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Adam Green gibt sich auf "Minor Love" wie immer
Adam Green Minor LoveAnzeige
Anti-Folk-Slacker Adam Green bleibt sich treu. Auch auf seiner sechsten Platte serviert das Mitglied der derzeit inaktiven Moldy Peaches wieder feingeistige bis feiste Lyrik und fast schon balladeske Musik, die sich selbst scheinbar nicht so ernst nimmt. "I've been too awful / To ever be thoughtful", in etwa "Ich war zu entsetzlich, um jemals nachdenklich zu sein", heißt es direkt im ersten Song "Breaking Locks" - wenn Herr Green den Hörer da mal nicht auf den Holzweg führt. Denn genau wie bei seinem Gedichtband "Magazine", der 2007 für Furore sorgte, weiß am Ende doch wirklich keiner, ob er nur ein Clown, oder ein sensibler Künstler sein möchte. Unabhängig von der Frage nach seinen Absichten jedoch reiht sich "Minor Love" sauber und gefällig in die Reihe seiner Veröffentlichungen ein. Mit kleiner Begleitung an Schlagzeug, Bass, Gitarren, Glöckchen und Tasteninstrumenten zelebriert der Herr aus New York diese zarten, unscheinbaren Songs mit bürgerlichem Schmiss, verziert mit Texten, die ziemlich direkt unter die Haut gehen. 60er-Jahre-Pop, Bossa Nova, Reklamemusik, da ist nichts zu peinlich oder abgedroschen. Und es wirkt in Greens Neuinterpretation schon fast wieder schick, wenn Omas alte Orgel leiernd erklingt oder ein paar Synthie-Bläser Greens sonores Stimmtimbre umschmeicheln. Abwechslung bringen die fast noch spärlicher instrumentierten Folksongs, über die der Chef dann voller Inbrunst trällert. Ein Album aus einem Guss sollte es werden, so Green, der die 14 Songs schließlich ziemlich flüssig im Haus des Produzenten und Musikers Noah Georgeson (Devendra Banhart) vollendete und dabei auch einige der Instrumente selbst einspielte. Und das hat sich gelohnt, denn "Minor Love" ist mit Sicherheit sein bisher souveränstes und durchgängig überzeugendstes Album geworden, dass dann auch mal Leute begeistern könnte, die nicht auf die niedliche Loser-Attitüde des lockigen Anzugträgers stehen. Adam Green auf Deutschland-Tournee 18.02., Hamburg, Uebel & Gefährlich 19.02., Köln, Gloria 20.02., Berlin, Postbahnhof 23.02., München, Freiheiz Klaas Tigchelaar |
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