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Börsengang

Aus dem Netz aufs Parkett

Mit einem geschätzten Vermögen von zwei Milliarden Dollar muss sich der 25-jährige Mark Zuckerberg über seine finanzielle Zukunft keine Sorgen mehr machen. Der Gründer des sozialen Netzwerks Facebook hat wohl bis an sein Lebensende ausgesorgt. Bei einem eventuell bevorstehenden Börsengang werden die Machtverhältnisse der bisherigen Facebook-Anteilseigner geklärt. Unter ihnen ist Zuckerberg der größte. Auch der zweite Web2.0-Aufsteiger des Jahres, Twitter, erwägt die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Während bei Facebook aber Machtstrukturen gefestigt werden sollen, versucht sich Twitter über den Sprung an die Börse von seinen Geldnöten zu befreien.

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Der eine hat es, der andere braucht es: Geld ist wohl der größte Beweggrund für Twitter-Mitgründer Biz Stone, über eine Veräußerung der Unternehmensanteile nachzudenken. Nach dem anfänglichen Höhenflug wurde das Sozialmedium von September auf Oktober mit einem eklatanten Nutzerrückgang konfrontiert. Innerhalb von nur einem Monat verlor Twitter 27,8 Prozent seiner User, berichtet der Marktanalyst eMarketer. Erklärbar sei der Verlust womöglich mit der zunehmenden Nutzung von mobiler Software, um auf die Twitter-Seite zu gelangen. Gezählt werden allerdings nur Zugriffe über Webbrowser.

Allemal ein bitterer Trend für das Unternehmen, das bislang seine Nutzer- nicht in Umsatzzahlen umwandeln könne. Doch wie soll es dies möglich werden? rausgehen? Eine Möglichkeit sei die Aufnahme von Werbeanzeigen auf die Homepage, sagte Biz Stone bei einer Veranstaltung an der Universität Oxford. Um die Existenz von Twitter langfristig zu sichern, sei auch ein Börsengang nicht ausgeschlossen. Durch den Verkauf von Anteilen würde eine Finanzspritze verschiedener Investoren den Marktwert von Twitter wieder erhöhen.

Es wird heftig spekuliert, ob Facebook ebenfalls über einen Börsengang nachdenkt. Eine offizielle Bestätigung von Gründer Mark Zuckerberg fehlt zwar noch, allerdings hatte er diesen Schritt in der Vergangenheit auch nicht ausgeschlossen. Geplant ist, den bisherigen Investoren sogenannte Klasse-B-Papiere zukommen zu lassen, denen mehr Stimmrechte zugestanden werden als den künftigen Financiers, die "nur" Klasse-A-Aktien erhalten werden. So soll sichergestellt werden, dass die frühen Anteilseigner weiterhin die Kontrolle über Facebook behalten werden. Dies garantiert unter anderem Zuckerberg, der 30 Prozent von Facebook in seinen Händen halten soll, Mitsprache- und Entscheidungsrecht bei allen Belangen des sozialen Netzwerks. Mit über 300 Millionen Usern belegt Facebook mittlerweile den vierten Platz unter den meist angeklickten Seiten weltweit. Davor liegen nur Google, Bing und Yahoo.

Die Idee, das Unternehmen in eine Zwei-Klassen-Aktiengesellschaft aufzuteilen, hat sich schon einmal als Erfolg erwiesen: 2004 ging Google mit diesem Konzept an die Börse, um die Führungskompetenzen der Gründer Sergey Brin und Larry Page zu wahren. Gelohnt hat sich das auf jeden Fall: Zusammen sind die beiden mittlerweile 22 Milliarden Dollar schwer.

Julia Kreissl


Facebook bereitet seinen Börsengang vor.
Facebook bereitet seinen Börsengang vor. (www.facebook.de)

Twitter hat Geldprobleme. Ob ein Börsengang da helfen kann?
Twitter hat Geldprobleme. Ob ein Börsengang da helfen kann? (www.twitter.com)

Datum: 01.12.2009

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Diskussion: "Börsengang"

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