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Die drei Tage des Condor

Die drei Tage des Condor

(tsch) Robert Redford ist eine amerikanische Legende, Filme wie "Der Clou" und "Butch Cassidy und Sundance Kid" legten in den 70-ern die Grundlage dafür. Legendärer aber noch ist sein Verhalten in der Öffentlichkeit. Der gebürtige Kalifornier, der Hollywood längst verlassen hat und nun in der Nähe von San Francisco lebt, gilt als schüchtern und scheu. Die jährliche Ausnahme heißt Sundance, ein Festival, dass der heute 68-Jährige Mitte der 80er-Jahre ins Leben rief und das inzwischen als der bedeutendste Pool von Independent-Produktionen gilt. Jetzt zeigt ARTE "Die drei Tage des Condor". Der Spionagethriller aus dem Jahr 1975 wird in Redfords Biografie eher als Randnotiz eingeflochten - dabei ist er ein Klassiker seines Genres.

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Dem ist auch zu schulden, dass die Geschichte eine eher schnell erzählte ist: Als der Agent Joe Turner (Robert Redford) eines Tages von einem Einkauf zurückkommt, sind alle seine Kollegen in der kleinen, an sich beschaulichen CIA-Außenstelle ermordet worden. Warum, das weiß Turner nicht - der Job des Büros bestand im Lesen. Im Lesen sämtlicher veröffentlicher Bücher. Als er seine Vorgesetzten informiert, soll auch er sterben. Ihm gelingt die Flucht, und er taucht bei der hübschen Kathy (Faye Dunaway) unter, einer völlig fremden Frau, die er einfach auf der Straße kidnappt. Gemeinsam kommen sie einer Verschwörung innerhalb der Agentur auf die Spur. Schnell werden die beiden zu Gejagten.

Regisseur Sydney Pollack nannte immer Alfred Hitchcock als sein großes Vorbild. "Die drei Tage des Condor" ist ein Film, in dem das freilich nur in Momenten zum Tragen kommt. Meistens ist der Thriller ein Produkt seiner Zeit, in der Suspense und Action eben die wichtigsten Stilmittel für das Genre waren - mit einer Liebesgeschichte als Gegenpol.

Was die Produktion von der Masse abhebt, ist nicht nur die hervorragende Besetzung, sondern vor allem das Auge Pollacks und des Kameramanns Owen Roizman: Sie geben dem Film eine Optik, die verblüfft - vor allem, weil weite Teile im hellsten, vermeintlich friedlichen Tageslicht stattfinden. Dass der Zuschauer lange Zeit völlig im Dunkeln gelassen und so zum Zeugen einer für ihn schwer verständlichen Hatz wird, sorgt für zusätzliche Spannung, die im zeitlichen Kontext - der "Watergate"-Skandal war gerade aufgedeckt - der 70er-Jahre mitgerissen haben muss, heute aber immer noch großartig unterhält.

Jochen Overbeck


Turner (Robert Redford) will herausfinden, wer hinter dem sechsfachen Mord an seinen Arbeitskollegen steckt.
Turner (Robert Redford) will herausfinden, wer hinter dem sechsfachen Mord an seinen Arbeitskollegen steckt. (ARTE)

CIA-Chef Higgins (Cliff Robertson) ist in ein zwielichtiges Spiel verwickelt.
CIA-Chef Higgins (Cliff Robertson) ist in ein zwielichtiges Spiel verwickelt. (ARTE)

Turner (Robert Redford) ist verloren in einer Welt, in der er niemandem mehr trauen kann.
Turner (Robert Redford) ist verloren in einer Welt, in der er niemandem mehr trauen kann. (ARTE)

Datum: 25.01.2006

Artikel ID 163869

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