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Robin Williams und John Travolta albern in "Old Dogs" herum

Old Dogs - Daddy oder Deal

(mb/tsch) Robin Williams und John Travolta sind die titelgebenden „Old Dogs“: zwei ewige Junggesellen, die eben keine 30 mehr sind, diese Tatsache auch nicht mehr so erfolgreich verdrängen können wie früher und sich mit ihrem Alter konfrontiert sehen. Kann das wirklich witzig sein? Vielleicht, wenn der Film auf bissigeren Humor gesetzt hätte. Doch das tut er nicht und so schaut man den unbeholfenen und unüberzeugenden Darstellern beim Stolpern durch harmlose und langweilige Slapstick-Szenen zu und ärgert sich, dass man im Kino nicht einfach den Sender wechseln kann.

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Charlie (Travolta) ist ein bindungsunfähiger Charmeur, Blender und Aufreißer. Dan (Williams) dagegen ist beruflich kompetent, neurotisch, schüchtern und ungeschickt. Zusammen bilden sie ein Team erfolgreicher Marktingstrategen, die kurz vor dem Geschäft ihres Lebens stehen.

Durch widrige Umstände - Haftstrafe der Mutter (gespielt von Travoltas Ehefrau Kelly Preston) und Krankenhausaufenthalt von deren bester Freundin - muss sich Dan plötzlich um siebenjährige Zwillinge kümmern. Die beiden Kinder (Conner Rayburn und Ella Bleu Travolta) sind Ergebnis eines One-Night-Stands, und der Mittfünfziger wusste bis dato nichts von ihnen. Nun soll er zwei Wochen auf sie aufpassen. Seine einzige Unterstützung: Charlie, der noch weniger als er von Kindern versteht.

Was folgt, ist eine Aneinanderreihung leicht hysterisch gespielter, abgedroscherner Witze, die die Feinsinnigkeit eines Keulenschlags besitzen. Um die Kämpfe mit Golfschlägern und überzuckerte Kids komisch zu finden, muss man entweder Vorschüler sein oder zu den Berufslachern bei Fernseh-Sitcoms gehören.

Die Handlung fällt ausgesprochen vorhersehbar aus, das ist aber nicht das größte Manko des Films. Kaum jemand wird allzu Revolutionäres von einer Disney-Familienkomödie erwarten. Doch "Old Dogs" besitzt die Finesse eines schlabbernden Bernhardiners, ohne allerdings dessen Charme zu versprühen. Dabei gab es in der Vergangenheit durchaus Komödien, die sich auf leichte Art mit dem Thema Alter beschäftigen, ohne gleich mit Inkontinenz-Witzen aufzuwarten - man denke nur an Nancy Meyers' "Was das Herz begehrt" (2003) oder Rob Reiners "Das Beste kommt zu Schluss" (2007).

Das flache Drehbuch wäre vielleicht zu verschmerzen, wenn die beiden Hauptdarsteller nicht derart unbeholfen durch die Handlung stolpern würden. Travoltas komische Leistung beschränkt sich auf das Schneiden absurder Grimassen und pubertäres Jammern (inklusive Aufstapfen). Und Robin Williams gibt sich derart tölpelhaft, dass man ihm eine Karriere als erfolgreicher Geschäftsmann nicht mehr abnehmen mag. Jemand, der nicht einmal unfallfrei in einem Restaurant bestellen kann, wird kaum ein Unternehmen leiten können. Die Nebendarsteller bleiben allesamt eher blass. Einzig Matt Dillion als fanatischer Pfadfinder und Seth Green als Dan und Charlies Angestellter setzen ein paar unterhaltende Akzente.

In wenigen Szenen funktioniert "Old Dogs - Daddy oder Deal" - immer dann, wenn das überzogene Herumgekaspere beiseitegelassen wird und sich vor allem Robin Williams auf sein Talent für emotionale Momente besinnt.

An den US-Kinokassen enttäuschte Walt Beckers Komödie. Disney sagte zwischenzeitlich ein bereits bewilligtes Großprojekt des Regisseurs ab. Die Dreharbeiten zu "Born to be wild 2" sollten 2010 beginnen. John Travolta spielte im ersten Teil zusammen mit Tim Allen, Martin Lawrence und William H. Macy eine Gruppe Möchtegern-Biker in der Midllife-Crisis. Auch Robin Williams musste den Abbruch eines Filmprojekts durch das Studio verkraften: "Wedding Banned" wurde gestrichen. Scheint, als hätte das "Maus-Haus" das Vertrauen in die Stars verloren.

Melanie Grimm

Credits:
V:Walt Disney, USA 2009, R: Walt Becker, D: John Travolta, Robin Williams, Kelly Preston u.a.

Laufzeit: 88 Min.


Walt Beckers Komödie "Old Dogs - Daddy oder Deal" kombiniert lahmen Humor mit einer vorhersehbaren Handlung.
Walt Beckers Komödie "Old Dogs - Daddy oder Deal" kombiniert lahmen Humor mit einer vorhersehbaren Handlung. (Disney)

Dan (Robin Williams) kommt mit seinen neu erworbenen Vaterpflichten nur schwer zurecht.
Dan (Robin Williams) kommt mit seinen neu erworbenen Vaterpflichten nur schwer zurecht. (Disney Enterprises / Ron Phillips)

Playboy Charlie (John Travolta) hat mit Kindern nichts am Hut.
Playboy Charlie (John Travolta) hat mit Kindern nichts am Hut. (Disney Enterprises / Ron Phillips)

Datum: 10.01.2010

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