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"Adam" ist autistisch, aber das macht nichts

Adam

(vm/tsch) Können sich Autisten verlieben? „Lars und die Frauen“ sagte ja, auch wenn die Angebetete eine Sex-Puppe war. Nun geht es um „Adam“, der sich in seine schöne Nachbarin verguckt. Obwohl nicht autistisch wie er, ist sie doch ziemlich weltfremd, und das bedeutet: Weg frei für eine Romanze zwischen den beiden. Die kleine Indie-Produktion „Adam“ ist nett und schmerzfrei. Zu nett und schmerzfrei, wenn man bedenkt, um welch ernsthaften Probleme es da eigentlich geht. Nicht, dass man mit dem Thema nicht spielerisch umgehen könnte: „Benny und Joon“ (1993) etwa zeigte, wie das geht. „Adam“ schafft es jedoch nicht, das Geschehen auf eine ästhetische Ebene zu übertragen und so wirkt er oft zu oberflächlich.

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Die Liebe und ihre Unmöglichkeit - das ist klassischer Filmstoff. Und weil "Adam" eine Indie-Produktion ist, sind die Protagonisten komische Kauze, die von der Welt nicht verstanden werden. Adam (Hugh Dancy) lebte immer schon zurückgezogen von der Welt. Er hatte zwar einen Job in einer Puppenwerkstatt, wurde ansonsten aber von seinem Vater beschützt. Doch der stirbt zu Beginn des Films, und der Autist ist plötzlich allein in der Wohnung, muss selbst mit dem Alltag zurechtkommen.

Und von dem versteht er nichts: Weil Adam seine Gefühle nicht kennt und keinerlei Empathie-Vermögen hat. Auftritt Beth (Rose Byrne) - die hübsche neue Nachbarin hat auch ein paar emotionale Probleme, redet Adam aber schwindlig. Der genießt dieses neue Gefühl, und ein paar niedliche aber prätentiöse Szenen später probieren es die beiden miteinander. - Kitsch, Kämpfe, Katharsis - das ist der Lauf der Dinge bei Regisseur Max Mayer. Seine Romanze ist nett und recht schmerzfrei anzusehen. Aber es ist auch sehr dankbar, die Geschichte zweier von vornherein sympathischer Weltflüchtlinge zu erzählen.

Dass nicht alles glattgeht in der Beziehung, dass Adam und Beth miteinander kämpfen müssen, dass ihr Zusammenleben von Beth eine Menge Verständnis abverlangt und von Adam jeden Tag einen neuen Sprung über seinen stummen Schatten, das erdet den Film zumindest ein wenig. Es reicht aber nicht, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen: "Adam" beackert ein von vielen bestelltes Feld. "Lars und die Frauen" haben vor drei Jahren gezeigt, wie spielerisch leicht, überraschend und lebensnah mit dem Thema Weltfremdheit umgegangen werden kann.

Andreas Fischer

Credits:
V:Fox, USA 2009, R: Max Mayer, D: Hugh Dancy, Rose Byrne, Frankie Faison u.a.

Laufzeit: 99 Min.

Kinostart:
10. Dezember 2009


Keine Bindung zur Welt: Der Autist "Adam" und seine Nachbarin versuchen trotzdem, eine Beziehung zu führen.
Keine Bindung zur Welt: Der Autist "Adam" und seine Nachbarin versuchen trotzdem, eine Beziehung zu führen. (2009 Twentieth Century Fox)

Adam (Hugh Dancy) ist eingesperrt in seinen eigenen Käfig: Dem Autisten fehlt jegliches Verständnis für die Gefühlswelten anderer.
Adam (Hugh Dancy) ist eingesperrt in seinen eigenen Käfig: Dem Autisten fehlt jegliches Verständnis für die Gefühlswelten anderer. (2009 Twentieth Century Fox)

Seine schönen Nachbarin Beth (Rose Byrne) führt Adam (Hugh Dancy) behutsam in die echte Welt.
Seine schönen Nachbarin Beth (Rose Byrne) führt Adam (Hugh Dancy) behutsam in die echte Welt. (2009 Twentieth Century Fox)

Datum: 17.12.2009

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