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Keane "Hopes and Fears" (Deluxe Edition)

Keane Hopes And Fears (Deluxe Edition)

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Wer sich einmal gefragt hat, um was es sich bei den Abbildungen handelt, die den Bandschriftzug auf dem Keane-Debüt so schön umrunden, soll nicht länger rätseln: Das sind Klavierhämmer, ein Hinweis auf die für den Sound der Briten maßgeblich verantwortlichen Gerätschaften. Denn nur zur Erinnerung: Die Musik der Band um Tom Chaplin kommt ohne Gitarre aus. Musikalischer Stichwortgeber ist das Klavier Tim Rice-Oxleys. Jetzt erscheint "Hopes And Fears" als sogenannte "Deluxe Edition" - und ist in der Tat ein ziemliches Statement.

Neben dem eigentlichen Album spendierte man bei Universal der Platte rekordverdächtige 25 Bonustracks. Und tatsächlich erklären sie den Werdegang von Keane recht gut, was auch am launigen Begleittext liegen mag. Radiolegende Steve Lamaq erzählt quasi die Band - vom ersten Gig in irgendeinem Pub, in dem zunächst allen die Gitarre fehlte, über ein etwas unbeholfenes Radiointerview bis zu dem Moment, in dem die Platte Nummer eins der britischen Albumcharts wurde.

Wer sich die Songs auf "Hopes And Fears" mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung anhört, erkennt rasch, warum die Rechnung aufging. Die großen, alles umspannenden Melodien haben auch heute wenig von ihrer Macht eingebüßt. Dass Lieder wie "Somewhere Only We Know", "Bend And Break" oder "Bedshaped" im Genre der großen Popballade ganz weit vorne mitspielen, dürfte kaum jemand bestreiten wollen. Verblüffend ist dabei, dass die Produktion ganz offenbar eine geringere Rolle spielt, als man denken möchte.

Hört man die Demoversionen oder die frühen Singles, die 2003 bei Fierce Panda erschienen, wo fünf Jahre früher die Laufbahn der befreundeten Coldplay ihren Anfang nahm, fällt auf: Die Unmittelbarkeit, die Zugänglichkeit der Songs liegt im Material, nicht in der Inszenierung verborgen und zieht sich fast durchs komplette Material - sieht man von den allersten Veröffentlichungen ab, die noch mit Hilfe eines Gitarristen entstanden. Einen Titel wie "Snowed Under", aus dem man im Übrigen auch den Albumtitel entlieh, als B-Seite zu verramschen, ist fast schon eine Dummheit.

Umso trauriger ist es, dass Keane schon mit dem nur oberflächlich düsteren "Under The Iron Sea", sicher aber mit dem vor eineinhalb Jahren erschienenen und sich in aufgesetzt wirkenden Soundspielereien verzettelnden "Perfect Symmetry" nicht mehr an die Größe von "Hopes And Fears" anschließen konnten: So watschte der "NME" das letzte Keane-Album mit zwei von zehn Punkten ab - und verglich es mit einem alten, schmierigen Typen, der einem an der Bushaltestelle erzählt, wie geil die Klaxons wären. Doch bei allem Hohn: Abschreiben sollte man Tom Chaplin und seine Mannen nicht: Im Mai soll eine neue EP erscheinen, das Album dürfte noch in diesem Jahr folgen.

Jochen Overbeck


Datum: 04.01.2010

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