|
Anzeige |
"Armored" zeigt, wie langweilig Raubüberfälle sein können
Armored(vm/tsch) Natürlich sind nicht alle Kriminellen schlechte Menschen. Manchmal haben sie einfach nur Probleme und sehen sich gezwungen, vom rechten Weg abzukommen. So ergeht es einem aus dem Irak heimgekehrten Soldaten: Er rutscht da einfach irgendwie hinein. Doch in einem Film wie „Armored“ bleibt der Gute tatsächlich gut und kämpft gegen seine eigene dunkle Seite, um im Endeffekt eine recht profillose Figur darzustellen. Das klingt ziemlich langweilig, und das ist es auch. Und das trotz der erstklassigen Besetzung, zu der Größen wie Matt Dillon, Laurence Fishburne und Jean Reno gehören. „Armored“ erzählt die leidlich spannende Geschichte eines Raubüberfalls und schildert die innere Zerrissenheit eines Menschen, der nichts zu verlieren hat. Weder das eine noch das andere vermag den Zuschauer zu begeistern. Anzeige
Den aufgrund seiner Tapferkeit dekorierten Rekruten Ty Hackett (Columbus Short) hat es nach seiner Rückkehr aus den Wirren der irakischen Besatzung gleich mehrfach hart getroffen: Seine Eltern sind gestorben, er muss seinen 14-jährigen Bruder allein großziehen, die auf dem Haus der Familie lastende Hypothek ist kaum abzubezahlen. Schon meldet sich die Behörde, weil sie die Erziehungskompetenzen des ehemaligen Soldaten in Zweifel zieht. Sie droht, das umtriebige Brüderchen ins Heim zu stecken. Außerdem lassen ihn seine Kriegstraumata, vor allem die Zahl seiner getöteten Gegner nicht los. Wird die innere Zerrissenheit der erschreckend profillosen Hauptfigur nur angedeutet, erstrahlen seine Prinzipientreue und Sorge um die Zukunft des Bruders in umso schillernderem Licht. Letzterer schwänzt zwar hartnäckig die Schule, erweist sich aber als begnadeter Graffiti-Künstler. Zielstrebig steuert die uninspirierte Handlung zu auf das Unausweichliche: Der tapfere, gutmeinende, aber auch gutgläubige Bursche wird bitterlich enttäuscht und kann nur unter größtem Einsatz von Mut, Spontaneität und Erfindungsreichtum über sich und seine Probleme hinauswachsen und das Böse besiegen. Das versammelt sich unerwartet im Kreis seiner engsten Freunde, einer eingeschworenen Wachmannschaft des Geldtransporter-Unternehmens Eagle Shield Security. Dort versucht Hackett an der Seite seines Ziehvaters Cochrane (Matt Dillon) einen Neuanfang. Schon ein Streich zur Feuertaufe - ein gestellter Überfall bei seiner ersten Fahrt mit dem wuchtigen Panzerlaster - müsste ihn misstrauisch machen. Doch als sich schließlich herausstellt, dass der Spaß eine Probe war für einen wahrlich großen Coup -den Raub von 42 Millionen Dollar - fällt der nichts Ahnende aus allen Wolken. Schließlich hakt sich die tragische Figur, bedrängt von der Kontrolleurin vom Jugendamt und dem immer schärferen Ton der Bankmahnungen, ein in den scheinbar todsicheren Plan eines vorgetäuschten Überfalls, bei dem sich das unterbezahlte Sicherheitspersonal um die eigene Ladung bereichert und den Banken - und ihrem Chef - ein Schnippchen schlägt. Natürlich geht der Plan gehörig schief, plötzlich gibt es Zeugen, die von panischen Komplizen umgebracht werden. Dabei sollte niemand zu Schaden kommen. Klar: Hackett besinnt sich auf seine Tugenden und wendet sich gegen seine ehemaligen Mitstreiter. Gewöhnlich ist es durchaus ein Qualitätsmerkmal, wenn verdiente Darsteller wie Matt Dillon, Laurence Fishburne und Jean Reno zur Schauspielergarde eines Films gehören. In Filmen wie "L.A. Crash", "Five Fingers" oder "Leon - Der Profi" verkörperten sie nur allzu beeindruckend Schurken voller Tiefe und Ambivalenz. Das Drehbuch von Debütant James Simpson, der bisher noch keinen Folgeauftrag erhielt, zwängt sie jedoch auf fahrlässige Weise in eine solch uninspirierte Dramaturgie, dass sie weder mit ihrem Minenspiel noch mit Dialogen setzen können. Auch Hauptdarsteller Columbus Short, unter anderem bekannt aus dem Tanzfilm "Stomp the Yard", kommt nicht ausreichend zum Zuge. Den Rest des Films - immerhin eine gute Stunde an Lauflänge - verbringt er letztlich damit, seine zornigen Kollegen ängstlich durch schusssicheres Glas dabei zu beobachten, wie sie versuchen, ihn aus dem gepanzerten Geldtransporter zu holen, in dem er sich mit dem Banknoten-Schatz versteckt hat. Suspense der langweiligen Art. Leif Kramp |
Credits: Laufzeit: 88 Min. Kinostart:04. Februar 2010 |
| Das Imperium der Wölfe | |
| Die Erinnerung an David Finchers "Sieben" erwacht, wenn der Regen am düsteren Tatort Paris nicht aufhört zu fallen und sich damit eine genretypische Grundsituation formiert. Der junge, engagierte und regeltreue ... | |
| Factotum | |
| Charles Bukowskis Werk gehört nebst dem jüngerer Autoren wie Irvine Welsh und Matias Faldbakken zur so genannten gehobenen Unterhaltungsliteratur. Alkohol- und Drogenexzesse, Lebenskünstler aus der Unterschicht, ... | |
| George Lucas dreht mit Laurence Fishburne | |
| George Lucas plant einen Film über die schwarzen Kampfflieger aus Tuskegee (Alabama), die im Zweiten Weltkrieg Tausende von U.S.-Bombern erfolgreich eskortierten. | |
| Die purpurnen Flüsse | |
| Zwei außergewöhnliche Talente spielen Schulter an Schulter im Actionthriller „Die pupurnen Flüsse“ von 2000: Jean Reno und Vincent Cassel. Die beiden spielen zwei Polizisten, die einen mysteriösen Mord ... | |
| Die Outsider | |
| Der 1967 publizierte Erstlingsroman "The Outsiders" der jungen Autorin Susan Hinton gilt in Amerika als Klassiker der Jugendliteratur. Er erreichte eine Auflage von über vier Millionen Exemplaren. Die ... | |
| L.A. Crash | |
| Über manche Dinge können Cineasten einfach nur den Kopf schütteln. Programmplanung zum Beispiel. So ist es nur schwer nachvollziehbar, warum das Erste die Erstausstrahlung von "L.A. Crash" (2004), der ... |
| Anzeige |
|
| Anzeige |