife" befindet sich derzeit in Vorbereitung und soll am 16. September 2010 in die Kinos kommen. In den vergangenen Wochen hatten Hauptdarstellerin Milla ...
Gut möglich, dass man dieser Elektra schon einmal begegnet ist. Eine Kriegerin, sinnlich, rachsüchtig und dunkel, mit perfektem Körper und erstaunlichen Kampftechniken. Es war in der wenig erfolgreichen ...
Weit über 200 Millionen Dollar soll die Reaktivierung des größten Superhelden der Kinogeschichte gekostet haben. Was ja keineswegs automatisch einen guten Film garantiert, wie genügend Beispiele in der ...
2011 wird ein Super-Kinojahr: Unter anderem wollen "Superman", "Captain America", "The Green Lantern" und "Thor" die Leinwände erobern. Geplant sind außerdem drei weitere "X-Men"-Abenteuer: "Deadpool" ...
Ein Mauerblümchen und sein großer Traum: endlich so hip, gestylt und beliebt zu sein wie die Schönheiten auf den Titelbildern der Frauenzeitschriften. So nachvollziehbar die Geschichte auch beginnt, so ...
Sie singt, sie tanzt und arbeitet als Schauspielerin, sie sieht gut aus, ist wahnsinnig erfolgreich und glücklich verheiratet - Beyoncé Knowles ist ein wahres Wunderwesen. Daher lag die Wahl wohl nahe, ...
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream