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"Triff die Elisabeths!" nimmt seine Thematik nicht ernst genug

Triff die Elisabeths!

(mb/tsch) Dass in Frankreich zwischen Weißen und Schwarzen nicht alles glattläuft, ist bekannt. Das bekommen auch die Elisabeths zu spüren: eine zu vier Fünfteln dunkelhäutige, von den Antillen stammende Familie. Doch das ist nicht das einzige Problem. Zwischen Mutter und Vater Elisabeth läuft längst auch nicht mehr alles glatt. Schuld daran ist vor allem er, denn er ist faul und spielsüchtig. „Triff die Elisabeths!“ hört sich also nicht gerade nach Gute-Laune-Kino. Doch genau das ist dieser Film, der, abgesehen von einigen offensichtlichen Slapstick-Einlagen, mit unaufgesetzter und leiser Komik die Geschichte einer zerrütteten Familie erzählt. Und das ist genau das Problem dieser Komödie: Trotz des schwierigen und durchaus tragischen Themas ist sie von der Alltagsrealität weit entfernt. Und so sitzt man als Zuschauer da, nimmt nichts ernst und fühlt sich wohl.

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Ganz im Gegenteil zu den Elisabeths. Die Hänge des Mont Blanc machen dem fünfköpfigen Clan plus Großmutter Bonne Maman (Firmine Richard, "Zusammen ist man weniger allein") ganz schön zu schaffen. Dabei lässt sich Regisseur und Hauptdarsteller Lucien Jean-Baptiste zwar zu einigen offenbaren Slapstick-Einlagen hinreißen, doch "Triff die Elisabeths!" ruht sich keineswegs auf stereotypischem Humor aus.

Stets in die Handlung eingeflochten ist die Beziehungskrise zwischen Vater Jean-Gabriel (Lucien Jean-Baptiste) und seiner weißen Frau Suzy (Anne Consigny). Sie hat seine Wettsucht und seine Faulheit satt, er verspricht trotzdem vollmundig einen Skiurlaub. Da platzt ihr der Kragen, letztendlich kommt sie natürlich doch mit.

Die gelungene Debüt-Komödie zitiert gekonnt aus dem Katalog der Vorurteile, entkräftet und kontextualisiert. Nicht jeder Dialog ist auf Witz gebürstet, manchmal blitzt der pure Ernst der Rassenthematik durch. Keine Minute später zieht der leichtfüßige Charme von "Triff die Elisabeths!" wieder alle Register und erntet Sympathiepunkte. Winterkino zum Wohlfühlen!

Gregor Jossé

Credits:
V:Koolfilm, Frankreich 2008, R: Lucien Jean-Baptiste, D: Anne Consigny, Lucien Jean-Baptiste, JimmyWoha u.a.

Laufzeit: 90 Min.

Kinostart:
31. Dezember 2009


(2009 Koolfilm)

Blaue Flecken auf der blauen Piste: Familienvater Jean-Gabriel (Lucien Jean-Baptiste) und Oma Bonne Maman (Firmine Richard).
Blaue Flecken auf der blauen Piste: Familienvater Jean-Gabriel (Lucien Jean-Baptiste) und Oma Bonne Maman (Firmine Richard). (2009 Koolfilm)

Suzy (Anne Consigny) hat die Flausen ihres Ehemannes satt: Entweder er hält sein Versprechen vom Skiurlaub oder sie verlässt ihn!
Suzy (Anne Consigny) hat die Flausen ihres Ehemannes satt: Entweder er hält sein Versprechen vom Skiurlaub oder sie verlässt ihn! (2009 Koolfilm)

Datum: 27.12.2009

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