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In "Mitternachtszirkus" sind die Vampire cooler als in "Twilight"

Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire

(cg/tsch) Salma Hayek ging in die Filmgeschichte vor allem als mit einer Schlange sexy tanzender Vampir in „From Dusk Till Dawn“ ein. Im abgedrehten „Mitternachtszirkus“, wo sie auch zu sehen ist, geht es ebenfalls um Vampire. Doch hier spielt sie eine Wahrsagerin und trägt zur Abwechslung Vollbart statt Schlange. Sexy ist sie aber immer noch. Das ist in der absurden Märchenwelt, in der der Abenteuer-Fantasy-Film spielt, alles andere als seltsam. Denn wenn man „Mitternachtszirkus“ schaut, verliert das Wort „seltsam“ für eine Weile an Bedeutung. Das phantasie- und humorvolle Kino-Abenteuer wendet sich wie die "Twilight"-Reihe an Teenager mit Hang zum Düsteren, verzichtet aber auf Romantikkitsch. Wahrscheinlich ging es deshalb an den US-Kinokassen unter. Schade.

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Salma Hayek mit Vollbart? Sie allein ist ihr Eintrittsgeld wert. Zumal auch die Gesichtsfrisur, die Hayek als Wahrsagerin Madame Truska trägt, nichts von ihrem Sexappeal raubt. Doch der steht gar nicht im Mittelpunkt. "Mitternachtszirkus" ist ein Film für das pubertierende Publikum, aber eines, das mehr von Blutsaugern erwartet, als ständig verliebt zu sein und eine blasse schöne Menschentochter anzuschmachten. Bereits 2001 erschienen die ersten drei Romane der Reihe des irischen Autors Darren O'Shaughnessy, der sich selbst Darren Shan nennt und seinem Protagonisten den gleichen Namen gab. Regisseur Paul Weitz, dessen Bruder Chris den "Twilight"-Film "New Moon: Biss zur Mittagsstunde" inszenierte, destillierte sie zu einem 109-minütigen Fantasy-Abenteuer.

14 Jahre ist Darren (Chris Massoglia) alt, ein ganz normaler Teenager mit ganz normalen Teenagerproblemen. Die muss er allerdings nach dem Besuch eines merkwürdigen Zirkusses erst mal vergessen. Andere Dinge werden wichtig: Denn in der Freakshow trifft Darren den alten Vampir Larten Crepsley (John C. Reilly), der ihn zu seinem Assistenten macht. Allerdings muss Darren dafür einen Teil seiner Menschlichkeit aufgeben, wird sozusagen zum halben Vampir. Da er seine neue bizarre Lebenswelt noch nicht ganz versteht, macht er einen folgenschweren Fehler: Darren lässt versehentlich eine uralte Fehde zwischen verschiedenen Vampir-Clans zum blutigen Krieg eskalieren.

Vorbei ist es mit der Langeweile, die Darren quälte und ihn überhaupt erst in den Zirkus gehen ließ. Der Junge muss erwachsen werden, und zwar schnell. Das ist im normalen Leben schon nicht ganz einfach, aber in der grotesken Märchenwelt, die Weitz auf der Leinwand schafft, noch viel weniger. Aber keine Angst: Im "Mitternachtszirkus" gibt es weniger Drama als vielmehr fantasievolle, temporeiche Selbstfindung mit unübersehbarem Hang zum Absurden, hübsch anzusehenden Spezialeffekten und groteskem Humor.

Dass die verschiedenen Elemente nicht immer stimmig zueinanderpassen, dass einzelne Figuren verloren in der Handlung stehen und Storylines in Sackgassen enden, muss allerdings in Kauf genommen werden. "Willkommen in der Welt der Vampire" heißt der Film im Untertitel - am besten kann "Mitternachtszirkus" als Einführung in eine ganze Filmreihe begriffen werden. Ob dem Auftakt aber weitere Filme folgen, kann nicht einmal Madame Truska vorhersagen: Bei einem geschätzten Produktionsbudget von 70 Millionen Dollar wurden in den USA gerade einmal 13 Millionen Dollar an den Kinokassen eingenommen.

Andreas Fischer

Credits:
V:Universal, USA 2009, R: Paul Weitz, D: Chris Massoglia, John C. Reilly, Salma Hayek u.a.

Laufzeit: 109 Min.

Kinostart:
07. Januar 2009


Was der Handlung an Originalität fehlt, macht die aberwitzige Inszenierung wett: "Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire".
Was der Handlung an Originalität fehlt, macht die aberwitzige Inszenierung wett: "Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire". (2009 Universal Pictures GmbH)

Vampir Larten Crepsley (John C. Reilly) ist 220 Jahre alt und ganz schön einsam: Also sucht er sich einen Gehilfen.
Vampir Larten Crepsley (John C. Reilly) ist 220 Jahre alt und ganz schön einsam: Also sucht er sich einen Gehilfen. (2009 Universal Pictures GmbH)

Darren (Chris Massoglia, rechts) und sein Kumpel Steve (Josh Hutcherson) gehen aus Langeweile in den Freak-Zirkus.
Darren (Chris Massoglia, rechts) und sein Kumpel Steve (Josh Hutcherson) gehen aus Langeweile in den Freak-Zirkus. (2009 Universal Pictures GmbH)

Datum: 03.01.2010

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