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"Acolyte" von Delphic erinnert an New Order

Delphic Acolyte

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Vorsicht, Vorschusslorbeeren! Erst kürzlich wurden Delphic bei der alljährlichen "Sound Of"-Umfrage der britischen BBC zu einem der viel versprechendsten Newcomer für 2010 gekürt. Schade nur: Die letzten Jahre haben gezeigt, dass viele der im wahrsten Sinne ausgezeichneten Bands eben vor allem in Großbritannien für Furore sorgen. Auch bei Delphic darf man skeptisch bezüglich ihrer Erfolgschancen sein. In den vielstimmigen Chor der Jubelstimmen sollte man dennoch unbedingt einstimmen. Ihr Debüt "Acolyte" löst das Versprechen ein, dass die ersten Singles, die Herkunft und der musikalische Ansatz der Band bereits gaben.

Denn dass Delphic aus Manchester stammen, scheint mehr als nur ein geografischer Zufall zu sein. Dort, wo bereits New Order und die Stone Roses erfolgreich an der Synthese von melodiösem Gitarrenrock und elektronisch-tanzbaren Strukturen zu allgemeingültigem Pop arbeiteten, ist auch das Quartett musikalisch zu Hause.

Völlig aufgelöst wird die Spannung zwischen beiden Polen dabei zwar nie. Delphic tendieren meist Richtung ausuferndem und hypnotischem Früh-90-er-Rave, Songs wie "Clarion Call" oder Pet-Shop-Boys-artige "This Momentary" funktionieren dennoch als fast schon radiotaugliche Ohrwürmer. Und im Gegensatz zum - zu Recht - wieder längst vergessenen NuRave-Hype vor einigen Jahren setzt der Vierer nicht auf Effekte, sondern auf Effizienz. Keine unnötig ballernden Beats, keine quietschenden, blökenden, nervenden Synthies: Delphic schreiben bei aller Liebe zur Elektronik Songs und eben keine Tracks.

Statt jedoch bloße Akkordfolgen auf ihren Gitarren zu spielen, verwendet die Band eben jene - wie sämtliche analogen Instrumente auch - zur Erzeugung eines epischen Breitwand-Sounds. Die Basis dafür bilden aber immer ausgeklügelten Laptop-Kompositionen. Sie vollziehen damit einen Schritt, den etwa Bloc Party bislang immer nur andeuteten. Dass Letztere Delphic bewundern und mit auf Tour nahmen, ist da nur allzu verständlich. Und der Vergleich mit den Mannen um Kele Okereke macht nicht nur Sinn, sondern auch Hoffnung: Bloc Party schafften schließlich auch trotz eines alles andere als mainstreamtauglichen Sounds den Sprung nach ganz oben - auch in die deutschen Charts. "Acolyte" wäre so ein Erfolg sogar noch mehr zu gönnen.

Delphic auf Deutschland-Tournee

03.02., Hamburg, Molotow

09.02., Berlin, Bang Bang Club

10.02., München, 59:1

13.02., Köln, Subway

Stefan Weber


Datum: 17.01.2010

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