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Charlie Sheen: vom Bad Boy zum Saubermann

Charlie und die Traumfabrik

Schauspieler Charlie Sheen

Drogen, Prostituierte und häusliche Gewalt: Damit brachte man "Two and a Half Men"-Star Charlie Sheen in der Vergangenheit immer wieder in Verbindung. In der Erfolgsserie, die ProSieben (dienstags, 21.15 Uhr) und kabel eins (werktags, 17.05 Uhr) derzeit Topquoten beschert, spielt er den Womanizer "Charlie", der ein Lotter-Leben ohne Verpflichtungen führt. Das ändert sich allerdings, als sein Bruder mit seinem Sohn bei ihm einzieht und er lernen muss, Verantwortung für sich selbst und andere zu tragen. Klingt verdächtig nach Charlie Sheens tatsächlichem Leben. Denn wie der fiktive Charlie, der durch den Einzug seinen Bruders eine Läuterung erlebt, so scheint der 44-jährige Schauspieler wohl seit Beginn der Serie auch in der Realität so einiges geändert zu haben. Zumindest soll der ehemalige Alkoholiker weg von den Drogen sein. Erst kürzlich schenkte ihm Ehefrau Brooke Zwillinge. Hat "Two and a Half Men" Charlie Sheen bekehrt?

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Zumindest bringt die Erfolgsserie dem ehemaligen Problemkind so einiges an Geld ein. Sheen ist nämlich mit stolzen 825.000 Dollar pro Folge (Rechte an der Serie inklusive) der bestbezahlteste Sitcom-Star Hollywoods. Doch es liegt ein langer Weg hinter ihm. Aufgewachsen in einer Schauspielerfamilie (Vater: Martin Sheen, Bruder: Emilio Estevez), interessierte er sich schon früh für das Film-Geschäft. Auf der Highschool war alles, was ihn beschäftigte, die Schauspielerei und Baseball. Letzteres nahm ihn allerdings so sehr in Anspruch, dass er mehr Zeit auf dem Sportplatz als im Klassenzimmer verbrachte und kurz vor seinem Abschluss wegen schlechter Noten und Schwänzen von der Schule geschmissen wurde. Daraufhin bemühte sich Sheen jedoch mit viel Eifer, eine Karriere in der Schauspielbranche zu starten. Seinen Durchbruch schaffte er 1986 mit dem Klassiker "Platoon" von Oliver Stone.

Es folgten noch einige erfolgreiche Filme bis Mitte der 90-er ("Wall Street", "Young Guns", "Hot Shots!"). Zu dieser Zeit begann Charlie, regelmäßig Drogen zu nehmen, er musste seine erste Entziehungskur machen und baute sich das Image eines Partyhengstes und Womanizers auf. Sowohl beruflich als auch privat folgte schließlich der Absturz. Bei dem Prozess gegen die "Hollywood Madam" und Callgirl-Ring-Betreiberin Heidi Fleiss sagte Sheen aus, er habe selbst Dienste von insgesamt 27 der Edel-Prostituierten in Anspruch genommen. 1998 kam er schließlich ins Krankenhaus wegen einer Überdosis Drogen, an der er fast gestorben wäre.

Sheen ging erneut zum Entzug, und mit dem Jahr 2000 begann sein Comeback. Der Eintritt in die Serie "Chaos City" als Nachfolger von Michael J. Fox erregte die Aufmerksamkeit des TV-Senders CBS, woraufhin dieser mit der Produktion von "Two and a Half Men" begann. Auch Sheens Privatleben schien sich zu stabilisieren. 2002 heiratete er die Schauspielerin Denise Richards, mit der er in den folgenden Jahren seine zwei Töchter Sam und Lola bekam. Außerdem ist Sheen seitdem laut eigener Aussage weg vom Alkohol und sonstigen Drogen: "Clean zu bleiben, ist mir neben meiner Familie das Wichtigste im Leben. Filme, Serien, Geld und der ganze Mist sind für mich nur zweitrangig."

So führte der Schauspieler drei Jahre eine scheinbar glückliche Ehe. Noch vor der Geburt der zweiten Tochter Lola lieferte er sich mit Denise allerdings eine deftige Scheidungsschlacht. Kurz darauf lernte er dann Brooke Allen kennen, die er 2008 heiratete. Im März 2009 kamen die Zwillinge Bob und Max auf die Welt. Charlie Sheen als glücklich verheirateter Ehemann? Vor nicht allzu langer Zeit hätte das niemand erwartet.

Heute spricht der Schauspieler offen über sein früheres Leben und arbeitet bewusst daran, sich von seinem schlechten Image abzuwenden. "Ich habe getrunken, geschnupft, Pillen genommen und redete mir immer wieder ein, ich sei nicht abhängig, weil mir ja schließlich keine Nadel im Arm steckte. Aber ich war abhängig. Besonders vom Alkohol. Durch all die Drogen begrub ich den Respekt gegenüber mir selbst, ich begrub mein Selbstwertgefühl und meinen kreativen Schwung. Ich hätte mich verdammt noch mal fast selbst unter die Erde gebracht!"

Besonders geprägt habe ihn damals ein Gespräch mit Slash von der Band Guns N' Roses, der ihm riet, sich in Entzug zu begeben und mit dem ganzen "Mist" aufzuhören, bevor er stirbt. "Du weißt, dass du zu weit gegangen bist, wenn Slash dir so etwas sagt!" Bedauert der Hollywood-Star nun rückblickend sein wildes Leben? "Ich denke nicht, dass es klug ist, darauf rumzureiten, dass man bedauert, was war. Natürlich bedauert man. Aber was auch immer man getan hat, Gutes oder Schlechtes, es ist ein Teil von deinem jetzigen Ich. Und das ist es, was man ändern und verbessern kann."

Jan Waizenhöfer

Verdient sich eine goldene Nase: Charlie Sheen als "Onkel Charlie" in "Two and a Half Men".
Verdient sich eine goldene Nase: Charlie Sheen als "Onkel Charlie" in "Two and a Half Men". (ProSieben / Warner Brothers Entertainment Inc.)
Ist das wilde Leben vorbei? Charlie Sheen scheint brav geworden zu sein.
Ist das wilde Leben vorbei? Charlie Sheen scheint brav geworden zu sein. (ProSieben / Warner Brothers Entertainment Inc.)
Seit er in "Two and a Half Men" mitspielt, ist Charlie Sheen (rechts, mit Jon Cryer und August T. Jones, links) seriöser geworden.
Seit er in "Two and a Half Men" mitspielt, ist Charlie Sheen (rechts, mit Jon Cryer und August T. Jones, links) seriöser geworden. (ProSieben / Warner Brothers Entertainment Inc.)

Datum: 06.12.2009

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