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"Zombieland" ist wie Disneyland

Zombieland

(cg/tsch) Das „Zombieland“ ist nicht einfach irgendwo auf der Welt, es ist Amerika. Tatsächlich rechnet der Film mit amerikanischem Kulturgut ab, allem voran der US-Esskultur. Doch man darf nicht glauben, dass der Horror-Komödie tiefgründige Sozialkritik im Stil eines „Dawn of the Dead“ zugrunde liegt. Vielmehr ähnelt „Zombieland“ Rodruguez’ „Planet Terror“ (2007). Und er hat vor allem ein Ziel: das Publikum zum Lachen zu bringen. Das meistert der coole Mix aus Zombiefilm, Komödie und Road-Movie mit Bravour dank frischen Bildern, originellen Einfällen, schwarzem Humor und nicht zuletzt dem sympathischen Cast (allen voran "Natural Born Killer" Woody Harrelson, hier als Waffennarr und Zombiejäger unterwegs).

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Der Film spielt in einer Zeit in nicht allzu ferner Zukunft, in der hinter jeder Ecke, Toilettentür oder Supermarktkasse ein schreiender, zähnefletschender und Blut spuckender Untoter lauern kann. Überleben kann nur, wer sich geschickt auf das Unvorhersehbare vorbereitet.

Zuerst macht der Zuschauer mit einem schlaksigen College-Außenseiter Bekanntschaft, der 47 Regeln aufgestellt hat, die ihn für den Fall der Fälle wappnen sollen, darunter: Ausdauer haben, immer auf Nummer sicher gehen und niemals versuchen, ein Held zu sein. Jesse Eisenberg, der im Sommer bereits als Lockenkopf mit Beliebtheitsproblemen in "Adventureland" auffiel und nun einen ähnlich peniblen, etwas ängstlichen und immer vorsichtigen Normalo mimt, bildet den extremen Gegenpol zur Haudrauf-Figur Harrelsons. Als sich die so unterschiedlichen Charaktere zufällig über den Weg laufen oder vielmehr fahren, arrangieren sie sich und versuchen, sich gemeinsam durchzuschlagen - und dies im wortwörtlichen Sinne.

Die grelle Abrechnung mit der Esskultur Amerikas strotzt förmlich vor trockenem Humor und gewitzten Einfällen. Zu verdanken ist die skurrile Komik der Abgeklärtheit, mit der die restlichen Überlebenden ihre ausweglos erscheinende Situation ob der schieren Übermacht an blutrünstigen und fleischgierigen Monstren meistern. "Zombieland" folgt weder der stilisierten Ästhetik einer Krawallorgie wie "Shoot 'Em Up" noch einem Zombieklamauk wie "Shaun of the Dead". Mit einer verspielten Mischung aus Konsumnostalgie, Road-Movie-Romantik mit Western-Einschlag und rockigem Soundtrack entstand ein zwar an vielerlei Stellen unappetitlicher, doch insgesamt origineller Ritt durch eine entvölkerte USA. Hinzu kommt eine frische Bildsprache, die sich in Zeitlupen und grafischen Einblendungen förmlich an den grauslich anzuschauenden Ergebnissen der detailverliebten Maskenbildnerei ergötzt.

Am Ende hat Komödienveteran Bill Murray ("Ghostbusters", "Und täglich grüßt das Murmeltier") seinen Auftritt, um sich selbst zu spielen, der sich aus Angst als Scheintoter kostümiert, damit ihn die Zombies nicht finden. Die Bereitschaft Murrays, den klischeehaften Lebensstil verschwenderischer Hollywoodstars zu karikieren, setzt einen pointierten Schlusspunkt am Ende eines kurzen Films von nur knapp 90 Minuten, der keine Minute länger hätte dauern dürfen. Da sich die erzählerische Vision auf die Begleitung zweier Reisenden ohne Ziel beschränkt, deren Lebensinhalt sich zwischen Zombie-Bashing und der Suche nach Schokoriegeln bewegt, braucht es nicht länger, um Kurzweil zu säen.

Daran ändert auch eine zarte Liebesgeschichte nichts, die sich durch die Bekanntschaft mit einem abgebrühten Schwesterpaar abzeichnet. Angenehm fällt auf, dass sich der Regisseur dessen offenbar bewusst war und dem Spaß selbst ein schnelles Ende setzte, ohne sich damit aufzuhalten, der Geschichte ein zuckersüßes Happy-End zu verpassen.

Leif Kramp

Credits:
V:Sony, USA 2009, R: Ruben Fleischer, D: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone u.a.

Laufzeit: 88 Min.

Kinostart:
10. Dezember 2009


Ein großer Spaß für alle ab 16: "Zombieland".
Ein großer Spaß für alle ab 16: "Zombieland". (2009 Sony Pictures Releasing GmbH)

Auf das Werkzeug kommt es an: Mit Knarre und Spitzhacke geht es auf Zombie-Jagd.
Auf das Werkzeug kommt es an: Mit Knarre und Spitzhacke geht es auf Zombie-Jagd. (2009 Sony Pictures Releasing GmbH)

Der Erstkontakt mit einem Untoten öffnet die Augen fürs Wesentliche: College-Liebe einmal anders.
Der Erstkontakt mit einem Untoten öffnet die Augen fürs Wesentliche: College-Liebe einmal anders. (2009 Sony Pictures Releasing GmbH)

Datum: 06.12.2009

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