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Kraftwerk: Minimum-Maximum

Elektrofantastisch gut

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Eigentlich verblüffend, das im Zuge der allgemeinen Digitalisierung und Resteverwertung sämtlichen visuellen Pop-Materials noch niemand bei Kraftwerk vorbeigeschaut hat. Art- und zeitverwandte Bands wie die Residents oder Devo brachten in den letzten Jahren so gute Teile ihres Back-Katalogs unters Volk - Gewinn bringend für die Erkenntnis der Fans und für das eigene Bankkonto. Von Kraftwerk erscheint erst jetzt die erste DVD: "Minimum - Maximum" ist sozusagen die Chronik der letztjährigen Welttournee.

Wer die Herren Hütter, Schneider, Hilpert und Schmitz kennt, weiß freilich, dass man da so einiges erklären muss. Wie schon bei ihrer Musik beschränken sich Kraftwerk hier nicht auf das Konventionelle. Sie nehmen ihre Konzertreise als Projektionsfläche und Ausgangspunkt. Das, was auf der Bühne passiert, hat weniger Relevanz als das, was bei den Konzerten Beiwerk war, als Projektionen und Screenings.

Da wird in "Autobahn" der Bogen vom VW Käfer zur sechsspurigen Schnellstraße gezogen, da tanzt in "Das Model" eine Fünfziger-Jahre-Schönheit verklärt weichgezeichnet über den Schirm. "Trans Europa Express" wird zur Vintage-Zugfahrt, "Computerwelt" erinnert an den Internet-Vorläufer BTX. Und wenn die Kraftwerk-Herren doch einmal eingeblendet werden, dann tun sie - richtig, gar nichts. Stehen bewegungslos, maschinenmäßig hinter ihren Synthies.

Klar, dass eine Band wie Kraftwerk die technischen Möglichkeiten des Mediums erkennt und ausnutzt. Die Bässe kommen heftigst, die Abmischung zwischen Musik und dem Live-Publikum ist allerdings gewöhnungsbedürftig.

Schade, dass Kraftwerk auf Bonusmaterial völlig verzichten. Aber wenig überraschend, haben sie sich doch den Konventionen des Marktes noch nie unterworfen. Dennoch: Auch ohne Gimmicks gefällt "Minimum Maximum" als Dokumentation einer der wenigen international relevanten Bands der deutschen Musikszene.

Jochen Overbeck


Wenig Beiwerk, viel Inhalt: "Minimum - Maximum" von Kraftwerk.
Wenig Beiwerk, viel Inhalt: "Minimum - Maximum" von Kraftwerk. (EMI)

Datum: 19.01.2006

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Diskussion: "Kraftwerk: Minimum-Maximum"

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