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Wäre er etwas kürzer, wäre "Inglourious Basterds" perfekt
Inglourious BasterdsQuentin Tarantino lässt den Führer in seiner Nazi-Parodie in Flammen aufgehen. (cg/tsch) Allein in Deutschland wollten sich zwei Millionen sein Werk im Kino anschauen: eine beeindruckende Zahl für den Regisseur, der trotz Kultstatus doch immer im Underground blieb. "Inglourious Basterds" war Tarantinos erfolgreichster Film. Doch ist er auch sein bester? Wenn man zum Vergleich „Pulp Fiction“ und „Reservoir Dogs“ heranzieht, steht jeder Film ein wenig blaβ da. Doch besser als „Death Proof“, der letzte Film des Filmemachers, ist seine Nazi-Parodie allemal. Genauer gesagt: Sie wäre perfekt, hätte sie nicht die paar Längen, die einen trotz groβartiger Bilder, Charaktere und Dialoge doch ein wenig ermüden. Am besten wird es jedes Mal, wenn Tarantinos groβartige Entdeckung - der Österreicher Christoph Waltz als Nazi-Führer Hans Landa – zu sehen (und vor allem zu hören) ist. Nicht umsonst wurde er in Cannes als bester Darsteller geehrt. Anzeige
Wenn am Ende Adolf Hitler in die Luft fliegt, dann wird klar, warum Regisseur Quentin Tarantino ein Liebling der Filmfreaks und Kritiker ist. Der Kultregisseur lässt den Führer im Kino sterben, dem Ort, den er zu Propagandazwecken missbrauchen wollte. Und natürlich dem Ort, dem Tarantino selbst das meiste zu verdanken hat. Die Nazi-Parodie "Inglourious Basterds" (2009) ist definitiv zu lang und auch nicht immer gelungen. Aber sie hat ihre Momente, wie sich auf DVD und Blu-ray-Disc nachprüfen lässt. Tarantino übernahm für seinen Film, mit zwei Millionen Besuchern sein größter Kinoerfolg in Deutschland, die Grundidee der alten italienischen Kriegsklamotte "Ein Haufen verwegener Hunde": Im besetzten Frankreich jagt ein Sonderkommando jüdischer US-Soldaten Nazis. Angeführt von Brad Pitt amüsiert sich ein internationales Schauspielensemble in diesen Szenen prächtig. Aus Deutschland dabei: Til Schweiger. Allzu viel Action gibt es allerdings nicht. Höchstens etwas abgezogene Kopfhaut. Tarantino legt Wert auf Dialoge. Überall wird gequatscht, viel und mit großem Ego, aber ohne Punkt und Komma. Das ist mitunter arg ermüdend, weil sich die Handlung nur schleppend entwickelt. Trotz des gewohnt wahnwitzigen Sprach-Pingpongs. Gut reden kann vor allem Christoph Waltz, der "Inglourious Basterds" als höllisch-fieser und rhetorisch gewandter SS-Oberst Landa seinen Stempel aufdrückt. Es ist genial, wie diabolisch der Österreicher spielt - dafür wurde er in Cannes als bester Darsteller geehrt und wird als Oscar-Kandidat gehandelt. Etwas schweigsamer ist Shosanna, gespielt von der französischen Sensation Mélanie Laurent: Die jüdische Kinobetreiberin wartet geduldig auf ihre Rache. Landa hatte einst ihre Familie ermordet. Dabei erträgt sie die Avancen eines dümmlichen deutschen Soldaten, den Daniel Brühl darstellt. Der Landser wurde zufällig zum Helden und soll nun Kinostar werden. Ein Film über ihn soll der Welt die deutsche Herrlichkeit beweisen. Doch das Kino rächt sich für die Vergewaltigung ... Die Explosion am Schluss ist einer der wenigen Momente, in denen der insgesamt dynamisch wirkende Sound gefordert ist und seine Aufgabe effektreich erledigt. Das Bild weist auf BD und mehr noch auf DVD leichte Schwächen auf: Die Farben wirken übersättigt, die Kontraste verschwimmen. Auch beim Bonusmaterial hat die Blu-ray-Disc die Nase vorn: Während die DVD lediglich den Kurzfilm "Stolz der Nation" (die Heldengeschichte des Soldaten) sowie entfallene Szenen enthält, gibt es auf dem Hightech-Silberling Interviews, ein witziges Gespräch von Quentin Tarantino und Brad Pitt mit einem TV-Moderator und kurze - oft recht sinnfreie aber unterhaltsame - Featurettes. Neben der normalen DVD und Blu-ray-Disc erscheint auch eine DVD-Collector's-Edition mit Postern, Postkarten, Schlüsselanhänger und anderem Klimbim. Andreas Fischer bewertungsbox
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Credits: |
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